Sexsucht oder Satyriasis: ein echtes Problem

· 29. April 2017

Sexsucht, auch unter dem Begriff Satyriasis bekannt, wird in der Psychologie als Persönlichkeitsstörung eingeordnet. Jede Art von Sucht ist krankhaft, aber einige sind wesentlich kritischer als andere. Es macht Sinn, dass Spiel- oder Alkoholsüchtige Spiele oder Alkohol vollständig meiden sollten, aber es macht auch Sinn, dass Menschen, die sexsüchtig sind oder zwanghaft essen, sich von dem, auf das sie fokussiert sind, nicht ganz und gar befreien können, da Sex und Nahrung in den richtigen Mengen Grundbedürfnisse sind.

Sexsucht, wie sie von Psychologen gesehen wird

In den Lehrbüchern der Psychologie wird Sexsucht als Hypersexualitäts bezeichnet und als zwanghafte Störung der Impulskontrolle klassifiziert, bei der die Betroffenen unfähig sind, ihr gesteigertes sexuelles Verlangen und damit auch ihre Gedanken und ihr Verhalten zu kontrollieren. Es sollte hinzugefügt werden, dass Experten der Psychiatrie ausführen, dass sämtliche zwanghafte Handlungen, die es uns schwer machen, ein normales Leben zu führen, weil sie unser soziales oder Arbeitsleben stören, ganz klar als krankhafte Prozesse zu betrachten sind.

Wenn man die Statistiken betrachtet – und hierbei beziehen wir uns auf von Sexualforschern durchgeführte Studien -, scheint es sich nicht um eine seltene Sucht zu handeln: In Spanien, den USA und Argentinien wird die Anzahl Betroffener auf mehrere Millionen geschätzt. Wir müssen uns aber klar darüber sein, dass jemand über sein gesamtes Leben hinweg ein sehr aktives Sexleben führen kann und deswegen noch lange nicht als süchtig gilt.

Der Suchtkranke ist nicht zufrieden mit sich selbst – er hat keine Kontrolle über seine Handlungen, obwohl sein Verhalten ihm immer wieder Probleme bereitet. Wie es auch bei anderen Süchten der Fall ist, braucht der Sexsüchtige im Laufe der Zeit immer mehr Stimulation, um seine Bedürfnissevbß0 zu befriedigen, auch wenn es sich dabei nur um einen kurzen Moment des Genießens handelt, denn schon bald findet der Patient sich erneut in der Situation wieder, in der er nach einer Möglichkeit sucht, den den Unwohlsein verursachenden Drang befriedigen zu können. Sich zwanghaft mit Sex zu beschäftigen kann ein Indiz dafür sein, dass die Person versucht, ihre Einsamkeit oder existentielle Leere durch jemanden und etwas zu füllen, das ihren Selbstwert erhöht.

Eine Sexsucht beinhaltet normalerweise einen hohen Konsum pornographischen Materials, zwanghafte Masturbation, viele Dates oder Sex mit mehreren Menschen in einer einzigen Nacht. Dabei kann es sich bei diesen Menschen um bekannte Personen oder Prostituierte handeln. Wenn die Art und Weise, wie wir mit Sex umzugehen, unser Leben zerstört oder die Alltagsbewältigung erschwert, können wir uns als sexsüchtig betrachten.

Der notwendige Schritt, um sie zu überwinden, liegt wie bei allen Süchten darin, zu erkennen, dass es sich um ein echtes Problem handelt, das unser tägliches Leben verändert und schädigt. Sich professionelle Hilfe holen und spezialisierte Zentren kontaktieren, die sich mit diesem sexuellen Konflikt auskennen, sind die besten Mittel, um eine Lösung zu finden.