Verbreitete Mythen über Masturbation

23. März 2017 en Psychologie 153 Geteilt

Sexualität ist schon seit vielen Jahrhunderten ein Tabuthema und leider brennen die Flammen dieses Scheiterhaufens immer noch. Auch wenn wir scheinbar genug Beweise dafür haben, um diese Fehler zurückzuweisen, treffen wir immer noch auf Widerstand, wenn wir versuchen, diese sinnlosen Mauern zu durchbrechen. Es ist nicht leicht, die Lügen zu eliminieren, die seit Jahren Bestand haben und die die ethischen Standards unserer Gesellschaft festgelegt haben, egal wie falsch sie auch sind.

Das Thema Masturbation wird öffentlich nicht oft angesprochen, da es normalerweise etwas Privates ist. Viele Menschen sehen es als derart intim an, dass sie denken, dass es nicht gut sei, darüber zu sprechen – nicht einmal mit dem Partner. Außerdem glauben viele noch immer, dass es etwas Verbotenes sei, denn bei der Masturbation geht es um ein individuelles Vergnügen und nicht um die Befriedigung in einer Beziehung.

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Black Swan

Selbst heutzutage glauben manche noch, dass Masturbation schädlich sei. Das reicht von der Aussage, dass Masturbation zu Traurigkeit führe, bis dahin, dass sie eine Praxis für egoistische und einsame Menschen sei. Das trifft nicht zu, ja gar das Gegenteil ist der Fall.

Laut dem Hite Report  und nachfolgenden Studien masturbieren rund 82% der Männer und 67% der Frauen bewusst. Und ich sage „bewusst“, weil sich manche Menschen im Schlaf unbewusst berühren oder schlafend sexuelle Fantasien ausleben und manchmal sogar einen Orgasmus bekommen. Im Angesicht all dieser Mythen und falschen Informationen ist es mehr als nur angebracht, diese richtigzustellen.

Im Folgenden findest du also einige Aussagen über Masturbation, die heute obsolet sind.

Masturbation sei nur für Jugendliche

Das ist falsch. Die erste autoerotische Entdeckung findet während der Kindheit statt, d.h. in einem sehr jungen Alter. Kinder lernen ihren Körper kennen und entdecken ihre Genitalien, die sie mitunter stimulieren, was sie erregt. Natürlich geschieht das unbewusst, denn Kindern fehlt sexuelles Bewusstsein.

Gleichermaßen masturbiert eine große Anzahl von jungen und älteren Erwachsenen regelmäßig. Laut einer Studie, die von McCary 1983 veröffentlicht wurde, gaben 59% der über 60-jährigen Männer und Frauen an, mit relativer Häufigkeit zu masturbieren.

Masturbation sei nur für Singles

Das ist ein weiterer verbreiteter Mythos. Aus dieser Perspektive betrachtet wird die Masturbation auf einen Ersatz für sexuelle Beziehungen mit einem Partner reduziert. Das ist nicht wahr. Autoerotik folgt einer anderen Logik, denn sie stellt eine individuelle Praktik dar, die mehr mit Selbstkenntnis als mit Kompensation für fehlende intime Beziehungen zu tun hat.

Tatsächlich masturbieren auch viele verheiratete Menschen. Und Masturbation erfüllt einen therapeutischen Zweck für sexuelle Dysfunktionen. Sie wird benutzt, um mentale Blockaden zu überwinden, die Menschen davon abhalten, in ihren Beziehung Lust zu erleben.

Masturbation führe nicht zu richtigen Orgasmen

Das ist noch eine falsche Aussage. Auch wenn es nicht wirklich viele Informationen darüber gibt, wurde im Hite Report  festgestellt, dass Masturbation die genussvollste Praxis für Frauen ist. Laut der gesammelten Daten haben Frauen in 95% der Fälle, wenn sie masturbieren, einen Orgasmus und sie brauchen oft weniger Zeit, um ihn zu erreichen, als mit dem Partner.

Im Buch The Sex Researcher  von Edward Brecher ist angegeben, dass Männer zwischen 35 und 60 Jahren durchschnittlich 70-mal pro Jahr masturbieren. Obwohl sie sexuelle Beziehungen mit ihren Partnern vorziehen, sagen sie auch, dass sie Masturbation als eine unabdingbare Ergänzung ansehen und dass sie die Orgasmen genauso intensiv erleben.

Masturbation löse häufig mentale Probleme aus

Falsch. Und wenn es um Menschen geht, ist es niemals weise, feste Regeln auszusprechen. „Viele“ oder „einige“ sind relative Begriffe, die von den Charakteristiken und Umständen jeder einzelnen Person abhängen. Jemand, der täglich masturbiert, ist kein Perverser oder krank oder an der Schwelle zum Wahnsinn. Das Gleiche trifft auf Menschen zu, die nur sehr selten oder gar nicht masturbieren.

Wie immer kann es zu einem Problem werden, wenn ein Verhalten den normalen Fortgang der täglichen Aktivitäten unterbricht oder andere Aspekte des Lebens stört. Aber wenn die Masturbation in die übrigen Alltagstätigkeiten integriert wird, dann ist sie sicher kein Problem.

Masturbation führe zu körperlichen Problemen

Tatsächlich ist genau das Gegenteil der Fall. Menschen, die ihre Sexualität frei ausleben, sind sowohl mental als auch körperlich gesünder. Allerdings bekräftigen einige Mythen, dass Masturbation zu Haarausfall, Akne, verringerter Fruchtbarkeit und Blindheit führe. Das ist alles falsch. Masturbation ist normal und gesund und führt zu keinerlei körperlichem Schaden. Sie fördert die Selbstkenntnis, stärkt die Beckenbodenmuskulatur, erhöht die Libido, lindert Stress und vermindert Befangenheit.

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