Selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRIs)

31. Juli 2018 en Psychologie 0 Geteilt
Antidepressiva wie selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRIs)

In den letzten Jahrzehnten haben viele Studien gezeigt, dass eine Reihe von wirksamen Medikamenten zur Verfügung steht, um die Wirkung verschiedener Therapien durch die Verringerung der Intensität oder Häufigkeit bestimmter Symptome zu erhöhen. Dazu gehören auch selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRIs), die hauptsächlich in der Behandlung von Depressionen eingesetzt werden.

Du hast sicher schon von selektiven Serotonin-Wiederaufnahmehemmern gehört. Diese Medikamente enthalten Citalopram, Escitalopram, Fluoxetin, Paroxetin, Sertralin, usw. Kommt dir einer dieser Wirkstoffe bekannt vor?

Selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer bilden eine Wirkstoffgruppe, die eine Reihe von Medikamenten mit einem gemeinsamen Zweck umfasst. Sie werden in der Regel als Antidepressiva in der Behandlung von depressiven Zuständen, Angststörungen und einigen Persönlichkeitsstörungen verwendet.

Pillen gegen Depressionen

Allerdings sind SSRIs nicht die einzigen verfügbaren Antidepressiva. Antidepressiva sind seit 1957 im klinischen Einsatz, SSRIs wurden erst Jahrzehnte später entdeckt. Ihnen voraus gingen die meisten der so genannten trizyklischen Antidepressiva (TDAs) und Monoaminoxidase-Inhibitoren (MAOIs), die nach wie vor ihre Bedeutung haben.

Antidepressiva verbessern im Gegensatz zu Stimulanzien (Amphetamine, Methylphenidat …) nur die Stimmung der Menschen, die zuvor depressiv waren. Sie heben die Stimmung von Personen ohne Depressionen nicht.

Mann mit Depressionen raucht

Die wichtigsten derzeit gebräuchlichen Arten von Antidepressiva sind:

  • TDAs. TDAs bewirken in mehr als 65 % der Fälle eine Remission oder zumindest eine Verbesserung der depressiven Symptome. Aber auch ihre Nebenwirkungen sind zahlreich. Dies ist ein Nachteil gegenüber anderen Antidepressiva.
  • Irreversible (MAOI) und reversible (RIMA) Monoaminoxidasehemmer. Sie hemmen das Enzym Monoaminoxidase, das für die Metabolisierung biogener Amine verantwortlich ist.
  • Selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRIs). Sie wirken, indem sie selektiv die Wiederaufnahme des Neurotransmitters in die Präsynapse hemmen.
  • Selektive Serotonin- und Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer (SNRIs). Sie unterdrücken gleichzeitig die präsynaptische Wiederaufnahme von Serotonin und Noradrenalin.
  • Noradrenerge und selektiv serotonerge (NaSSA). Sie führen zu einem Anstieg der Konzentrationen von Noradrenalin und Serotonin im synaptischen Spalt, ähnlich den SNRIs.
  • Selektive Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer (NRRIs). Ihre Wirkung beschränkt sich auf das Noradrenalin.
  • Selektive Dopamin-Wiederaufnahmehemmer (ISRDs). Sie hemmen die Wiederaufnahme von Dopamin.

In diesem Artikel werden wir uns auf selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRIs) konzentrieren. Aber zuerst wollen wir sehen, was es mit dem Serotonin auf sich hat.

Serotonin: der Neurotransmitter, der uns ein gutes Gefühl gibt

Serotonin ist eine vom Körper produzierte Substanz, die als Neurotransmitter fungiert und so Signale zwischen Nerven überträgt. Es wird von einigen Forschern als die Chemikalie angesehen, die dafür verantwortlich ist, unsere Stimmung im Gleichgewicht zu halten, wobei verständlich wird, weshalb ein Serotoninmangel zu Depressionen führen könnte.

Sicher ist: Es besteht eine enge Beziehung zwischen Depression und Serotonin. Allerdings sind sich die Wissenschaftler immer noch nicht einig, ob ein verminderter Serotoninspiegel wirklich zur Entwicklung der Depression beiträgt oder umgekehrt eine Depression einen verminderten Serotoninspiegel verursacht.

Serotonin hat eine allgemeine modulierende und verhaltenshemmende Wirkung. Dieser Neurotransmitter beeinflusst die meisten Gehirnfunktionen. Man könnte sagen, dass Serotonin sowohl das „Vergnügungshormon“ als auch das „Stimmungshormon“ ist. Der Mediator ist primär mit Gemütszustand, Emotionen und depressiven Zuständen verbunden. Er wirkt aber auch auf die Gefäße und die Herzfrequenz.

Serotonin

Wie wirken selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer?

SSRIs blockieren die Reabsorption von Serotonin. Dies erhöht den Serotoninspiegel zwischen den Neuronen, im synaptischen Spalt, was zu einer verminderten Expression von 5HT1A-Rezeptoren führt. Nach der Reduktion der Anzahl der 5HT1A-Rezeptoren ist das Neuron praktisch unempfindlich für Feedback und setzt noch mehr Serotonin in den synaptischen Raum frei.

Dieser Anstieg des Serotoninspiegels im synaptischen Spalt kann die Stimmung verbessern. Darüber hinaus werden SSRIs als selektiv bezeichnet, da sie in erster Linie Serotonin und nicht andere Neurotransmitter betreffen.

Es ist nicht alles Gold, was glänzt

Alle selektiven Serotonin-Wiederaufnahmehemmer wirken ähnlich. Wie bei allen Medikamenten gibt es bestimmte Nebenwirkungen, die mehr oder weniger häufig auftreten, was aber nicht unbedingt bedeutet, dass sie während der Behandlung auftreten müssen. Tatsächlich können einige der Nebenwirkungen in den ersten Wochen nach der Behandlung abklingen, während andere deinen Arzt veranlassen können, die Behandlungsstrategie zu ändern. Wenn du einen bestimmten SSRI nicht vertragen hast, heißt das nicht zwangsläufig, dass du keinen einzigen vertragen könntest.

Mögliche Nebenwirkungen von SSRIs sind:

  • Übelkeit
  • Erbrechen
  • Durchfall
  • Schläfrigkeit
  • Schlaflosigkeit
  • Nervosität, Aufregung oder Unruhe
  • Kopfschmerzen
  • Schwindel
  • Verschwommene Sicht
  • Trockener Mund
  • Sexuelle Probleme wie vermindertes sexuelles Verlangen, Schwierigkeiten mit einem Orgasmus oder die Unfähigkeit, eine Erektion aufrechtzuerhalten (erektile Dysfunktion)

Frau mit Kopfschmerzen

Wie wir gesehen haben, sind selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer speziell für Depressionen entwickelt worden. Sie können aber auch andere Indikationen haben, wie z. B. die Langzeitbehandlung von Angstzuständen und Zwangsstörungen.

Diese Medikamente sind nicht frei von Nebenwirkungen, obwohl diese weniger häufig auftreten als bei der Therapie mit MAOIs oder ADTs. Wenn du denkst, dass du Antidepressiva brauchst, musst du zuerst einen Arzt aufsuchen. Denke daran, dass Selbstmedikation sehr gefährlich sein kann.

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