Die Schlaflosigkeit – ein Monster der Nacht

· 11. Mai 2017

Viele Kinder haben Angst vor der Dunkelheit und den Monstern, die sich in ihr verbergen könnten. Monster, die sich unter dem Bett verstecken, sie in der Nacht entführen, während sie tief und fest schlafen, oder sie anschreien, wenn sie mitten in der Nacht aufstehen und ihnen über den Weg laufen. Zum Glück sind diese nächtlichen Monster ein Produkt unserer Fantasie, aber es gibt ein tatsächliches Monster der Nacht, das sowohl Erwachsene als auch Kinder heimsucht: die Schlaflosigkeit.

Die Schlaflosigkeit ist eine Schlafstörung. Es gibt zwei verschiedene Formen von Schlafstörungen: Dyssomnie und Parasomnie. Von der Dyssomnie sind Quantität, Qualität und der Schlafrhythmus betroffen. Patienten mit Parasomnie erleben während des Schlafens unnormale Dinge wie Albträume. Deshalb fällt die Schlaflosigkeit, die auch als Insomnie bezeichnet wird, in die Kategorie der Dyssomnie.

Wenn man im Wachzustand so viele Ideen hätte, wie wenn man unter Schlaflosigkeit leidet, würde man reich werden.

Griff Niblack

Was ist Schlaflosigkeit und wie zeigt sie sich?

Die meisten Menschen sind mit der Vorstellung vertraut, dass manche Personen über einen guten Schlaf verfügen, während das bei anderen nicht der Fall ist, und dass es unterschiedliche Schlafrhythmen gibt, z.B. die des Frühaufstehers im Gegensatz zu dem der nachtaktiven Personen. Für Schlaflosigkeit gibt es jedoch klare Anzeichen. Das häufigste und offensichtlichste ist, dass es der Person tagsüber aufgrund ihres Schlafmangels, der auf verschiedenen Faktoren beruht, die meist mit den eigenen Gewohnheiten zu tun haben, nicht gut geht.

Um zwischen vorübergehenden Schlafproblemen und Schlaflosigkeit zu unterscheiden, geben Experten vor, dass die Probleme mindestens dreimal die Woche über eine Zeitspanne von mindestens drei Monaten auftreten müssen.

Schlaflosigkeit ist eine Schlafstörung, bei der es den Betroffenen dauerhaft schwerfällt, einzuschlafen oder die Nacht durchzuschlafen. Diese Personen wachen beispielsweise auch dann frühmorgens auf, wenn sie erst spät eingeschlafen sind.

Wie man zwischen Schlaflosigkeit und anderen Schlafstörungen unterscheidet

Da es sich um eine Dyssomnie handelt, treten bei Personen mit Schlaflosigkeit keine außergewöhnlichen Phänomene auf, wenn sie erst einmal eingeschlafen sind. Die Probleme beziehen sich viel mehr auf Schlafmenge, -qualität und -rhythmus.

Um zwischen Schlaflosigkeit und anderen Schlafstörungen unterscheiden zu können, musst du diese erst einmal kennenlernen. Obwohl alle Schlafstörungen das gleiche Hauptproblem verbindet, haben sie nicht die gleiche Ursache und Therapie. Im Folgenden führen wir eine Reihe von Schlafstörungen auf:

  • Störungen, die mit der Atmung im Schlaf zu tun haben, wie etwa Apnoe oder alveoläre Hypoventilation
  • Hypersomnien wie das Kleine-Levine-Syndrom
  • Narkolepsie mit einem tagsüber erhöhtem, unüberwindbaren Schlafdrang
  • Probleme im Zusammenhang mit der circadianen Rhythmik, wie verzögerter Schlaf, Jetlag, Schichtarbeit usw.
  • Unspezifische Störungen wie das Restless-Legs-Syndrom oder Schlafstörung durch periodische Bewegungen
  • Störungen, die im Zusammenhang mit dem Konsum von Substanzen im Zusammenhang stehen, die die Menge und Qualität des Schlafes beeinflussen (Koffein, Medikamente, Drogen, usw.)
  • Sekundäre Schlafstörungen, die auf anderen Krankheiten beruhen

Wenn du all diese Ursachen ausschließen kannst, kannst du dir relativ sicher sein, dass deine Schlaflosigkeit nicht auf organischen Anomalien beruht oder mit anderen psychologischen Störungen in Verbindung steht. Manchmal kann Schlaflosigkeit beispielsweise im Zusammenhang mit einer Depression stehen und damit eine sekundäre Pathologie darstellen, und muss dann anders behandelt werden als die primäre Insomnie.

Die Auswirkungen von Schlaflosigkeit

Ein Mangel an Schlaf kann für die betroffenen Personen wahrlich zum Verzweifeln sein. Zum einen ist man andauernd müde, zum anderen führt diese Erschöpfung auch zu Apathie, Konzentrationsschwierigkeiten und Gereiztheit. Wenn man zu wenig Schlaf bekommt, wirkt sich das natürlich unmittelbar darauf aus, wie viel Energie einem zur Verfügung steht, und das kann schwerwiegende Folgen auf der Arbeit und in sozialen Beziehungen haben.

Schlafmangel kann sich auch auf deine Reaktionszeit, Aufnahmefähigkeit und dein Gedächtnis auswirken. Vielleicht bezeichnen sich viele berühmte Menschen als nachtaktiv, aber lass dich davon nicht in die Irre führen. Vermutlich bekommen sie, obwohl sie die Nacht über wach sind, tagsüber genügend Schlaf, auch wenn das für den Großteil der Bevölkerung eher unüblich ist.

Bedenke außerdem, dass manche Jobs flexible Arbeitszeiten haben. Wenn du dich dem Schreiben widmest, ist das nicht das Gleiche, wie übermüdet einen Bus zu fahren. Im ersten Fall ist es nicht so schlimm, etwas weniger Schlaf bekommen zu haben, während es im andern Fall tödliche Folgen haben kann.

Die besten Behandlungsmethoden für Schlaflosigkeit

Wenn du eine ernstzunehmende Episode von Schlaflosigkeit erlebst, in der du tagelang nicht schlafen kannst, kann dir dein Hausarzt Benzodiazepine oder Schlafmittel verschreiben. Allerdings überdecken diese Medikamente das eigentliche Problem nur, da es durch viele verschiedene Faktoren in Umwelt und Verhalten bedingt ist. Deshalb ist es am besten, einen klinischen Psychologen aufzusuchen, der über Erfahrung im Bereich der kognitiven Verhaltenstherapie für Schlaflosigkeit verfügt. Die Techniken, die hier am häufigsten genutzt werden, sind:

  • Stimulus-Kontrolle: Dazu gehört, die Temperatur und den Geräuschpegel deines Schlafplatzes zu kontrollieren und an diesem Platz keine anderen Aktivitäten wie Lernen oder Fernsehen auszuführen. Es empfiehlt sich zwar, vor dem Schlafengehen zu lesen, da es sich dabei um eine schlaffördernde Aktivität handelt, du solltest aber nicht im Bett lesen.
  • Schlaf-Einschränkung: Dies ist eine von Spielman entwickelte Technik, bei welcher der Schlaf einige Tage lang auf einige Stunden pro Nacht eingeschränkt wird, bis die Person so erschöpft ist, dass sie um eine bessere Zeit einschlafen kann. Der Schlaf sollte nicht auf weniger als vier Stunden eingeschränkt werden.

  • Paradoxe Intention: Hier gebt es darum, deinen Wunsch umzukehren. Wenn du eigentlich denkst, dass du schlafen solltest, nimm dir stattdessen vor, wach zu bleiben. Es wurde gezeigt, dass diese paradoxe kognitive Anstrengung schließlich das Einschlafen fördert.
  • Entspannungstechniken wie autogenes Training und progressive Muskelentspannung.
  • Schlafhygiene: Die Schlafhygiene zu verbessern bedeutet, sich geeignete Gewohnheiten anzutrainieren, z.B. weniger Koffein zu sich nehmen, Sport treiben, sich gesund ernähren, Alkohol vermeiden.