Emotionen sind Energie: Sie erschaffen und verändern uns

· 30. August 2016

Unsere Emotionen sind die Aufzeichnungen einer mehrstimmigen Musik, die unser Alltag spielt. Manchmal ist die Musik fröhlich, lebendig und intensiv, doch dann kommt auch wieder mal der Punkt, an dem uns ihre Melodie fesselt, die traurig und voll von Enttäuschungen scheint. Es sind ihre Noten, die uns erfüllen, uns die benötigte Energie liefern, um unsere Realität zu ändern.

Es gibt ein arabisches Sprichwort, das besagt: „Wer einen Blick nicht versteht, versteht auch eine Erklärung nicht.“  In diesem einen Satz steckt so viel Weisheit, denn er veranschaulicht uns die Natur der Emotionen als Universalsprache.

Deine Gefühle können deine große Stärke oder aber deine große Schwäche sein, die deine Existenz vernebelt. Wenn du lernst, sie zu identifizieren und mit ihnen umzugehen, wirst du ein großartiger Bauherr deiner Realität, deines Glückes sein.

Vielleicht interessierst du dich für die Thematik der emotionalen Intelligenz und du hast schon viel darüber gelesen. In diesem Artikel möchte ich dich daher heute gern dazu einladen, die Emotionen von einem anderen Standpunkt aus zu betrachten: als eine Waffe der Macht, als eine Energie, die du kennenlernen und kontrollieren kannst, um viele Aspekte deiner selbst und deiner eigenen Realität neu zu definieren.

Unsere Emotionen erschaffen unsere Realität

Masken

Laut Angaben einer von der Sozialpsychologin Barbara Fredrickson im Review of General Psychology  veröffentlichen Studie (2008), lassen uns positive Emotionen nicht nur zeitweilig gut fühlen, sondern sie dienen auch als Mechanismus des Lernprozesses. Das heißt, dass wir diese Beziehung folgendermaßen beschreiben könnten: Je höher die positive Emotionalität ist, desto besser ist die persönliche Fähigkeit, mit Krisen umzugehen.

Als menschliche Wesen wollen wir alle glücklich sein. Daher ist es notwendig, uns manchmal daran zu erinnern, dass es schon ausreicht, inneren Frieden zu finden und frei vom Groll der Vergangenheit, Hass oder Frust zu sein. Ein freier Verstand ist ein Herz, welches sich selbst erlauben kann, zu lachen.

Auch wenn Emotionen dazu fähig sind, unsere Realität zu ändern, dann hat das nichts mit Zauberei zu tun. Wir dürfen nicht vergessen, dass ein Gefühl nicht nur ein innerer Zustand ist, sondern eine Kombination aus verschiedenen wirkungsvollen Bestandteilen:

  • Wahrnehmung: Sie beschreibt die Art, in der wir alles, was uns umgibt, was wir sehen, fühlen und erleben, verarbeiten. Alles hat für uns eine tiefgründige Bedeutung.
  • Unsere Gefühle und Reaktionsweise: Um das zu verstehen, gebe ich hier ein einfaches Beispiel: Du bist in jemanden verliebt und traust dich nicht, demjenigen das zu sagen. Eines Tages ist es zu spät und dieser Mensch verschwindet aus deinem Leben und damit auch die Möglichkeit, es dem anderen wenigstens mitgeteilt zu haben.

Das Gefühl, das du verspürst, ist Traurigkeit, weil du nicht rechtzeitig reagiert hast, als dieses Gefühl noch positiv und intensiv war. Du hast nicht angemessen gehandelt und deine Realität ist nun wegen einer Bedingung, die du jetzt nicht mehr ändern kannst, in ein anderes Gewand gehüllt: „Und was wäre gewesen, wenn…“

Hochsensible Menschen und ihr wundervolles Gehirn

Manchmal ist es nicht einfach, sich in diese Welt der Reizüberflutung, des Lärms,
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Unser Gehirn – oder auch: ein faszinierender Tanz chemischer Substanzen

Kopf einer Frau in Schmetterlinge gehuellt

Unser Gehirn gleicht einem komplexen Netzwerk, welches jede Sekunde große Mengen an Informationen verarbeitet. Wir verarbeiten sensorische Reize, speichern Erfahrungen, Träume, Beobachtungen, usw. ab. Die Mehrheit dieser Elemente wird von uns gewollt oder ungewollt in unserem Gehirn mit einer bestimmten Emotion verknüpft und verwahrt.

Mein Blick ist immer auf der Suche nach schönen Dingen, die mich umgeben, und wenn ich sie nicht sehe, verschönere ich meine Umgebung. Denn es kostet nichts, zu lächeln, weil es mich keine Anstrengungen kostet, mir zu erlauben, zu vertrauen und mich für Sachen zu begeistern. Ich denke, dass ich es verdiene, glücklich zu sein und mir ein unglücklicher Moment nicht den Tag vermiesen muss.

Oftmals wird unser Gehirn auch als kleines biochemisches Chaos betrachtet, das unseren Gemütszustand aufgrund des Einflusses von Neurotransmittern bestimmt. Diese sind in Wahrheit dafür verantwortlich, unsere Gefühle zu lenken.

Welche Neurotransmitter hauptsächliche unsere Emotionen lenken

Größtenteils werden unsere Gefühle durch folgende Neurotransmitter gelenkt:

  • Dopamin steht bei unserem Lernprozess in Zusammenhang mit freudigen Erfahrungen und dem Belohnungszentrum. Das soll heißen, dass wir dank der Ausschüttung von Dopamin dankbar sind und bei uns ein Gefühl der Freude entsteht, wenn wir etwas gut machen.
  • Serotonin ist seines Zeichens ein Neurotransmitter, der in das Gedächtnis und den Lernprozess involviert ist. Aus diesem Grund ist es wichtig, zu wissen, dass ein Ungleichgewicht des Serotoninspiegels Wut, Angst, depressive Verstimmung und das Gefühl von Panik verstärken kann.
  • Noradrenalin kann in angemessenen Mengen die Kontrolle über Stress und Angst positiv beeinflussen.

Emotionale Energie, um dein Leben zu verändern

Mann greift nach den Sternen

Dr. Fredrickson, die zuvor erwähnt wurde und die Expertin auf dem Gebiet der emotionalen Psychologie ist, klärt uns darüber auf, dass es im Bezug auf positive Emotionen einen interessanten Widerspruch gebe: Ihre Intensität ist von viel kürzerer Dauer als die negativer Emotionen. Einfacher ausgedrückt bedeutet das: Das Gefühl wahrhaften Glücks hält nicht so lange an wie ein Zustand der Traurigkeit.

Da wir das nun wissen, wäre es ratsams, viele positive Erfahrungen „anzuhäufen“, die diesen negativen Gefühlszuständen effizienter entgegenwirken können.

Die Broaden-and-build-Theorie positiver Emotionen

Wie zu Beginn erwähnt, verfügt ein Mensch über stärkere grundlegende Werkzeuge, Krisenzeiten die Stirn zu bieten, wenn er dazu in der Lage ist, viele positive Emotionen anzuhäufen.

  • Experten bezeichnen das als die „Broaden-and-build-Theorie“, die auf dem Bedürfnis basiert, unsere positiven Erfahrungen zu erweitern, um an neue Fähigkeiten zu gelangen.
  • Während hingegen negative Emotionen für gewöhnlich Vermeidung, Verneinung oder Regungslosigkeit zur Folge haben, „erschaffen uns“ positive Gefühle und begünstigen die Verbindung zwischen dem Denken und Handeln.

Wenn wir dieser Theorie folgen, sollten wir Tag für Tag positive Emotionen suchen. Wir sollten uns an den kleinen Dingen des Lebens erfreuen, die es uns ermöglichen, Neues zu erlernen; wir sollten mit anderen in Kontakt treten, spazieren gehen, berühren, fühlen, tanzen, joggen oder ein Buch lesen – das sind die kleinen Bausteine positiver Emotionen, die einen lang anhaltenden Wandel mit sich bringen. Traue dich und beginne gleich heute damit!

Gefühle sind manchmal wie abschweifende unkontrollierbare Sterne: Nur wenn wir sie kennen und sie uns selbst kennen, steigen sie auf und werden zu leuchtenden Sternen, die uns unseren Weg erhellen können.

Kind ueber Laterne