Selbstsabotage oder die Angst vor der eigenen Größe – der Jonas-Komplex

18. Januar 2016 en Psychologie 17 Geteilt

Es gibt nur eine Person, die verhindert, dass du es zu großem Erfolg bringst:
Du siehst sie jeden Tag im Spiegel.

Wir haben eine seltsame Weise, uns einzuschränken und unser Potenzial zu begrenzen. Wir unterziehen uns oft einem abschreckenden inneren Boykott, um uns am Wachsen zu hindern. Ja, wir hindern uns selbst – was für ein Wahnsinn! Vielleicht weißt du schon, wovon ich spreche? Schauen wir uns an, was dahinter steckt.

Warum schränken wir uns selbst ein, wenn wir doch mit einem großem Potenzial geboren wurden?

Vor einigen Jahren hat Abraham Maslow dieses Phänomen den Jonas-Komplex genannt, mit Bezug auf die Bibelstelle, in der Gott Jonas beauftragte, seine Botschaft nach Ninive zu tragen, und Jonas floh, weil er glaubte, nicht in der Lage zu sein, diesen Auftrag erfüllen zu können.

Manchmal initiieren wir buchstäblich einen Gang in die entgegengesetzte Richtung des Erfolges, wissentlich, dass dies der falsche Weg ist. Es ist eine grausame Form der Selbstsabotage und geschieht aus Angst vor unserer eigenen Größe.

Die Dämonen, die den Jonas-Komplex verursachen, sind Furcht und Angst, welche uns hindern, unsere Fähigkeit, erfolgreich zu sein, zu entfalten. Mit anderen Worten: du weißt, was du wert bist, dass du das Zeug hast, und visualisierst deinen Erfolg, aber handelst in einer Weise, von der du ebenfalls weißt, dass diese dir nicht helfen wird, deine Ziele zu erreichen. Du überquerst den Fluss zum Tal der Mittelmäßigkeit, aus Angst, dem Erfolg nicht gewachsen zu sein, und verkennst, dass es deiner eigene Anerkennung bedarf, um die Spitze zu erreichen.

Maslow sagte, dass wir, genau wie wir Angst haben, dass das Schlimmste passiert, ebenso das Beste befürchten.  Vielleicht identifizierst du dich ja auch mit dieser Einstellung: „Ich will nicht alles, aber auch nicht nichts, ich bleibe lieber, wo ich bin.“

Diese Ängste und Sorgen bedeuten, zu befürchten, mehr zu erreichen, als andere erreicht haben, und sich den Aufgaben und Verantwortungen, die jene Größe mit sich bringt, zu stellen. Nicht zu wissen, wie wir uns einen Weg am Horizont bahnen können, arrogant zu sein, zu scheitern.

Eine dunkle Art, unser eigenes Leid zu kreieren. Es ist nicht so, dass wir direkt unseren Erfolg oder die Schmerzen unterdrücken, eher bremsen wir die eigene Freude. Das selbst erstellte Leiden, die Selbstsabotage, ist eine völlig unnötige und schädliche Art von Schmerz.

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Die Überwindung dieses Problems erfordert einen sehr anspruchsvollen Anmarsch. Der einzige Weg, um diese Art des persönlichen Selbstmordes auszurotten, ist unsere Aufmerksamkeit auf den Dämon des Neides, welcher uns durch die Gesellschaft erfasst und im Griff hat, zu richten. Im Neid verbirgt sich die Angst, unsere Ziele nicht zu erreichen, und wenn doch, dass andere uns deshalb ablehnen könnten.

Es gibt zwei Formen, auf den Erfolg anderer zu reagieren: mit Begierde oder mit Bewunderung, und leider neigen wir oft zu Ersterem. Wer wagt es, sich vor angesichts einer solchen Erwartung ausgefallen oder einzigartig zu zeigen? Natürlich nicht alle von uns, und nicht in allen Bereichen, sodass jene, die nicht den Mut aufbringen, unbewusst in der emotionalen Abhängigkeit verbleiben, und sich auf den Entschluss für die Mittelmäßigkeit einlassen.

Das Gefängnis, das jeder von uns für sich selbst kreiert hat, besteht aus jeweils anderen Gitterstäben und verschiedenen Henkern, die vor den Türen stehen, um unsere Atmung und jede Bewegungen beobachten. Klar ist, dass dieses Gefängnis irgendwann zu unserem Grab werden wird, mit der Inschrift, die der verbleibenden Welt offenbart, dass wir weder in Leid, noch in Ruhm und Herrlichkeit, eher unbemerkt, gelebt haben. Wir werden mit dem Gehabten sterben und in den Kleidungsstücken der Mittelmäßigkeit und des emotionalen Komforts begraben.

Es ist notwendig, dass wir unsere Bestrebungen ins Gleichgewicht bringen, und dabei mit den Füßen auf dem Boden bleiben. Die meisten Menschen, „sündigen“ zu viel auf die eine oder andere Weise: die einen schauen zu hoch hinaus, und die anderen scheinen schon ihr eigenes Grab zu schaufeln. Wenn wir die echten Erfolgspersonen beobachten, können wir feststellen, dass diese wussten, wie sie sich hinsichtlich dieses Problems im Gleichgewicht halten konnten, also ihre Ziele zwar hoch zu stecken, aber dabei nicht die Realität zu verlieren.

Den Erfolg zu befürchten, liegt im Wesentlichen an unserer Unfähigkeit, die Unsicherheit zu tolerieren. Wir sind krank vor Sicherheitsbedarf, und verlieren somit das Vertrauen in unsere Bewältigungsfähigkeiten, für die Dinge, die auf uns zukommen werden. Wir wollen alles festgelegt, sicher und tausendfach getestet haben.

Unser Bedarf an Rückversicherung ist bestialisch! Es ist die Art und Weise, wie wir uns angesichts dieses „Giganten namens Erfolg“, bei jedem Schritt mit unseren obsessiven Gedanken verbrüdern. Uns ist nicht bewusst, das hochschauen bedeutet, zu glauben, unten zu sein, und dass wir uns den Luxus leisten, uns minderwertig zu fühlen, etwas, das uns wirklich ein Leben lang bestrafen wird.

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