Schwimme gegen den Strom!

Wenn du nach den Diktaten und Auflagen der Gesellschaft lebst, prägen Frustration und Unzufriedenheit dein Leben. Wage es, gegen den Strom zu schwimmen.
Schwimme gegen den Strom!
Elena Sanz

Geschrieben und geprüft von der Psychologin Elena Sanz.

Letzte Aktualisierung: 21. Dezember 2022

Du tust alles, was du tun solltest, und trotzdem wirst du dieses leere Gefühl nicht los, diese Stimme in dir, die dir sagt, dass dir etwas fehlt. Ist dir das auch schon passiert? Wenn deine Antwort Ja lautet, ist es wahrscheinlich, dass du dich von gesellschaftlichen Vorgaben und den Erwartungen anderer Menschen leiten lässt. In diesem Artikel sprechen wir darüber, wie wichtig es ist, manchmal gegen den Strom zu schwimmen.

Werturteile anderer und auch der Gruppenzwang beeinflussen die meisten von uns. Wir benötigen die Anerkennung unserer Mitmenschen, um uns wohlzufühlen. Wenn die Meinungen anderer jedoch zu laut in deinem Kopf widerhallen, überschatten sie deine eigene innere Stimme. Du wanderst schließlich verwirrt auf deinem Weg, ohne deine eigenen Ziele zu verfolgen. Manche Menschen sind in der Lage, die Ketten zu brechen und auf sich selbst zu hören. Sie vertrauen sich und gehen ihren eigenen Weg.

Der Ursprung der Erwartungserfüllung

Kinder sind der Ausdruck von Unschuld, sie verstecken sich nicht hinter Masken. Sie lernen jedoch im Laufe der Zeit, Erwartungen zu erfüllen und zu verinnerlichen. Ihre Eltern bringen ihnen bei, welche Verhaltensweisen akzeptabel oder unerwünscht sind. Entsprechen sie der Norm, werden sie entsprechend belohnt. Schließlich fügen wir uns auf diese Weise mehr oder weniger angepasst in die Gesellschaft und ihre Forderungen ein.

Wir lernen Manieren, Höflichkeit, Gehorsam, Fleiß, Verantwortungsbewusstsein… wir wissen, wie wir sein, fühlen und handeln müssen, um den gesellschaftlichen Erwartungen zu entsprechen.

Frau geht barfuß und schwimmt gegen den Strom

Die Gesellschaft zeichnet unseren Weg vor, auch wenn dieser jedem von uns als einzigartig erscheint.  Wir wachsen mit dem Gedanken auf, dass wir studieren, einen stabilen und angemessen bezahlten Job finden und eine Familie gründen werden. Außerdem weist uns die Allgemeinheit Geschlechterrollen zu und erwartet von uns, dass wir dementsprechend handeln.

Wo bleiben die Sehnsüchte, die persönlichen Träume und die individuellen Bedürfnisse? Gibt es dafür keinen Platz? Wir werden von der Strömung mitgerissen, die uns nicht dorthin führt, wo wir sein wollen. Gibt es keinen anderen Weg?

Gegen den Strom schwimmen

Manche Menschen profitieren von ihrem Temperament und ihren Lebenserfahrungen, die sie motivieren, ihren eigenen Weg zu gehen. Sie trotzen den Regeln, lassen sich nicht unterwerfen und schwimmen gegen den Strom. Der Preis für diese Freiheit ist jedoch hoch.

Diese mutigen Menschen erhalten keine Unterstützung und keine Motivation aus ihrem Umfeld. Ganz im Gegenteil: Ihre Entscheidungen stoßen auf Unverständnis und Missbilligung, denn die Gesellschaft fordert die Erfüllung der Erwartungen und Regeln. Sie versucht, jedes Individuum zurück auf den gewohnten Weg zu bringen.

Wenn die Projekte dieser mutigen Menschen scheitern, wird der gesellschaftliche Druck auf sie noch größer. Die Berater sind jetzt wieder an ihrer Seite, denn sie wussten schon von Anfang an, dass die Ideen dieser Außenseiter nur  Hirngespinste waren. Viele Träumer oder Visionäre werfen an dieser Stelle das Handtuch und fügen sich ein.

Wage es, die Ketten zu sprengen: Schwimme gegen den Strom!

Wage es, die Ketten zu sprengen: Schwimme gegen den Strom!

Wir sind Individuen mit einzigartiger Bestimmung und Berufung. Es ergibt keinen Sinn, unser Leben auf eine einzige Option zu beschränken, die für alle Menschen gilt. Mit dem Strom zu schwimmen wird früher oder später zu einem großen Gefühl der Frustration und Unzufriedenheit führen. Egal, wie sehr wir versuchen, unsere innere Stimme zum Schweigen zu bringen, wird sie uns immer wieder zuflüstern, dass wir für etwas anderes geboren wurden.

Deshalb gilt es, den Mut aufzubringen, auf die eigenen Wünsche zu hören und die eigenen Ziele zu verfolgen. Vergiss, was andere von dir erwarten und frage dich, was du willst. Schließlich ist dein Leben einzigartig und es ist besser, die Konsequenzen deiner Entscheidungen zu tragen als die Entscheidungen anderer.

Wenn du einen ungewöhnlichen Beruf ausüben willst, bring die Stimme der Angst zum Schweigen und gib dir eine Chance! Du möchtest reisen? Finde einen Weg, um dies zu tun. Entscheide selbst, wohin dich deine Interessen bringen sollen. Lasse dich von denen bestätigen, die das nicht tun, vertraue dir selbst, auch wenn andere nicht an dich glauben. Lass dir von niemandem sagen, wie du leben sollst. Schwimme gegen den Strom, um deinen eigenen Weg zu finden.

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  • Herrera Santi, P. (2000). Rol de género y funcionamiento familiar. Revista cubana de medicina general integral16(6), 568-573.

  • Martínez, A. I. (2002). Temperamento, carácter; personalidad. Una aproxímacíon a su concepto e interacción. Revista complutense de educación13(2), 617.


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