Schönheit liegt nicht in den Augen, sondern in deinem Blick

22. Dezember 2016 en Bücher 111 Geteilt

Jhon Koening beschreibt in seinem Lexikon der dunklen Emotionen das Gefühl, das wir verspüren, wenn wir an einer anderen Person vorbeilaufen und ihren Blick für einen kurzen Augenblick erhaschen. Es scheint, als würde sie uns ausspionieren, oder als spähten wir sie durch ein Loch in der Wand aus. Wir fühlen uns verletzlich.

Dieses Gefühl hat jetzt einen Namen: Opia. Denn es sind nicht die Augen einer Person, die Schönheit ausstrahlen, sondern der Blick.

Wenn man mit dem Zug reist, im Restaurant sitzt, oder durch die Stadt läuft, trifft man auf viele verschiedene Menschen und manchmal tauscht man ein paar Blicke aus. Ohne es wirklich zu merken. Unser Blick sagt viel über uns aus. Er verrät, ob wir traurig, wütend, besorgt oder müde sind. 

„Ich kenne nicht einmal deinen Namen, sondern nur deinen Blick, den du mir verrätst.“

Mario Bendetti

Erfahre, was sich hinter einem Blick verbirgt

Wenn wir jemandem gegenüber sitzen und diese Person fragen, wie sie sich fühlt, und diese Person uns anlächelt, könnten wir in ihrem Blick vielleicht erkennen, das dieses Lachen nicht echt ist, wenn wir ihr in die Augen schauten. Es entspricht nicht dem, was sie wirklich fühlt. Blicke sind Teil einer nonverbalen Unterhaltung und sie verraten uns viel über die andere Person.

Blicke wurden in neurolinguistischen Programmen (NLP) untersucht, die diese Art der Sprache als „Schlüssel zum okulären Erfolg“ verwenden. Bandler und Ginger, die Begründer der NLP haben viele Videos angeschaut, um die Bedeutung von okulären Bewegungen zu entschlüsseln. Sie sind zum klaren Fazit gekommen, dass Menschen verschiedene Teile des Gehirns und verschiedene Sinne nutzen, und das wir an der Bewegung der Augen erkennen, welche. Es gibt vier verschiedene Bearbeitungssysteme:

  • Visuell. Wenn jemand nach oben rechts schaut, kann man verallgemeinert sagen, dass diese Person ein Bild erschafft. Wenn sie nach oben links schaut, dann erinnert sie sich an ein Bild.
  • Akustisch. Jemand, der sich an Geräusche erinnert, schaut nach links. Wenn sie sie erschaffen, dann schauen sie nach rechts. Oft wird diese Augenbewegung von einem geneigten Kopf begleitet.
  • Kinästhetisch. Wenn eine Person nach unten rechts schaut, dann greift sie auf ihre Gefühle zu. Wenn wir traurig sind, dann tendieren wir beispielsweise dazu, nach unten rechts zu schauen.
  • Akustisch-digital. Wenn wir nach unten links schauen, dann reden wir über uns selbst.

„Eine Seele, die mit den Augen sprechen kann, kann auch mit einem Blick küssen.“ 

Gustavo Adolfo Béquer

Doch nicht jeder funktioniert auf diese Weise und manchmal können verschiedene Bearbeitungssysteme kombiniert werden. Also müssen wir darauf achten, das alles nicht zu generalisieren. Um herauszufinden, wie jemand tickt, können wir dieser Person einfache Fragen stellen. Zum Beispiel: „Wie stellst du dir dich selbst in der Zukunft vor?“  Auf diese Weise sehen wir, wie sie auf visuelle Kreationen reagiert und wir erhalten einen Referenzpunkt, von dem aus wir ihre Blicke interpretieren können.

Blaues-Auge

Die Kraft des Blickes

Ein Blick kann auf verschiedene Weisen interpretiert werden, aber er kann auch viele unterschiedliche Gefühle und Emotionen vermitteln. Das Magazin Psycholigy Today  hat 2014 einen Artikel über die Kraft des Blickes veröffentlicht. Die Ergebnisse können in fünf verschiedene Kategorien zusammengefasst werden:

Visueller Kontakt ist aufregend

Wenn wir jemandem direkt in die Augen blicken, dann generieren wir ein Gefühl der Aufregung, auch wenn die Interpretation dieses Blickes von der Situation abhängig ist, in der wir uns befinden. Wenn uns jemand länger anschaut, den wir nicht kennen, dann können wir das als Bedrohung oder Gefahr interpretieren und wir fangen an, Angst zu verspüren. Wenn uns jedoch jemand anschaut, den wir kennen und mögen, dann kann ein intensiver Blick sexuelle Erregung hervorrufen.

Die Augen können verraten, ob ein Lächeln aufrichtig ist oder nicht

Um zwischen einem aufrichtigen und aufgesetzten Lächeln zu unterscheiden, muss man laut dem Psychologen Paul Ekman den Blick einer Person beobachten. Wenn ein Lächeln aufrichtig und echt ist, dann blinzelt die Person und es bilden sich Krähenfüße um die Augenwinkel. 

Weite Pupillen zeigen Interesse

Wenn sich eine Person für etwas oder jemanden interessiert, dann weiten sich ihre Pupillen. Durch diese Weitung wirkt sie attraktiver. Es wurde eine Studie durchgeführt, in der Teilnehmern zwei Fotos einer Frau gezeigt wurden. In einem Foto waren die Augen der Frau retouchiert, damit die Pupillen größer erscheinen. Das Ergebnis war, dass das Foto, in dem die Frau weitere Pupillen zeigt, als das attraktivere angesehen wurde.

Ein-glueckliches-Paar

Ein gegenseitiger Blick ist ein Zeichen von Liebe

Forscher haben herausgefunden, dass gegenseitiges Interesse besteht, wenn man einander intensive Blicke zuwirft. Ein langer Blick zwischen zwei Menschen, die sich bereits kennen, weist auf Zuneigung und Liebe hin.

Visueller Kontakt kann betrügerisch sein

Man sagt, dass Menschen, die lügen, dazu tendieren, wegzuschauen. Doch in Wirklichkeit legt sich jemand, der lügt, richtig ins Zeug, um seinen Zuhörer davon zu überzeugen, ihm zu glauben. Deswegen schauen sie ihren Zuhörer aufmerksamer an. Auf der anderen Seite muss jemand, der die Wahrheit erzählt, nichts beweisen, sodass er sich ablenken lässt und schnell irgendwo anders hinschaut als in die Augen des Zuhörers.

Auch interessant