Vergeben – befreie dich von der Vergangenheit und schaue in die Zukunft

· 14. August 2016

Vergebung ist eine der großzügigsten Arten der Großzügigkeit, die es gibt. Einem Menschen zu verzeihen ist ein beinahe unvermeidbarer Part in allen Beziehungen, die wir führen. Zu vergeben und um Vergebung zu bitten ist befreiend und derjenige, der sich dazu durchringt, besitzt unglaublich viel Mut. Beide verlangen uns viel mehr ab als die Alternativen nicht um Verzeihung zu bitten oder nicht zu verzeihen. Sie sind deshalb die Antwort auf die häufig gestellte Frage: Wie befreie ich mich von der Vergangenheit?

Es gibt Menschen, die nicht vergeben, weil sie denken, dass sie auf diese Weise den anderen nicht von ihrer Schuld freisprechen würden. Doch in Wahrheit leidet derjenige am meisten, der nicht verzeihen kann. Wer es nicht kann, verwahrt den Schmerz in seinem Inneren, der zu einem gefährlichen und unkontrollierbaren Dolch wird, der sich zu jeder Zeit unvorhersehbar in unser Herz bohren kann.

„Wer nicht dazu in der Lage ist, zu vergeben, ist nicht dazu in der Lage, zu lieben.“

Martin Luther King

Nicht zu wissen, wie man verzeiht, führt zu Wut und Groll, was höchstwahrscheinlich zur Folge hat, dass diese Gefühle deine Gedanken beeinflussen. Einem Mitmenschen zu vergeben, der dich verletzt hat, ist nicht einfach. Daher ist es notwendig, sich darüber im Klaren zu sein, wie man vorzugehen hat, um sich von diesen Wunden der Vergangenheit zu befreien und die emotional so niederdrückende Last hinter sich zu lassen.

Zwei Menschen reichen sich die Hände

Wenn Vergebung missverstanden wird

Manche haben eine falsche Auffassung von der Vergebung. Sie glauben, sie sei eine Art Wettkampf, bei dem es Gewinner und einen bestraften Verlierer gibt. Eine irrtümliche Auffassung von Vergebung hat mit den folgenden Punkten zu tun:

  • Den anderen von seiner Tat befreien
  • Nachgeben
  • Die andere Wange hinhalten
  • So tun, als wäre nichts passiert
  • Sich dazu hinreißen lassen, dass die eigene Wut nicht berechtigt ist
  • Sich dazu verpflichten, sich mit jemanden gut zu stellen, bei dem man das Gefühl hat, er könnte einen erneut verletzen

„Nur die wirklich mutigen Geister, verstehen, zu verzeihen. Ein niederträchtiges Wesen vergibt niemals, weil es nicht in seiner Natur liegt.“

Laurence Sterne

Die Vergebung als befreiende Handlung verstehen, die heilt

Doch jemandem zu verzeihen hat rein gar nichts mit den zuvor aufgeführten Punkten zu tun. Die Vergebung hat mit uns selbst zu tun, damit, sich gut zu fühlen und nicht zuzulassen, dass die Bestrafung über die Überlegung und den Lernprozess hinausgeht. Merkmale des Vergebens sind demnach:

  • Sich von Groll oder Hass verabschieden
  • Wunden heilen und Narben verschwinden lassen
  • Eine getroffene Entscheidung, um sich mental ausgeglichener zu fühlen
  • Hilft dabei, sich auf die positiven Aspekte zu konzentrieren
  • Beinhaltet die großartige Möglichkeit, nochmal bei Null anzufangen
  • Sich selbst zu erleichtern: Es ist deine Entscheidung und du solltest nicht vergessen, dass du die Macht über deine Gefühle hast.

Lasse zu, dass die Zeit für dich arbeitet

Wenn du wegen etwas Schmerzen empfindest, erinnere dich daran, dass du Vergangenes nicht ändern kannst und es doch die Gegenwart und die Zukunft sind, die dir die Möglichkeit geben, etwas zu ändern – genauer gesagt: vorzubeugen, zu vermeiden und zu beheben.

Lasse zu, dass deine positive Energie zum Vorschein kommen, ohne Zwang und eine heftige Auseinandersetzung. Lasse zu, dass du den Fokus darauf legst, dass es dir besser geht und lasse nicht zu, dass dein Schmerz dir die restlichen schönen Dinge in deinem Leben vermiest.

Um Verzeihung zu bitten und zu verzeihen ist gleichermaßen befreiend

Kleines Blumensträußchen, um um Vergebung zu bitten
Zu vergeben ist ein großer Akt der Güte uns und auch unseren Mitmenschen gegenüber, der es dir erleichtert, wieder nach vorn zu schauen und zu verstehen, dass es nichts Schädlicheres gibt, als mit sich selbst nicht im Reinen zu sein. Die Person, der verziehen wird, kann daraus eine wichtige Lektion bezüglich Menschlichkeit und Mut lernen, was auch ihre Sichtweise verändern wird.

Der durch eine Enttäuschung verursachte Schmerz ist manchmal unvermeidbar. Doch du solltest ihm auch nicht gestatten, ein ständiger Bestandteil deines Lebens zu sein, denn er wird es sich bei dir so bequem machen, dass er nicht wieder gehen will. Der einzige Mensch, der deine Emotionen kontrollieren kann, bist du. Wenn du dich in die Position begibst, den Schmerz des Geschehnisses immer wieder zu durchleben, überlässt du die Kontrolle über deine Gefühlswelt demjenigen, der dich enttäuscht hat.

„Wir sollten lehren, zu vergeben, aber auch, nicht verletzend zu sein. Das wäre effektiver.“

José Ingenieros

Halte nicht an negativen Gefühlen fest, damit du nach vorn schauen kannst

Befreie dich von negativen Emotionen oder die Wut wird dich erstarren lassen. Wut ist nur ein äußerliches Zeichen von Schmerz, Angst, Schuldgefühlen oder Frust – Gefühle, die du in dem Moment empfindest, in dem du hintergangen wirst. Auch wenn der Schmerz niemals vollständig verschwinden wird, kann dir die Vergebung helfen, dich von dem Zorn zu lösen und dadurch wird es dir besser gehen.

Es gibt nicht nur eine Form der Vergebung: Für manche Menschen ist es leicht, jemandem zu vergeben, und andere hingegen müssen sich anstrengen und härter daran arbeiten, um verzeihen zu können oder es gar zu erlernen. Beispielsweise könnte man zu sich selbst sagen: „Ich werde nicht länger zulassen, dass das passiert und werde meinen Hass, meine Wut oder meinen Groll nicht auf diese Person projizieren.“

Denke immer daran, dass man Geschehnisse nicht ändern kann, aber du kannst darüber entscheiden, wie du mit ihnen umgehst. Dazu musst du einen Dialog mit dir selbst führen und niederschreiben, was dir dein Inneres sagt. Falls alles negativ ist, dann bemühe dich, positive Denkansätze zu finden.

Und letztendlich solltest du niemals vergessen, dass nichts perfekt ist und dass ein Fehler nun mal präsent ist, auch wenn wir noch so sehr versuchen, die Augen davor zu verschließen. Was wir aber beeinflussen können, ist das, was wir daraus machen und wie wir mit dieser Fähigkeit umgehen, damit Enttäuschung und und der damit einhergehende Schmerz so schnell wie möglich aus unserem Leben verschwinden.