Schlafstörungen sind gefährlicher als zu wenig Schlaf

Eine der Auswirkungen von Schlafstörungen sind Depressionen. Häufiges Aufwachen in der Nacht kann ernsthafte Folgen auf deine körperliche und geistige Gesundheit haben. Erfahre mehr in diesem Artikel.
Schlafstörungen sind gefährlicher als zu wenig Schlaf

Letzte Aktualisierung: 02. März 2021

Schlafstörungen können schädlicher sein als zu wenig Schlaf. Das mag schwer zu glauben sein. Erinnerst du dich an eine Nacht, in der du immer wieder aufgewacht bist? Wie hast du dich am nächsten Tag gefühlt? Wahrscheinlich erschöpft, schlecht gelaunt, gleichgültig und unmotiviert.

Schlafstörungen sind häufiger und ernster, als du wahrscheinlich denkst. Nächtliches Aufwachen ist wie ein kleiner Riss in der Struktur deines normalen Schlafzyklus. Wie du wahrscheinlich weißt, folgen diese Schlafphasen ganz konkreten Mustern und Zeiten. Wenn diese unterbrochen werden, wird das Gleichgewicht des Gehirns und andere nächtliche Stoffwechselprozesse gestört.

Gut zu schlafen heißt, gut zu leben. Daher ist es wichtig, alles zu tun, um sicherzustellen, dass du genug Schlaf bekommst. Schließlich ist Schlaf eine biologische Notwendigkeit. Deine körperliche Gesundheit und dein seelisches Wohlbefinden hängen davon ab.

 

Schlafstörungen erzeugen Aktivität im Gehirn

Was sind die Auswirkungen von Schlafstörungen?

Es gibt mehrere negative Effekte von Schlafstörungen. Die meisten frischgebackenen Eltern und Schichtarbeiter sind sich dessen wohl bewusst. Richtigerweise bemisst sich die Qualität des nächtlichen Schlafs über die Anzahl der Stunden, die du schläfst. Genauso wichtig ist die Beständigkeit des Schlafs (Vermeidung von Unterbrechungen).

Häufiges Aufwachen ist eine Schlafstörung. Du kannst beispielsweise um 23 Uhr schlafen gehen und sofort einschlafen. Wenn du jedoch in den nächsten acht Stunden 20 Mal aufwachst, bekommst du keinen gesunden oder erholsamen Schlaf. Leider ist dies eine Realität für Tausende von Menschen.

Werfen wir einen Blick auf einige der Folgen von Schlafstörungen.

Weniger Tiefschlaf bedeutet ein höheres Risiko für Depressionen

Schlafstörungen an drei aufeinanderfolgenden Tagen reichen aus, um sich weniger optimistisch zu fühlen. Das hat eine Studie der Johns Hopkins University in Baltimore ergeben. Patrick Finan, ein Professor für Psychiatrie und Forschungsleiter, erklärt Folgendes:

  • Unterbrochener Schlaf ist schlimmer für deine Stimmung als Schlafmangel.
  • Wenn dein Schlaf in der Nacht unterbrochen wird, verändert das deinen Schlafzyklus.
  • Die Störungen machen es unmöglich, von der Nicht-REM-Phase in die REM-Phase überzugehen. Diese ist jedoch für deinen Körper und dein Gehirn wichtig.
  • Diese Veränderungen reduzieren die Anzahl der Tiefschlafphasen, die das Gehirn erlebt.
  • Die Verringerung der Tiefschlafphasen führt daher zu einem höheren Risiko, an Störungen wie Depressionen zu leiden.

Gedächtnisprobleme und langfristige kognitive Probleme als Folge von Schlafstörungen

Die Auswirkungen von Schlafstörungen können gefährlich sein, besonders wenn sie über längere Zeiträume auftreten. Studien, wie diese von der Gruppe Sleep & Cognition am Netherlands Institute for Neuroscience, zeigen beispielsweise, dass eine der häufigsten Nebenwirkungen von Schlafstörungen Gedächtnislücken sind.

  • Die Struktur des Schlafs sowie die Schlafzyklen sind für die richtige Festigung dessen, was du im Wachzustand lernst, unerlässlich. Dies gilt für alles, was du siehst, fühlst, erlebst, etc.
  • Während des Tiefschlafs und später in der REM-Phase verarbeitet dein Gehirn die täglichen Ereignisse, die im Langzeitgedächtnis gespeichert und richtig verknüpft werden.
  • Andere Nebeneffekte von Schlafstörung sind Konzentrationsprobleme und Unentschlossenheit. Ein Mangel an qualitativem Schlaf verlangsamt auch deine Reaktionszeiten.

Ein weiterer wichtiger Aspekt von Schlafstörungen ist, dass dieser Zustand tatsächlich zu kognitiven Defiziten führt. Dein Gehirn wird weniger leistungsfähig sein. Es bildet weniger neuronale Verbindungen und macht dich anfälliger für neurodegenerative Erkrankungen, wie z. B. Alzheimer.

Migräne als Auswirkung

Schlafstörungen, die Wochen oder Monate andauern, können überdies Kopfschmerzen verursachen. Wahrscheinlich erlebst du das irgendwann in deinem Leben. Die meisten Menschen haben das schon einmal erlebt. Es ist dieses klassische, neblige Gefühl am Morgen, das sich langsam in eine Migräne verwandelt.

Forschungen haben gezeigt, dass Kopfschmerzen eine der häufigsten Nebenwirkungen von Schlafstörungen sind. Dies tritt auf, sofern du beim Schlafen die REM-Phase nicht erreichst. Studien, wie die von der Abteilung für Neurologie an der Universität von Kalifornien, zeigen den Zusammenhang zwischen Schlafstörungen und Migräne. Die Ursache könnte eine genetische Mutation sein. Diese faszinierenden Hinweise auf weit verbreitete Probleme werden von Wissenschaftlern in den kommenden Jahren zweifellos weiter erforscht werden.

Kopfschmerz als Folge von Schlafstörungen

Behandlungen für Schlafstörungen

Oft werden Schlafstörungen durch einen auslösenden Faktor verursacht, den es zu finden gilt. Demzufolge solltest du zum Arzt gehen, wenn du das Gefühl hast, keinen erholsamen Schlaf zu bekommen. Zum Beispiel, wenn du müder aufwachst als du schlafen gegangen bist. Weiters, wenn du Gedächtnislücken sowie Kopfschmerzen hast. Mach dir einen Termin mit deinem Arzt aus.

Das Restless-Legs-Syndrom und Schlafapnoe werden zudem oft mit nächtlichem Aufwachen in Verbindung gebracht. Ein weiterer häufig auftretender Faktor ist Stress. Es ist leicht, zu rezeptfreien Schlaftabletten zu greifen, anstatt die Ursache des Problems zu beheben. Jedoch ist dies nicht empfehlenswert.

Die Einführung gesunder Lebensgewohnheiten und die Einschränkung der Nutzung von technischen Geräten zwei Stunden vor dem Schlafengehen können helfen, nächtliches Aufwachen zu reduzieren. Wie auch immer du vorgehst, behandle Schlafprobleme so schnell wie möglich, bevor sie zu einem chronischen Problem werden.

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