Das Restless-Legs-Syndrom und der motorische Kortex

28 August, 2020
Vor allem während der Nachtruhe leiden Betroffene an unangenehmen Beschwerden wie Kribbeln, Zuckungen und Schmerzen in den Beinen.

Das Restless-Legs-Syndrom (RLS) zählt zu den Hyperkinesen (pathologisch gesteigerte Beweglichkeit). Betroffene spüren in den Beinen Zuckungen, Kribbeln und Schmerzen, wobei diese Symptome in der Ruhephase besonders ausgeprägt sind. In seltenen Fällen machen sich die Beschwerden in den Armen und Händen bemerkbar.

Erfahre heute mehr über diese Störung des extrapyramidalmotorischen Systems.

Mann, der auf dem Bett leidet unter unruhigem Beinsyndrom sitzt.

Es ist halb eins in der Nacht. Du versuchst zu schlafen, aber es ist unmöglich. Beim Einschlafen macht sich in deinen Beinen ein Kribbeln bemerkbar. Du musst sie bewegen, doch wenige Minuten später sind die Beschwerden erneut vorhanden. Du stehst auf und gehst in deinem Zimmer hin und her und massierst deine Beine. Das Kribbeln lässt nach und du kannst endlich schlafen. Kommt dir das bekannt vor?

Restless-Legs-Syndrom: Was ist das?

Das US-amerikanischen Nationalen Institut für neurologische Störungen und Schlaganfall (NINDS) bezeichnet das Restless-Legs-Syndrom als sensorisch-motorische Störung, die fünf diagnostische Hauptkriterien erfüllt:

  • Ein sehr starkes Bedürfnis, die Beine zu bewegen, das häufig mit abnormalen, unangenehmen oder schmerzenden Empfindungen verbunden ist.
  • Zunehmen der Beschwerden in der Ruhephase oder bei Inaktivität.
  • Bewegungen können die Beschwerden (vorübergehend) lindern.
  • Abends und in der Nacht sind die Symptome schlimmer.
  • Es liegen keine andere medizinischen oder verhaltensbedingten Ursachen für die genannten Beschwerden vor.

Restless-Legs-Syndrom und der motorische Kortex

Zu den Ursachen für dieses Syndrom zählen Eisenmangel sowie die Einnahme von trizyklischen Antidepressiva und selektiven Serotonin-Wiederaufnahmehemmern, Lithium und Koffein. Neuere Entdeckungen weisen allerdings darauf hin, dass auch eine abnormale motorische Kortexfunktion der Auslöser für die unangenehmen Beschwerden sein kann.

Forscher der Johns Hopkins University entdeckten eine mögliche Ursache für dieses Syndrom: Die Hyperaktivität des motorischen Kortex.

Rachel Salas von der John Hopkins University versichert, dass “die Region des Gehirns, welche die Beine kontrolliert, eine erhöhte kortikale Erregbarkeit im motorischen Kortex aufweist.

Mädchenbeine im Bett.

Behandlung

Pharmakologische Behandlung

  • Antikonvulsiva, insbesondere Gabapentin und Carbamazepin.
  • Opioide können auch aufgrund ihrer analgetischen Wirkung eingesetzt werden.

Nicht pharmakologische Behandlung

  • Gesunde Schlafroutine und regelmäßige Schlafzeiten
  • Reduzierung oder Verzicht auf den Konsum von Koffein, Alkohol und Nikotin
  • Regelmäßige sportliche Aktivitäten

Fazit

Das Restless-Legs-Syndrom (RLS) muss noch besser erforscht werden, um die Lebensqualität der Patienten zu verbessern. Wenn die Symptome verringert werden könne, verbessert sich die Schlafhygiene und Schlafqualität. Damit können Betroffene auch Schläfrigkeit, Müdigkeit, Schlaflosigkeit und Stimmungsschwankungen lindern.