Reife und emotionaler Masochismus – Was sind die Unterschiede?

· 26. Januar 2016

„Die erste Pflicht eines jeden Menschen ist, glücklich zu sein.
Die zweite ist es, andere glücklich zu machen.“

Cantinflas

Wenn wir durch einige belastende Ereignisse in unserem Leben gegangen sind, können wir vermuten, dass unsere jeweiligen Bewältigungsstrategien uns haben reifen lassen. In anderen Fällen jedoch haben sie uns ängstlicher und zerbrechlicher gemacht.

Zu leugnen dass wir emotionale Wesen sind, hieße, einen großen und wichtigen Teil des Erwachsenseins auszublenden.

Wir werden daher versuchen, die Situationen, in denen du mit emotionaler Reife handelst, von solchen, in denen diese Reife fehlt, zu unterscheiden.

1. An sich selbst zu denken ist nicht egoistisch, es ist wichtig für dein Glück und für die Menschen um dich herum.

Sei wählerisch mit den Menschen und der Art, wie du dich selbst emotional mit ihnen verbindest. Eine negative Person in deiner Umgebung kann dich mit ihrer Welle des Pessimismus und ihrem Mangel an Energie leicht anstecken.

Du bist ein Freund, Sohn, Kollege oder Partner, aber kein begabter Berufspsychologe, der mit allen Werkzeugen bestückt ist, um eine Person aus ihrem pseudo-depressiven Zustand herauszuholen.

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Manchmal ist es sehr gesund, bestimmte Gespräche abzubrechen, und die Tür zu schließen, um einen Spaziergang zu machen, Musik zu hören und dich lieber auf die Verbesserung deines eigenen Lebens zu konzentrieren, als auf das der anderen.

Wenn du versuchst, alles abzudecken und empfindlich auf die Situationen des Anderen reagierst, dich diese garemotional vereinnahmen können, wirst wahrscheinlich du demnächst derjenige sein, der Hilfe gebrauchen könnte.

Du bist deshalb nicht grausam, sondern lediglich jemand, der auch seine emotionalen Grenzen hat.

2. Unaufhörlich über ein Problem zu grübeln, bedeutet nicht, dass du damit beschäftigt bist, es zu lösen.

Man hat uns immer gesagt, dass wir über unsere Probleme und über uns selbst reflektieren sollten, um Lösungen zu finden, aber wo ist die Grenze, den Geist damit zu beschäftigen? Ist es nicht so, dass wir damit die Aufmerksamkeit für das Leben vernachlässigen?

Eine hilfreiche Metapher, um diese Tatsache zu erkennen:

„Stell dir vor, dass du mit verbundenen Augen in eine Grube fällst. Du hast kein Werkzeug außer einer Schaufel, um aus der Grube herauszukommen, und du hast auch keine gute Strategie, um in die richtige Richtung zu starten. Es kommt dir keine andere Idee, aus dem Loch zu kommen, als zu schaufeln und zu schaufeln. Du hast also etwas unternommen, um dieser Situation zu entkommen, aber in Wirklichkeit wird die Grube mit dem Schaufeln immer größer und du sinkst immer tiefer.“

Diese Metapher gilt der übermäßigen geistigen Anstrengung, um ein Problem oder Dilemma zu lösen. Wir bemerken dabei nicht, dass unsere Gedanken dabei eigentlich schon ein „Verbündeter“ des Problems sind, und sogar dazu beitragen, uns weiter in dieser unangenehmen Situation zu fangen.

Denk nach, es kostet nichts. Es nicht zu tun, kann dagegen sehr teure Folgen haben. Aber immer in Maßen.

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3. Man muss unangenehme Ereignisse weder verleugnen, noch um jeden Preis vergessen. Wir müssen sie akzeptieren und zulassen, dass sie da sind, nur sollten wir die Negativität, die sie hervorrufen, wenn wir sie erinnern, abschütteln.

Viele Leute behaupten, dass das Leben mit einem „internen Reset-Knopf“, der alles Schmerzhafte und Traurige in unserer Geschichte löschen kann, einfacher wäre.

Wenn wir diesen magischen Knopf besitzen würden, gingen wir aber auch ohne jeden Spaß durchs Leben.

Wieder und wieder neue Fehler zu begehen gehört dazu, auch wenn wir bereits Reife erlangt haben. Wir wären keine einzigartigen und individuellen Wesen, sondern nur Kopien der Erwartungen der Gesellschaft, wie eine friedliche und glückliche Person sein sollte.

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Aber Ruhe und Weisheit kommen nicht durch die Abwesenheit von Fehlern, oder der Anstrengung, sie zu verdecken, auch nicht durch Groll und Bitterkeit, um ihnen ja keine Nische in unserer „Psyche“ einzurichten.

Emotionaler Masochismus bedeutet, diese Fehler immer und immer wieder in Gedanken durchzukauen und den inneren Frieden damit zu vergiften. Unreife dagegen ist, ihnen nicht genug Bedeutung zu schenken und die Bereitschaft zu haben, aus ihnen zu lernen.

Emotionale Reife wäre letztendlich, die eigenen Irrtümer zu akzeptieren, ihre Lehren zu integrieren, und nicht nur zu vermeiden, denselben Fehler wieder zu begehen, sondern die gewonnene Weisheit auch in anderen Angelegenheiten anzuwenden.