Reaktiv oder proaktiv? Die Einstellung zu Problemen macht den Unterschied

Manchmal sitzen wir in der Falle, aber wenn wir in der Lage sind, Problemen mit einer proaktiven Haltung zu begegnen, können wir bessere Lösungen finden.
Reaktiv oder proaktiv? Die Einstellung zu Problemen macht den Unterschied

Geschrieben von Redaktionsteam

Letzte Aktualisierung: 06. August 2022

Unsere Einstellung zu Problemen ist ein klares Spiegelbild unserer Persönlichkeit. Manchmal sind Ressourcen, Ratschläge und Strategien zur Bewältigung von Schwierigkeiten unwichtig. Wenn der Charakter durch Impulsivität, vorschnelles Handeln oder den Glauben zu scheitern geprägt ist, fällt es schwer, eine Lösung zu finden.

Der Schriftsteller und Journalist Henry-Louis Mencken pflegte zu sagen, dass es für jedes Problem eine einfache Lösung gibt, eine plausible und eine eindeutig falsche. Um in jeder Herausforderung einen einfachen, originellen und vorteilhaften Ausweg zu sehen, müssen wir primär einige Veränderungen in uns selbst vornehmen. Vergiss jedoch nicht, dass du dies nicht über Nacht erreichen kannst.

Zum besseren Verständnis sehen wir uns ein Beispiel an. Stelle dir eine Person vor, die unter hohem arbeitsbedingten Stress leidet. Sie fühlt sich unterbewertet und leidet gleichzeitig unter Mobbing. Trotzdem geht sie immer jeden Tag pünktlich zur Arbeit. Das Umfeld, die Familie und die Freunde raten der Person, zu kündigen und sich für einen anderen Job zu entscheiden, aber sie tut das nicht.

Es gibt Situationen, in denen Ratschläge nicht helfen. Gute Absichten oder das Anbieten wertvoller Strategien zum Erreichen von Wohlbefinden spielen keine Rolle. Wie Albert Ellis richtig sagte, muss die Veränderung bei jedem selbst beginnen. Du musst dich mit deinen Gedanken, deiner Persönlichkeit, deinen Überzeugungen und deinem inneren Universum auseinandersetzen, das oft so chaotisch, komplex und sogar vernachlässigt ist.

Im Gedankenlabyrinth: Die Einstellung zu Problemen macht den Unterschied

Unsere Einstellung zu Problemen ist alles

Probleme sind wie ein Labyrinth: Du kannst dich darin verirren oder sie als Herausforderung annehmen, um dich selbst zu testen, zu lernen und eine Veränderung herbeizuführen, die dir nützt. In diesen Fällen gibt es eine fast magische Komponente, auf die es ankommt: die Einstellung. In den meisten Fällen, und fast ohne es zu wissen, nutzen wir jedoch Einstellungen, die eindeutig dysfunktional sind.

Um die Auswirkungen dieser psychologischen Dimension auf unser tägliches Leben zu verstehen, muss man zunächst wissen, woraus Einstellungen bestehen. Eine von Dr. Icek Ajten an der Universität von Massachusetts durchgeführte Studie zeigt, dass nur wenige Bereiche unserer menschlichen Natur so komplex sind.

Unsere Einstellungen werden durch unsere Werte, unsere Erfahrungen und die Lektionen, die wir gelernt haben, genährt. Sie werden auch von Emotionen wie unseren tiefsten Ängsten und von kognitiven Prozessen wie Gedanken, Vorurteilen und einschränkenden Vorstellungen beeinflusst. Einstellungen können also der beste Impuls sein, um Hindernisse zu überwinden, oder ein Anker, der uns auf der Insel des Unglücks gefangen hält.

Reaktive Menschen, eine schlechte Strategie, um Problemen zu begegnen

“Ich bin nicht perfekt, aber ich bin genug”, sagte der Psychotherapeut und Begründer der humanistischen Psychologie Carl Rogers. Die Erkenntnis, dass wir nicht perfekt sind, aber dennoch unsere besten Verbündeten sein können, ist immer ein guter Ausgangspunkt. Die Ironie der Sache ist jedoch, dass wir in vielen Fällen unsere eigenen schlimmsten Feinde sind.

Es gibt Menschen, die, ohne es zu merken, eine reaktive Haltung gegenüber Problemen einnehmen. Sie agieren (reagieren) wie ein Blatt im Wind ohne Kontrolle. Sie nehmen die Schläge, die das Leben bringt, einfach passiv hin, ohne sie vorherzusehen und ohne Bewältigungsstrategien anzuwenden.

Personen mit dieser Haltung haben bestimmte Eigenschaften:

  • Sie lassen sich von ihren Gefühlen überwältigen. Es ist die Annahme, dass ein Problem eine Sackgasse ist, und das erzeugt Frustration, Wut und Hilflosigkeit. Diese Emotionen durchdringen am Ende alles und wirken sich auf alle anderen Lebensbereiche und Beziehungen aus.
  • Eine reaktive Haltung gegenüber Problemen ist typisch für einen unflexiblen Geist. Das sind Menschen, die bei jeder Schwierigkeit einen Tunnelblick haben, nur das Problem sehen und sich nicht in der Lage fühlen, sich auf Optionen zur Lösung des Problems zu konzentrieren.
die Einstellung zu Problemen ist grundlegend

Proaktiv sein: die beste Einstellung zu Problemen

Proaktivität ist unsere beste Einstellung zu Problemen. Es ist eine große Kraft, die es uns ermöglicht, mehr Kontrolle über unser Leben zu erlangen, Schwierigkeiten vorauszusehen und eine kreative Gegenwart und Zukunft zu planen, die unseren Bedürfnissen entspricht. Was bedeutet es, proaktiv zu sein, und wie können wir eine proaktive Haltung formen, gestalten oder fördern?

  • Proaktivität bedeutet, eine Denkweise zu aktivieren, die kleine alltägliche Probleme erkennt, um sie so schnell wie möglich zu lösen. Es geht darum, zu verstehen, dass das, was dich heute beunruhigt, ärgert oder stört, nicht auf morgen verschoben werden kann.
  • Die Einstellung zu Problemen aus einer proaktiven Perspektive bedeutet, dass jedes Problem eine gute Lernmöglichkeit ist. Es geht darum, Schwierigkeiten aus einem ruhigen emotionalen Zustand heraus zu sehen, ohne ängstlich zu werden und zu blockieren.
  • Proaktiv zu sein bedeutet, eine Persönlichkeit zu entwickeln, in der man sich selbst kennt, schätzt und auf sein Potenzial vertraut. Es bedeutet zu wissen, dass du das Beste im Leben verdienst. Deine Mentalität konzentriert sich auf das Hier und Jetzt und vertraut gleichzeitig auf eine bessere Zukunft.
  • Unsere Einstellung zu Problemen muss immer positiv, diszipliniert und flexibel sein. Dies bedeutet, keine Angst vor Veränderungen zu haben, aus Fehlern zu lernen und zu wissen, wie man Pläne schmiedet, damit sich solche Fehler nicht wiederholen.

Einige Tipps, wie du deine Einstellung zu Problemen ändern kannst

Die Theorie ist schön und gut, aber wie lässt sie sich auf den Alltag übertragen? Hier sind einige praktische Tipps:

  • Verkleinere die Probleme: Manchmal scheinen Schwierigkeiten alles um sie herum zu verschlingen. Versuche also, das Problem in einem einzigen Satz zusammenzufassen und arbeite daran.
  • Trainiere deine Frustrationstoleranz: Oft lassen sich Probleme nicht beim ersten Mal lösen, selbst wenn du tief durchatmest. Wenn du an diesem Aspekt arbeitest, wirst du die Fähigkeit haben, ruhig zu bleiben, bis das Problem gelöst ist.
  • Stütze dich auf andere: Auch wenn die persönliche Entwicklung eine Einbahnstraße ist, hat der soziale Aspekt einen großen Einfluss auf sie. Zögere nicht daran, Hilfe zu suchen.
  • Verliere nicht aus den Augen, wo du gerade stehst: Wenn du zu weit in die Zukunft oder in die Vergangenheit blickst, denkst du an das, was sein könnte (oder was nicht mehr ist), anstatt an das, was du in der Hand hast zu denken und aus dem Trott herauszukommen.

Wie Henry Ford zu Recht sagte, neigen Menschen dazu, viel Zeit und Energie darauf zu verwenden, Probleme zu vermeiden. Wir vergessen vielleicht, dass es nicht darum geht, sie zu vermeiden, sondern mit ihnen umzugehen. Wenn du deine Einstellung zu Problemen änderst und proaktiv bist, ist das Leben einfacher und du fühlst dich besser.

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