Projekt MKUltra: Das CIA-Programm zur Gedankenkontrolle

4. November 2019
Die CIA brachte das Projekt MKUltra in seinem Bestreben voran, Menschen zu kontrollieren. Der Zweck war es, Grausamkeitsmethoden an Menschen zu testen, um die verwundbaren Punkte ihres Geistes zu finden. Außerdem wollte die CIA auch Wege finden, um uns zu kontrollieren und zu manipulieren.

Selbst heute schaudern wir noch bei der Erinnerung an die empörenden Experimente, die die Nazis an Menschen durchgeführt haben. Ihr Ziel war es, Mechanismen zu finden, um die Gedanken der Menschen zu kontrollieren. Was allerdings nur wenige wissen, ist, dass ähnliche Experimente mit noch dunkleren Verfahren in den Vereinigten Staaten stattfanden. Eines davon war das CIA-Programm zur Gedankenkontrolle, das unter dem Namen Projekt MKUltra bekannt ist.

Der Zweite Weltkrieg stellte eine Änderung der militärischen Strategie dar. Spionage war noch nie so wichtig gewesen, wie zu dieser Zeit. Die Änderungen fanden statt, da die beteiligten Kriegsparteien sich des Wertes der Informationen ihres Feindes bewusst wurden. Sie wollten wissen, wie es sich von ihrer eigenen Angriffsstrategie abhob.

Ebenso bewies Hitler selbst, dass er den menschlichen Verstand kontrollieren und Millionen von Menschen dazu manipulieren konnte, Dinge zu tun, die jeder Mensch, der bei normalem Verstand war, abgelehnt hätte. Zum Kriegsende hin, wurde die Beschaffung von Informationen und die Manipulation des Geistes zu einem der größten Anliegen der Vereinigten Staaten. Auf diese Weise entstand das Konzept für das Projekt MKUltra.

Was war das Projekt MKUltra?

Zu Beginn von Projekt MKUltra wurde in den 50er Jahren auch viel über „Gehirnwäsche“ gesprochen.

Es ist sehr schwierig, genau zu wissen, worum es bei dem Projekt MKUltra ging. Nachdem die Presse Ende der 60er und Anfang der 70er Jahre davon erfahren hatte, befahl die CIA, alle Akten in Bezug auf das Projekt zu vernichten. Das Einzige, was übrig blieb, war ein dürftiger Stapel von Dokumenten.

Doch es war genau diese kleine Datenbank, mit deren Hilfe einige Leute rekonstruierten, was damals passierte. Außerdem haben mehrere Opfer ihre Aussagen zu den Ermittlungsbemühungen hinzugefügt. Genau genommen werden wir jedoch nie genau wissen, wie das Projekt MKUltra entstanden ist. Es enthielt 150 Aktionslinien, von denen wir nur zwei oder drei kennen.

Durch die spärlichen Informationen, die vorliegen, wissen wir, dass sie mit den Wirkungen von psychoaktiven und neurologischen Drogen an Menschen experimentiert haben. Darüber hinaus wurden auch andere Methoden genutzt, die die sogenannten Forscher bei Tausenden von Menschen, ohne deren Zustimmung, anwandten.

Der Zweck war es, die Wirkung solcher Drogen auf die Menschen zu beobachten, um herauszufinden, ob sie sie manipulieren können, um zu enthüllen, was sie wissen oder um festzustellen, ob sie möglicherweise ihre Meinung auf Befehl ändern können.

Mit Menschen experimentieren

Den verfügbaren Daten zufolge stellten die Verantwortlichen des Projekts MKUltra Medikamente,  wie LSD, auf unterschiedliche Weise und in unterschiedlichen Dosierungen zur Verfügung, um das Verhalten der „verseuchten Personen“ zu bestimmen.

Sie versuchten auch andere Methoden, wie Elektroschock und Hypnose. Zu Beginn von Projekt MKUltra wurde in den 50er Jahren auch viel über „Gehirnwäsche“ gesprochen.

Wir wissen auch, dass die CIA die Auswirkungen verschiedener Foltermethoden getestet hat. Manchmal zwangen sie die „Freiwilligen“, einige Tage wach zu bleiben, während die Kontrolleure ihnen wiederholt unterschwellig Botschaften vorspielten. Ein anderes Mal setzten sie systematisch Elektroschocks oder sogar synthetische Drogen in großen Mengen ein.

Projekt MKUltra und psychiatrische „Freiwillige“

Der Psychiater Donald Ewen Cameron war einer der aktivsten Mitwirkenden am Projekt MKUltra.

Der wohl erschreckendste Teil von Projekt MKUltra war der, wie die CIA Tausende von Menschen dazu verleitete, daran teilzunehmen. Grundsätzlich erhielten sie ihre „Versuchskaninchen“ auf zwei Arten.

Die erste Art, um Menschen für die Teilnahme zu gewinnen, richtete sich an psychiatrische Krankenhäuser. Dabei wurde den Patienten mitgeteilt, dass sie sich freiwillig für neue experimentelle Therapien melden. Natürlich wusste keiner der Insassen dieser Krankenhäuser, dass die CIA die Experimente durchführte oder dass mehrere ehemalige Nazis zu den „Experten“ gehörten.

Tatsächlich war der Psychiater Donald Ewen Cameron einer der aktivsten Mitwirkenden am Projekt MKUltra. Er wurde später der erste Präsident der World Psychiatric Association. Außerdem war er Präsident der American Psychiatric Association, sowie der Canadian Psychiatric Association.

Andere „Freiwillige“

Die CIA testet nicht nur an geisteskranken Patienten in ihren Experimenten. Mehrere tausend weitere Bürger, die meist als „normal“ betrachtet wurden, fielen ebenfalls dem Projekt MKUltra zum Opfer. Sie wurden in der Armee, an Universitäten, öffentlichen Krankenhäusern, Bordellen, Hospizen und ziemlich überall sonst rekrutiert.

Viele Menschen erklärten sich bereit, an diesen Tests, unter dem Versprechen einer geringen finanziellen Belohnung, teilzunehmen. Sie wurden jedoch nie über den wahren Zweck solcher Experimente informiert.

Viele dieser Freiwilligen haben die grausamen Experimente nicht überlebt. Andere trugen bleibende Hirnschäden davon. Der bekannteste Fall war der von Frank Olson in den Vereinigten Staaten. Außerdem entschädigte die kanadische Regierung hunderte Menschen, um den Aufruhr zu beruhigen.

Durch den investigativen Journalismus kam ans Tageslicht, was geschehen war. Dann bildete der US-Kongress eine Kommission, um die Fakten zu untersuchen. Am Ende gelang es ihnen im Jahr 1973 lediglich, die Dokumente zu deklassifizieren. Aus diesem Grund befahl die CIA, die Archive zu vernichten.

Das Projekt MKUltra zeigt, inwieweit Regierungsbehörden in der Lage sind, sich durchzusetzen. Erstaunlicherweise fanden diese Experimente nicht in einer Diktatur statt, sondern in einem Land, das stolz darauf ist, der Verfechter der Demokratie in der Welt zu sein.

Die beunruhigendste Frage ist nun, ob ähnliche Experimente an anderen Orten durchgeführt werden, von denen wir noch nichts gehört haben.

  • Frattini, E. (2012). CIA. Joyas de familia: Los documentos más comprometedores de la Agencia, por fin al descubierto. Grupo Planeta Spain.