Pregabalin: Wirkungen und Nebenwirkungen dieses Medikaments

28. Oktober 2019
Hast du schon einmal von Pregabalin gehört? In unserem heutigen Artikel werden wir dir erklären, was es ist, wie es wirkt und welche Nebenwirkungen es haben kann.

Die Behandlung mit Pregabalin hat sich bei Patienten mit neuropathischen Schmerzen als wirksam erwiesen und verbessert nachweislich ihre Lebensqualität. In unserem Artikel werden wir dir die Wirkungsweise dieses Medikaments und auch seine Nebenwirkungen genauer erläutern.

Pregabalin, das auch unter dem Markennamen Lyrica bekannt ist, ist ein Antiepileptikum, das zur Behandlung neuropathischer Schmerzen eingesetzt wird, welche durch Erkrankungen wie diabetische Neuropathie oder postherpetische Neuralgie (Post-Zoster-Neuralgie) hervorgerufen werden.

Momentan stellt die Behandlung von neuropathischen Schmerzen eine der größten Herausforderungen in der Medizin dar. Der Grund hierfür ist der, dass diese Schmerzen durch gängige Analgetika nicht gelindert werden können. Außerdem wissen wir kaum etwas über ihre kausale Pathologie.

Was ist Pregabalin?

Pregabalin ist ein Derivat der gamma-Aminobuttersäure (GABA). GABA ist der wichtigste inhibitorische Neurotransmitter in unserem zentralen Nervensystem und wirkt, indem er die Aktivität unseres Gehirns verlangsamt. Obwohl Pregabalin ein Antiepileptikum ist, wird es von Wissenschaftlern auch als neuromodulatorisches Medikament klassifiziert. Es entstand aus Gabapentin und wurde zur Behandlung peripherer neuropathischer Schmerzen indiziert.

Pregabalin ist ein Medikament mit linearer Pharmakokinetik, die sich nicht individuell verändert. Außerdem bindet es keine Plasmaproteine und wird nicht in den Nieren verstoffwechselt, sondern direkt durch den Urin ausgeschieden. Aufgrund dieser Eigenschaften treten nur wenige Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten auf.

Die analgetische Wirkung von Pregabalin setzt bereits in den ersten Tagen der Anwendung ein und hält für lange Zeit an.

Pregabalin - Kapseln

Behandlung mit Pregabalin

Pregabalin wird zur Behandlung folgender Erkrankungen eingesetzt:

  • Neuropathische Schmerzen. Ärzte empfehlen Pregabalin zur Behandlung von peripheren und neuropathischen Schmerzen bei Erwachsenen.
  • Epilepsie. Pregabalin wird als Ergänzungsbehandlung von Erwachsenen bei partiellen Anfällen mit oder ohne sekundäre Generalisierung eingesetzt.
  • Generalisierte Angststörung. Pregabalin wird auch zur Behandlung generalisierter Angststörungen bei Erwachsenen verschrieben.

Die dosisabhängige Wirksamkeit von Pregabalin wurde in placebo-kontrollierten Studien nachgewiesen. Es lindert Schmerzen und verbessert den Schlaf. Außerdem trägt das Medikament dazu bei, die Lebensqualität von Patienten, die an neuropathischen Schmerzen leiden, in vielerlei Hinsicht zu verbessern. Besonders wirksam ist das Medikament bei der Behandlung diabetischer Neuropathie oder postherpetischer Neuralgie.

  • Diabetische Neuropathie ist eine Störung des Nervensystems, die durch Diabetes hervorgerufen wird.
  • Postherpetische Neuralgie ist ein andauernder neuropathischer Schmerz, der im Dermatom auftritt, nachdem eine akute Gürtelrose abgeklungen ist. Häufig hält dieser Schmerz nach dem Verschwinden der Hautläsionen bis zu drei Monate an.

Wie genau wirkt dieses Medikament?

Pregabalin ist ein Ligand einer Hilfs-Untereinheit von spannungsabhängigen Calcium-Kanälen in unserem zentralen Nervensystem. Allerdings verstehen Wissenschaftler weder die exakte Wirkungsweise noch die ablaufenden Interaktionen.

Die analgetische Wirkung von Pregabalin beruht auf seiner Fähigkeit, sich besser an diese Protein-Untereinheit zu binden als Gabapentin. Dies ist ein weiteres Antiepileptikum, welches ebenfalls zur Behandlung chronischer neuropathischer Schmerzen und Fibromyalgie bei Erwachsenen eingesetzt wird. Daher sind die pharmakologischen Profile der beiden Substanzen sehr ähnlich.

Durch die Bindung an diese Untereinheit wird moduliert, wie die Calcium-Ionen in die spannungsabhängigen Kanäle gelangen. Dadurch reduziert sich die Ausschüttung von exzitatorischen Neurotransmittern wie Glutamat, Noradrenalin und Substanz P.

Aufgrund der reduzierten Ausschüttung dieser Neurotransmitter verringert sich die neuronale Erregbarkeit in verschiedenen Bereichen des Nervensystems. Dies ist besonders in den Bereichen der Fall, die mit Erkrankungen wie neuropathischen Schmerzen, Epilepsie oder Angststörungen in Zusammenhang stehen. Obwohl Pregabalin ein Derivat der gamma-Aminobuttersäure (GABA) ist, interagiert es nicht mit den GABA-A oder -B-Rezeptoren. Außerdem hat es auch keinen Einfluss auf deren Wiederaufnahme. Daher kann es auch keine gamma-aminobutrischen Wirkungen entwickeln.

Pregabalin - Nackenschmerzen

Mögliche Nebenwirkungen

Die häufigsten Nebenwirkungen, die bei der Einnahme von Pregabalin auftreten können, sind:

  • Schwindel
  • Schläfrigkeit, Müdigkeit
  • Kopfschmerzen
  • Nasopharyngitis
  • Vermehrter Appetit
  • Gewichtszunahme
  • Euphorische Stimmung
  • Verwirrung
  • Reizbarkeit
  • Desorientierung
  • Schlaflosigkeit
  • Verminderte Libido
  • Erektile Dysfunktion
  • Verschwommene Sicht
  • Diplopie (Doppelsicht)
  • Schwindel
  • Gastrointestinale Störungen
  • Muskelkrämpfe
  • Rücken- und Gliederschmerzen

Obwohl dieses Medikament eine Vielzahl an möglichen Nebenwirkungen haben kann, solltest du wissen, dass die meisten von ihnen vorübergehend sind und dem Patienten keine größeren Beschwerden verursachen werden. Daher ist auch die Anzahl der Patienten, die die Behandlung vorzeitig abbrechen, sehr gering. Bei manchen Patienten sind nach dem Absetzen des Medikaments Entzugssymptome aufgetreten. Daher wird empfohlen, dass die eingenommene Dosis schrittweise reduziert wird, um mögliche Komplikationen zu vermeiden.

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