Schlaganfall: Typen und Ursachen

· 5. Dezember 2018

Ein Schlaganfall ist eine zerebrovaskuläre Insuffizienz, ein Störung der Blutversorgung des Gehirns. Schlaganfälle sind die Ursache vieler neurologischer Defizite, vor allem im hohen Lebensalter. Darüber hinaus sind Schlaganfälle nach Herzerkrankungen und Krebs die dritthäufigste Todesursache in der Welt.

Neurologische Veränderungen, die durch eine Störung der Blutversorgung hervorgerufen werden, haben mitunter schwere Konsequenzen, denn unser Gehirn ist auf einen stetigen Blutfluss angewiesen. Daher kommt es zu einer Schädigung des Gehirns, wenn der Blutfluss in einem bestimmten Bereich für einige Minuten unterbrochen wird. Bleibt dieses Problem bestehen, setzt sich das Absterben der Hirnzellen fort und es entsteht eine irreversible Läsion.

Wie erkennt man eine zerebrovaskuläre Insuffizienz?

Ärzte und Neurologen können radiologische Tests zur Erkennung von Hirnschäden durchführen. Zum Beispiel kann ein CT-Scan oder eine MRT-Untersuchung wichtige Informationen über möglicherweise betroffene Hirnstrukturen liefern. Außerdem kann ein Psychologe eine psychologische Untersuchung mit Schwerpunkt auf neurologische Symptome  durchführen. Auf diese Weise können weitere Daten erhoben werden, die radiologische Tests nicht erbringen können. Dazu gehören beispielsweise Verhaltensänderungen. Beide Techniken sind für eine vollständigere und genauere Diagnose erforderlich.

Neuronen senden elektrische Impulse

Ursachen eines Schlaganfalls

Ein Schlaganfall ist eine Art „Unfall“. Zu diesem kommt es aufgrund von Störungen, bei denen ein Gefäßverschluss oder eine Verletzung desselben eine Hirnläsion verursacht. Zum Schlaganfall kommt es nach Unterbrechung des Blutflusses in einem Teil des Gehirns. Dadurch entsteht ein Sauerstoffmangel, der über einen bestimmten Zeitraum hinweg besteht und zu Schädigungen oder Tod des Gehirngewebes führt.

Die Prävalenz von Schlaganfällen hat in den letzten Jahrzehnten zugenommen, auch weil andere Todesursachen zurückgedrängt wurden und die Menschen immer älter werden: Die Wahrscheinlichkeit, einen Schlaganfall zu erleiden, steigt ab dem 60. Lebensjahr stark an. Weiterhin werden Schlaganfälle immer häufiger erkennt, dank des zunehmenden Einsatzes von Neuroimaging-Techniken.

Das Risiko einen Schlaganfall zu erleiden, kann vom Einzelnen durch die Wahl seines Lebensstils beeinflusst werden. Die Hauptrisikofaktoren, einen Schlaganfall zu erleiden, hängen mit den Prozessen zusammen, die die Ansammlung von Fetten in Blutgefäßen und ihre Verkalkung oder den Verlust ihrer Flexibilität begünstigen. Aus diesem Grund zählen Bluthochdruck, erhöhte Cholesterinwerte, Diabetes mellitus und Tabakkonsum zu den wichtigsten Risikofaktoren.

Symptome eines Schlaganfalls

Normalerweise zeigen sich die Symptome auf der der betroffenen Hemisphäre gegenüberliegenden Körperseite. Wenn zum Beispiel der Blutfluss in der rechten Gehirnhälfte verringert ist, dann zeigen sich die Folgen in der linken Körperhälfte. So kann es zu Lähmungserscheinungen oder Taubheit in einer Körperhälfte, in Gesicht, Armen und Beinen kommen. Es kann auch ein plötzlicher Verlust des Sehvermögens auftreten, entweder teilweise oder vollständig auf einem oder beiden Augen. Sprachstörungen und Verständnisschwierigkeiten sind ebenfalls üblich.

Die ersten Symptome eines Schlaganfalls, auch Hirnschlag genannt, sind oft recht mild, sodass sie häufig nicht rechtzeitig diagnostiziert werden; Schmerzen empfindet der Patient nicht.

Zwei Bilder eines Mannes. Das eine zeigt ihm beim Versuch des Lächelns, aber er kann nur einen Mundwinkel nach oben ziehen.

Arten von Schlaganfällen

Ein Schlaganfall führt zu einer Störung der Blutversorgung des Gehirns. Er wird daher auch Gehirninfarkt genannt. Dabei wird unterschieden, ob eine Minderdurchblutung (ischämischer Schlaganfall) oder akute Hirnblutung (hämorrhagischer Infarkt) den Hirnschlag versuchen. Im Folgenden werden wir beide Arten des Schlaganfalls erläutern.

Ischämischer Schlaganfall (Minderdurchblutung)

Die Ursache für einen ischämischen Schlaganfall ist die Unterbrechung des Blutflusses aufgrund einer Verstopfung der Blutgefäße. Das heißt, ein Blutgerinnsel zirkuliert durch ein Blutgefäß in Richtung Gehirn. Es verankert sich irgendwann in einer Arterie, verstopft diese und behindert so die Versorgung des dahinterliegenden Gehirns mit Sauerstoff. Dies führt zu Schäden im Bereich der Nervenzellen oder sogar zu ihrem Absterben.

Die Ursache für diese Art von Schlaganfall sind jene Veränderungen von Blutgefäßen, die eine Thrombose oder Embolie begünstigen.

  • Thrombose: Entsteht, wenn sich ein Blutgerinnsel (Thrombus) in einem Blutgefäß entwickelt.
  • Embolie: Ein Blutgerinnsel, gebildet im Herzen oder als Fragment eines anderenorts entstandenen Thrombus, gelangt in den Blutkreislauf und bleibt in den kleinen Hirnarterien stecken.

Hämorrhagischer Infarkt

Die Sterblichkeitsrate bei einem hämorrhagischen Infarkt ist höher als bei einem ischämischen Schlaganfall. Bis zu 50 % der Menschen, die eine Hirnblutung erleiden, versterben innerhalb weniger Monate. Hämorrhagische Schlaganfälle sind in ihrer Folge schwerer, da Blut in das Hirngewebe gelangen und dort druckbedingte, weitere Hirnschäden verursachen kann.

Durch den Riss von Arterien wird ein Hirnschlag eingeleitet. Aneurysmen und Hypertonie sind zwei Konditionen, die für einen hämorrhagischen Infarkt prädisponieren.

  • Aneurysma: Ein Aneurysma ist eine permanente Erweiterung des Querschnitts von Arterien. Die zugrunde liegende Schwäche der Arterienwand kann angeboren oder erworben sein, und das Aneurysma kann jederzeit platzen. Dann kommt es zum Austritt von Blut. Da der Schädel sein Volumen nicht anpassen kann, steigt der intrakranielle Druck. Es kommt zu schweren Folgen für den Betroffenen, die auf einer druckbedingten Hirnschädigung beruhen.
  • Hypertonie: Bluthochdruck erhöht das Risiko einer intrazerebralen Blutung, insbesondere, aber nicht nur wenn gleichzeitig ein Aneurysma vorliegt. Dem hohen Druck gibt die Gefäßwand eher nach.
Zeichnung eines menschlichen Gehirns und Symbol für Schlaganfall

Die Prävalenz zerebrovaskulärer Insuffizienz steigt mit zunehmendem Lebensalter an. Weiterhin haben Männer im Alter von 65 bis 74 Jahren ein erhöhtes Risiko, einen Schlaganfall zu erleiden. Nach dem 75. Lebensjahr steigt das Risiko jedoch auch bei Frauen signifikant an. Daher gilt, wenn ein Verdacht auf einen Schlaganfall besteht, sollte ein Arzt unverzüglich aufgesucht werden!