Pinocchio-Syndrom: Pathologische Lügner

27. September 2016 en Psychologie 271 Geteilt

Das Pinocchio-Syndrom ist in der Psychiatrie unter dem Namen “pathologisches Lügen“ oder “Mythomanie“ bekannt. Einige Forscher des menschlichen Geistes geben an, dass diese Pathologie durch den unvermeidbaren Zwang zu lügen charakterisiert ist.

Wenn wir jemanden im Erwachsenenalter beobachten, der sein Leben mit Lügen und Betrug füllt, dann stehen wir einem ernsthaften Problem gegenüber.

Manche Menschen lügen die ganze Zeit, um bestimmte Vorteile zu erreichen, aber pathologische Lügner lügen, ohne zu wissen warum. Ihre Lügen sind spontan und ungeplant. Wenn sie erst einmal dieser Dynamik von Täuschung und Unehrlichkeit verfallen, dann scheinen sie nicht mehr damit aufhören zu können. Manchmal halten sie ihre Lügen sogar über Jahre hinweg aufrecht. Die pathologischen Lügner wissen, dass sie lügen, aber sie schaffen es nicht, sich davon abzuhalten. Am Ende glauben sie ihre eigenen Märchen.

Wie man einen pathologischen Lügner erkennt

  • Die Geschichten, die sie erzählen, sind weder komplette Wahnvorstellungen, noch sind sie komplett wahr. Sie neigen dazu, ein Körnchen Wahrheit zu besitzen.
  • Die Neigung, zu lügen, ist konstant da, denn sie ist ein Persönlichkeitsmerkmal, das nicht von äußeren Situationen oder deren sozialem Umfeld abhängt.
  • Ihre Geschichten und Lügen dienen meist dazu, den Lügner in einem positiven und vorteilhaften Licht dastehen zu lassen.
  • Der zwanghafte Lügner glaubt wirklich, dass die ausgedachten Ereignisse genau so statt gefunden haben. Sie verneinen durchgehend, dass diese Ereignisse Fantasien sind, die aus ihrem Geist entsprungen sind.

Mythomanie ist nicht tödlich, aber weit davon entfernt, harmlos zu sein. Diese Krankheit hat Nebeneffekte auf vielen verschiedenen Ebenen. Im sozialen Umfeld ist es wahrscheinlich, dass der Mythomaniak seine Glaubhaftigkeit verliert und so oft als “Geschichtenerzähler“ abgestempelt wird. Innerhalb der Familie wird er als eine umstrittene Person angesehen und eine, in die man sein Vertrauen nicht setzen sollte. Bekannte und Freunde neigen dazu, sich zu distanzieren oder die Person wird aus der Gruppe ausgeschlossen.

Die einzige Behandlung für Menschen mit dieser Art von Syndrom ist eine Psychotherapie. Allerdings gibt es bis heute noch keine Studien auf diesem Gebiet, die eine definitive Heilung des Patients bestätigen könnten.

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