Neugierige Menschen sind mächtige Menschen

18 Mai, 2020
Neugierige Menschen wagen es, den Status Quo in Frage zu stellen, weil sie ständig Dinge beobachten, Fragen stellen und lernen. Sie scheinen die Fähigkeit zu haben, zu entdecken, zu verändern und zu erschaffen. Infolgedessen betreten sie oft unbekannte Gebiete.
 

Neugierige Menschen sind mächtige Menschen. Um die Worte Albert Einsteins zu umschreiben: Wir brauchen Leidenschaft und Neugier, nicht Talent, um aufzufallen. Mächtige Menschen sind mit Aufmerksamkeit und innerer Stärke ausgestattet. Was diese Menschen daher von den anderen unterscheidet, ist, dass sie immer an den kleinen Details interessiert sind und sich auf die großen Herausforderungen konzentrieren.

Stephen Hawking definierte Neugier als „den Willen, niemals aufzugeben“. Es geht darum, zu den Sternen aufzuschauen und nicht nach unten, auf deine Füße zu blicken. Versuche, einen Sinn für das zu finden, was du siehst und frage dich, warum das Universum existiert. In ähnlicher Weise beschrieb Thomas Hobbes diese Kompetenz als „mentale Lust“ und Victor Hugo als „Form des Mutes“.

Es gibt mehrere Erklärungen für Neugier. Allerdings enthält nur eine von ihnen die wahre Essenz und erinnert dich daran, dass die Neugier die Grundlage für das Lernen und den Fortschritt des Menschen ist. Ihre Wirkung, ihr primärer Impuls bei Kindern ist wesentlich, um die psychologische Entwicklung der Kleinen, sowie ihren täglichen Funken zu fördern. Neugier ist der Motor, mit dem du deine Begeisterung für Wissen aufrechterhalten kannst.

 

„Das Heilmittel gegen Langeweile ist Neugier. Neugier kann man nicht heilen.“

-Dorothy Parker-

Die herausragendste Eigenschaft neugieriger Menschen ist die Fähigkeit, Fragen zu stellen, die niemand sonst stellt.

Neugierige Menschen sind anders

Was macht neugierige Menschen so besonders? Zunächst einmal ist ihre herausragendste Eigenschaft die Fähigkeit, Fragen zu stellen, die niemand sonst stellt. Zum Beispiel war Isaac Newton Physiker, Astronom, Philosoph, Mathematiker, Erfinder und sogar Alchemist. Seiner Leidenschaft für Wissen und Neugier waren keine Grenzen gesetzt. So kam er nach seinem berühmten Eureka-Moment auf die Bewegungsgesetze und das Konzept der Schwerkraft als ein Apfel von einem Baum fiel und ihn am Kopf traf.

Charles Darwin ist ein weiteres bekanntes Beispiel für grenzenlose Neugier. Eine seiner liebsten Gewohnheiten war es, Briefe an Wissenschaftler auf der ganzen Welt zu schreiben. Diese Briefe enthielten endlose Fragen zu Pflanzen, Vögeln, Insekten, menschlichem Verhalten, Ausdruck und Emotionen. Warum hat er all diese Briefe an die Forscher geschickt? Weil er einfach eine Antwort auf seine Fragen haben musste!

 

Diese beiden Beispiele zeigen, was Wissenschaftler unter dem Begriff „Wissensdurst“ verstehen. Dies ist bei manchen Menschen eine hochentwickelte Art von Motivation und wird durch die folgenden Prozesse gut definiert.

Neugierige Menschen gedeihen durch Wissen und Entdeckung

Neugier ist eine Art von Motivation, die auf Belohnungen basiert, wie sie in der Psychologie des Lernens verstanden werden. Es ist das Gefühl, etwas Unerwartetes zu entdecken, die Antwort auf eine Frage zu finden und ein Rätsel zu lösen. Es ist also die Herausforderung oder ein lang anhaltender Zweifel, was eine neugierige Person bewegt.

Dies ist die gleiche Schlussfolgerung, die eine kürzlich durchgeführte Studie zog, die an der University of California durchgeführt und in der Zeitschrift Cell veröffentlicht wurde. Darin zeigen Dr. Matthias Gruber und seine Kollegen, dass das Gehirn hoch neugieriger Menschen anders arbeitet. Ihr dopaminerges System hat eine höhere Intensität und Verbindung.

 

Es zeigt, wie das Gehirn einer neugierigen Person jeden Alters, durch den bloßen Lernprozess eine Zufriedenheit erfährt. Dies liegt daran, dass es in dem aufregenden Suchprozess gedeiht, in dem Hindernisse auftreten, die aber überwunden werden können. Die Belohnungszentren und der Hippocampus sind die beiden aktivsten Bereiche dieser Menschen.

Es gibt mehrere Erklärungen darüber, was Neugier ist. Allerdings enthält nur eine von ihnen die wahre Essenz und erinnert dich daran, dass die Neugier die Grundlage für das Lernen und den Fortschritt des Menschen ist.

Ohne Neugier verlieren wir Menschen unseren Lebensimpuls

Donald W. Winnicott hatte bereits in den 50er und 60er Jahren etwas zu diesem Thema zu sagen. Dieser Mann war ein renommierter Kinderarzt, der später ein bemerkenswerter Psychoanalytiker wurde. Ihm zufolge verschwinden bei einem Menschen, der seine Neugier verliert, auch seine lebenswichtigen Impulse, wie Kreativität, Spontanität und Glück.

 

Doch wie kommt es dazu? Nach Winnicotts Erfahrung schaffen manche Menschen eine falsche Identität. Natürlich entwickeln sie sich infolgedessen zu frustrierten Wesen, die an ihre Routine, ungelöste Probleme und noch zu heilende Traumata gekettet sind. Im Wesentlichen trennt ihre Apathie sie von dem leuchtenden und authentischen Selbst, das sie verstecken.

Ein unbefriedigendes Leben trübt das Potenzial eines jeden und infolgedessen verschwindet die Motivation zusammen mit der Stimmung und der Neugier.

Verbinde dich wieder mit deiner Neugier

Jeder ist kreativ und besitzt mögliche Entdeckungen in sich. Allerdingst schwächt unser Tagesablauf häufig unseren Geist, gemäß den Voraussetzungen unserer Kultur. Dies liegt daran, dass Menschen, die den Status Quo und das Konventionelle in Fragen stellen können, ziemlich gefährlich sind.

Es ist jedoch alles besser, wenn du deine Sinne öffnest und alles erleben kannst. Du solltest daher herausfinden, was du erreichen möchtest und diese Ziele dann auch verfolgen. Was weckt deine Leidenschaft und deine Interessen? Wäre es nicht großartig, die Welt durch die Linsen deines inneren Kindes zu sehen und dich erneut über deine Entdeckungen zu freuen?

 

Beispielsweise kannst du heutzutage Antworten auf so ziemlich alle Zweifel oder Fragen, die du möglicherweise hast, in Online-Suchmaschinen finden. Die Antworten, die du durch deine eigenen Erkundungen erhältst, sind jedoch viel wertvoller. Du musst deine Neugier durch Forschung, Reisen, das Kennenlernen neuer Leute und durch kritisches und abweichendes Denken nähren. Schließlich solltest du aufwachen und deine Motivation wiedererlangen.

Finde Inspiration in den Worten neugieriger Menschen und folge Hawkings Rat: Sieh zu den Sternen auf; heile deine Langeweile mit Neugier, genauso wie es die Schriftstellerin Dorothy Parker getan hat. Die Welt wird dir für deine Entdeckungen offen stehen.

 
  • Gruber, M. J., Gelman, B. D., & Ranganath, C. (2014). States of Curiosity Modulate Hippocampus-Dependent Learning via the Dopaminergic Circuit. Neuron84(2), 486–496. https://doi.org/10.1016/j.neuron.2014.08.060