Mütterliche Schuldgefühle: eine häufige Krankheit

Im Allgemeinen bringt das Gefühl der Schuld sehr wenig. Es erlaubt uns weder, einer Situation auf den Grund zu gehen, noch können wir damit Fehler korrigieren.
Mütterliche Schuldgefühle: eine häufige Krankheit
Gema Sánchez Cuevas

Geprüft und freigegeben von der Psychologe Gema Sánchez Cuevas.

Geschrieben von Edith Sánchez

Letzte Aktualisierung: 13. Juni 2023

Mütterliche Schuldgefühle sind eine häufige Realität, die wir immer wieder erleben. Es ist klar, dass die Mutterschaft Gefühle der Liebe und Zärtlichkeit weckt, die intensiver sind als jeder andere Zustand. Und wir wissen auch, dass Kinder ihre Mütter brauchen, um zu überleben und sich zu entwickeln. Das Verantwortungsgefühl einer Mutter ist jedoch nur einen Schritt vom Schuldgefühl entfernt.

Manche Mütter haben ständig Schuldgefühle. Wenn sie zu Hause bleiben und sich um die Kinder kümmern, machen sie sich Vorwürfe, dass sie sich nicht um sich selbst kümmern. Gehen sie zur Arbeit, denken sie, dass sie die Kleinen im Stich lassen. Sie fühlen sich schuldig, weil sie zu streng sind oder weil sie zu viel tolerieren. Sie lassen sich auch dann noch von Schuldgefühlen plagen, wenn im Leben ihrer erwachsenen Kinder etwas schiefläuft.

Schuld, Scham und Angst sind die unmittelbaren Motive für Betrug.

Daniel Goleman

Mütterliche Schuldgefühle: eine häufige Erkrankung

Mütterliche Schuldgefühle

Manchmal sind mütterliche Schuldgefühle so stark, dass sie sich selbst die Schuld geben, weil sie sich schuldig fühlen. Wenn sie daran nicht arbeiten, kann dies zu einem wahren Problem werden. Betroffene Mütter verlieren die Kontrolle über das Ausmaß ihrer Verantwortung ihren Kindern und sich selbst gegenüber.

Mütter müssen sich bewusst sein, dass sie nicht perfekt sein müssen. Auch Kinder sind nicht perfekt, was alle Eltern akzeptieren müssen. Wir alle machen Fehler, auch Mütter sind hier keine Ausnahme. Und es ist auch menschlich, nicht aus allen Fehlern zu lernen. Was jedoch zählt, ist die Absicht. Die meisten Mütter bemühen sich, ihre Rolle verantwortungsbewusst und so gut wie möglich zu übernehmen und das ist das Wichtigste.

Mütter müssen keine übermenschlichen Fähigkeiten haben, um gute Mütter zu sein. 

Zwei Schlüsselfaktoren

Erstens sollte jede Mutter wissen, dass es für ihr Kind nichts Besseres gibt, als eine gesunde, glückliche Mutter zu haben. Es geht jedoch nicht um Perfektion. Die Aufgaben und Verantwortungen einer Mutter beginnen in der Schwangerschaft und enden nie, auch wenn der persönliche Freiraum mit der Zeit immer größer wird.

Zweitens ist das Verständnis wichtig, dass Erziehung immer gemeinsame Sache ist. Es gibt schließlich nicht nur die Mutter, sondern auch einen Vater, Großeltern, Onkel, Tante, Lehrer… Idealerweise werden bestimmte Freiräume eingeteilt, damit alle davon profitieren können.

Vater mit Kind während Mutter Auszeit genießt, um mütterliche Schuldgefühle zu vermeiden

Vertrauen statt mütterliche Schuldgefühle

Egal, wie viele Opfer eine Mutter bringen muss, es wird ihr Kind nicht davor bewahren, Fehler zu machen, sich manchmal unangemessen zu verhalten, zu leiden und nicht alles zu erreichen, was es will. Das Leben ist nicht perfekt und das Ziel ist, zu lernen und mit Fehlern richtig umzugehen.

Eine gute Mutter schafft eine ehrliche Gesprächsbasis mit ihrem Kind, doch sie weiß, dass ihr Kind nicht immer alles erzählen wird und dass es Fehler machen wird. Dies ist noch lange kein Grund dafür, sich selbst zu verurteilen. Was repariert werden kann, wird repariert. Nicht gutzumachende Fehler sind Lektionen auf dem Weg des Lernprozesses.

Mütterliche Schuldgefühle lösen jedoch keine Probleme, sondern machen höchstens alles schlimmer. Es geht einzig und allein um Verständnis, Unterstützung und Verantwortung, ohne sich selbst zur Zielscheibe zu machen oder sich Perfektion abzuverlangen.


Alle zitierten Quellen wurden von unserem Team gründlich geprüft, um deren Qualität, Verlässlichkeit, Aktualität und Gültigkeit zu gewährleisten. Die Bibliographie dieses Artikels wurde als zuverlässig und akademisch oder wissenschaftlich präzise angesehen.


  • Echebarria, I. (1992). Sentimientos de culpa y problemática del cambio de valores en la mujer. Revista de psicología general y aplicada: Revista de la Federación Española de Asociaciones de Psicología, 45(1), 91-101.

Dieser Text dient nur zu Informationszwecken und ersetzt nicht die Beratung durch einen Fachmann. Bei Zweifeln konsultieren Sie Ihren Spezialisten.