Morbus Alzheimer: Ein stiller Feind

16. September 2016 en Psychologie 0 Geteilt

An Morbus Alzheimer zu leiden oder jemandem nahezustehen, der diese Krankheit hat, kann eine der schwierigsten Situationen sein, mit denen man im Leben umgehen muss. Momentan gibt es mehr als 40 Millionen Menschen weltweit, die unter einer Form von Demenz leiden; und laut der Weltgesundheitsorganisation ist Morbus Alzheimer für etwa zwei Drittel aller Fälle verantwortlich.

Es ist eine Krankheit, die nur sehr schwer zu akzeptieren und zu bewältigen ist. Menschen, die an Morbus Alzheimer erkrankt sind, verlieren progressiv Gehirnzellen, die zu plötzlichen Änderungen in ihrem Verhalten und erhöhter Abhängigkeit führen.

Wir sind unser Gedächtnis, wir sind dieses fantastische Museum von sich verändernden Formen, dieser Haufen von zerbrochenen Spiegeln.

Jorge Luis Borges

Die Situation ist sehr schmerzhaft für diejenigen, die unter dieser Form von Demenz leiden, denn sie werden durch Phasen erhöhter Verwirrung und tiefer Depression gehen. Für die Menschen um sie herum kann diese Krankheit verheerend sein, besonders wegen der Hilflosigkeit, die sie erfahren, und der Erschöpfung, die von der ständigen Pflege, die diese Menschen benötigen, herrührt.

Morbus Alzheimer

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Zum jetzigen Zeitpunkt gibt es keine wirksame Therapie für Morbus Alzheimer. Im Normalfall wird eine Diagnose erst 5 oder 6 Jahre, nachdem die ersten Symptome auftreten, gestellt. Danach wird typischerweise erwartet, dass eine ernste Verschlechterung eintritt, die schlussendlich zum Tod führt.

Im Durchschnitt hat ein Mensch, bei dem Morbus Alzheimer diagnostiziert wird, noch eine Lebenserwartung von 7 bis 20 Jahren nach der Diagnose. Die Krankheit verläuft im Wesentlichen in 3 Phasen: Die erste beinhaltet Probleme mit dem Kurzzeitgedächtnis, Orientierungslosigkeit, verminderte motorische Fähigkeiten und einige Veränderungen im Verhalten, die unbemerkt bleiben können. In der zweiten Phase werden die Beeinträchtigungen im Hinblick auf Gedächtnis und Verhalten etwas deutlicher. Es kann sein, dass die Person anfängt, Menschen aus ihrer Familie nicht mehr zu erkennen oder dass sie ohne offensichtlichen Grund aggressive Reaktionen anderen gegenüber zeigt. In der letzten Phase ‚funktioniert‘ die Person nicht mehr so gut. Es kann sein, dass sie vergisst, wie man Sprache benutzt und dass sie schließlich eine komplette Abhängigkeit erreicht. Es kann sein, dass sie allein nicht mehr dazu fähig ist, einfachste tägliche Tätigkeiten, wie zum Beispiel zu essen oder die Toilette zu benutzen, auszuführen.

Die Familie von einem Alzheimer-Patienten muss sich sehr komplexen Momenten und höchst schwierigen Entscheidungen stellen. Die erste Schwierigkeit liegt in der Diagnose selbst, denn die Krankheit zeigt sich in jedem Menschen auf verschiedene Art und Weise. Während manche typische Symptome aufweisen, tun andere das nicht.

Morbus Alzheimer wird oft mit starken Depressionen, Angststörungen oder dem normalen Alterungsprozess verwechselt. Tatsächlich kann eine 100%ige Diagnose erst nach dem Tod gestellt werden, indem das Gehirn in einer Autopsie vorsichtig untersucht wird. Zu Lebzeiten kann eine Diagnose nur mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit gestellt werden.

Genauso muss auch die Familie ihr Leben der Situation des Patienten anpassen. An einem gewissen Punkt muss entschieden werden, ob die häusliche Pflege beibehalten wird, oder ob der Patient in eine spezialisierte Einrichtung gebracht werden soll. Das beinhaltet zweifelsohne eine sehr schwere Entscheidung voller verschiedener Emotionen und Gefühle.

Ja, es gibt Hoffnung

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Man kann mit Alzheimer auf eine Art und Weise umgehen, sodass die nachteiligen Effekte auf die Familie nicht allzu groß sind, und so, dass der Patient eine gewisse Lebensqualität beibehalten kann. Bislang kann die Krankheit nicht geheilt werden, aber ihr Fortschreiten kann verlangsamt werden.

Man weiß, dass Stress die Symptome von Alzheimer verschlimmert. Deshalb ist es wichtig, bestimmte Schritte zu unternehmen, um Kummer auf jede mögliche Art und Weise zu vermeiden. Es ist eine gute Idee, Routinen zu erschaffen, um dem Patienten in seinem Zuhause ein Gefühl der Sicherheit zu geben. Feste Routinen helfen dabei, Stress zu reduzieren und die Orientierungslosigkeit der Patienten zu vermindern. Routinen vereinfachen das tägliche Leben für den Patienten und seine Familie.

Wenn möglich, ist es klug, eine Person von außerhalb anzustellen, die dabei hilft, sich um den Kranken zu kümmern. Das trifft vor allem auf Dinge, wie zur richtigen Zeit waschen, anziehen, füttern und die Einnahme von Medikamenten, zu. Wenn das nicht möglich ist, ist es ratsam, die Pflege unter den Familienmitgliedern aufzuteilen. Wenn das auch nicht durchführbar ist, sollte die Option, den Patienten in eine spezialisierte Einrichtung zu bringen, in Betracht gezogen werden.

Die gute Nachricht ist, dass es viele Wissenschaftler auf der Welt gibt, die nach einem Heilmittel für Alzheimer suchen. In Australien beispielsweise wurde ein Medikament entdeckt, das dabei hilft, das Gedächtnis zu verbessern. Die Ergebnisse sind bislang sehr vielversprechend.

Die Amerikanischen Akademie für Neurologie hat in dieser Hinsicht auch sehr große Fortschritte gemacht. Mit dem Medikament ORM-12741 haben auch sie vielversprechende Ergebnisse bei der Verbesserung von Gedächtnisleistungen erreicht.

Mittlerweile behauptet der Neurologe Rodolfo Llinás, der Direktor des „Neurolab“ der NASA, der weltweit für seine Hirnforschung anerkannt ist, dass er das Heilmittel für Alzheimer gefunden hat. Auch wenn es einige Experten gibt, die seine Resultate anzweifeln, ist die Wahrheit, dass dieser Professor für Neurowissenschaften an der Universität von New York (New York, USA) in seinen Veröffentlichungen angibt, dass dieses Heilmittel in weniger als zehn Jahren für jeden zugänglich sein wird.

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Bildmaterial mit freundlicher Genehmigung von Sara K Byrne

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