Manchmal musst du deine Augen schließen, um sehen zu können

26. Dezember 2016 en Psychologie 378 Geteilt

Manchmal musst du deine Augen schließen und dein Herz öffnen, um sehen zu können. Nur dann kannst du erkennen, was wirklich wichtig ist, was wirklich zählt. Denn wenn du deine inneren Augen öffnest und deine Seele mit Zufriedenheit versorgst, wird sich dein Horizont erweitern und neue Möglichkeiten werden sich zeigen.

Neurologen zufolge fassen wir täglich circa 50.000 Gedanken. Die meisten von ihnen sind mechanische, sich wiederholende Gedanken. Durch neue Technologien und durch eine sich stets verändernde, dynamische Umwelt, nehmen wir eine immense Menge an Informationen auf. Diese Informationsfluten lassen uns immer häufiger an geistiger Erschöpfung leiden. Wir werden von der Außenwelt regelrecht überrannt, sodass wir unser Inneres völlig vergessen haben. 

„Hier ist mein Geheimnis. Es ist sehr einfach: Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar.“

Antoine de Saint-Exupéry: Der kleine Prinz

Es kommt vor, dass wir uns in zwanghaften und lähmenden Gedankengängen verlieren, bis zu dem Punkt, an dem wir unsere eigenen Prioritäten vernachlässigen und aufhören, auf uns zu hören. Wir haben unseren Blick so sehr auf die Außenwelt fokussiert, dass wir emotional kurzsichtig geworden sind. Als bräuchten wir eine Brille, um unser Glück zu finden.

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Wenn die Augen ermüden

Glaube es oder nicht, aber unser Verstand ist bereits an innere Konflikte gewöhnt. Und zwar deswegen, weil unser Verstand ständig damit konfrontiert ist, sich jeder neuen Situation und jedem Reiz, dem er ausgesetzt wird, anzupassen. Druck auf der Arbeit, familiäre Probleme, eigene Erwartungen und Ansprüche, soziale Beziehungen. Es gilt, fortlaufend Probleme zu lösen, Ängste zu beruhigen, leere Räume zu füllen und Feuer zu löschen.

Der geistige Lärm, der durch diese ganzen Schwierigkeiten erzeugt wird, kann unerbittlich und unversöhnlich werden. Genau dann fängt Stress an, seine Spuren in unserem Gehirn zu hinterlassen, und die Augen verlieren ihren Fokus. Sie vergessen, in das Innere zu schauen, in das eigene Bewusstsein, um zu sehen, was wesentlich ist.

Es ist faszinierend, zu beobachten, dass während längerer Perioden voller Stress und Angst die Amygdala (auch Mandelkern genannt und mit Angst und Emotionen verbunden) beginnt, zu schrumpfen. Diese Veränderung in ihrer Struktur wirkt sich direkt auf den präfrontalen Cortex aus (das ist der vordere Teil des Frontallappens), welcher in Zusammenhang mit den übergeordneten Gehirnfunktionen wie Wahrnehmung, Konzentration und Entscheidungsfindung steht.

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Das bedeutet, wenn wir schwierige Zeiten durchleben, welche von Sorge, Stress und störenden mentalen Geräuschen dominiert werden, wird es kritisch, dass wir eine Verbindung zu uns selbst finden. Wir brechen die unsichtbare Verbindung zischen uns und unserem Bewusstsein aufgrund einer kleinen Veränderung in unserer Hirnstruktur.

Vergiss jedoch nicht die Kraft der Neuroplastizität bzw. die Kapazität unseres Gehirns, sich selbst zu restrukturieren. Dank Übungen wie Meditation, Mindfulness und anderen Strategien können wir unsere Augen wieder auf unser inneres Selbst richten.

Ein dankbarer Geist ist ein ausgeruhter Geist

Ein dankbarer Geist ist ein ausgeruhter Geist, der dich erkennen lässt, was wirklich wichtig ist. Dieser Satz mag etwas zu poetisch klingen oder aus dem Zusammenhang genommen. Allerdings wollen wir die Frage stellen, wie du für irgendetwas dankbar sein kannst, wenn du dich unzufrieden, tief betrübt oder traurig fühlst? Der erste logische Schritt ist, dich von all deinen inneren Konflikten zu befreien.

Sobald du all den emotionalen Gefechten ein Ende gemacht hast, wirst du eine besonnene Energie spüren, die du brauchst, um dich von den äußeren Zwängen und Einschränkungen zu befreien.

Jeder will Glück ohne Schmerzen, Ruhe ohne den Sturm, gute Gefühle anstatt Ärger. Jedoch musst du etwas ganz Wesentliches verstehen: Du wirst niemals einen Regenbogen sehen können, ohne ein wenig Regen zu erleben.

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Schließe deine Augen, damit du sehen kannst

Der erste notwendige Schritt ist, zu lernen, wie du deine Gedanken kontrollieren kannst. Vergiss nicht, deine Gedanken nehmen einen direkten Einfluss auf deine Emotionen und auf deine Wahrnehmung der Realität. Übe Folgendes:

  • Schließe deine Augen und verbiete deinen konditionierten Spannungen, in deine Gedanken einzudringen: „Wenn ich dort gewesen wäre“, „wenn ich das getan hätte“, „wenn er mir sagt, dass er mich liebt, dann werde ich glücklich sein“, „wenn ich das habe, dann werde ich mich besser fühlen“,  etc.
  • Mit immer noch geschlossen Augen versprich dir selbst, dass du von nun an nur noch in der Gegenwart mit dir selbst sprichst: „Ich möchte“, „ich kann“, „ich werde“,  usw.
  • Um mit geschlossenen Augen zu sehen, kannst du deinen Geist nicht vollkommen leer lassen. Es ist nicht nur unmöglich, sondern auch nutzlos. Du musst deinen Geist mit positiven, inspirierenden und wohltuenden Gedanken stimulieren.
  • Denke und reflektiere positiv. Auf diese Weise zu denken, macht dich nicht blind vor der Realität oder der Wahrheit. Vielmehr revitalisiert es deinen Geist und deine Seele, um das Selbstvertrauen zu stärken und den Fluss aus negativen und einschränkenden Gedanken zu brechen.

Versuch es doch. Traue dich, deine Augen zu schließen, damit du sehen kannst, damit du das Licht in deinem Herzen entzünden kannst und damit du dich um deine Bedürfnisse kümmern kannst, die du vernachlässigt hast, als wären sie altes Spielzeug.

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