Magische Momente geschehen, sobald du aufhörst, zu suchen

16. Januar 2018

Manche nennen sie magische Momente, wenn es einfach „klick“ macht. Es sind jene Momente, in denen die Sache, von der wir so lange geträumt, die wir so lange gesucht oder auf die wir so lange gewartet haben, plötzlich aus dem Nichts vor uns erscheint. Sie umarmt dich mit wärmenden Armen, wenn du um die Ecke biegst, oder erscheint eines Tages in deiner E-Mail… Gerade als du aufgehört hast, nach ihr zu suchen, macht dir das Schicksal ein unerwartetes Geschenk.

Die Welt ist unberechenbar und gelegentlich chaotisch. Sie fühlt sich an wie ein Labyrinth ohne Ausgang. Und tatsächlich, es gibt viel mehr von diesen magischen Momenten, als wir uns vorstellen können.

Einige verbinden diese Vorkommnisse mit der sehr attraktiven „Wissenschaft“ vom Glück. Aber echte Experten in diesem Thema kennen die Wahrheit über diese „zufälligen“ Ereignisse: Wenn unsere Träume Wirklichkeit werden, berührt uns der Zauberstab der Möglichkeiten. Hinter diesen Momenten steckt ein bisschen Wissenschaft und viel Psychologie.

„Das Glück begünstigt den vorbereiteten Geist.“

Louis Pasteur

Ein Beispiel findet sich in dem sehr interessanten Buch Der Medici Effekt.  Hierin erklärt Frans Johansson, dass es manchmal nicht ausreiche, ein Experte auf einem Gebiet zu sein, um Erfolg zu haben. In der Tat, all unsere Bemühungen, Zeit und Energie einem Ziel zu widmen, garantierten eben nicht, dass wir es auch erreichen könnten. Gelegentlich müssten wir ein paar Schritte zur Seite machen. Wir müssten andere Perspektiven einnehmen und weniger linear, sondern kreativer denken. Auf eine Art, die flexibel, geduldig und originell sei.

Und es gibt etwas genauso Wichtiges, das wir nicht außer Acht lassen können: Manchmal werden die unerwartetsten Handlungen von unserem Unterbewusstsein geleitet. Wenn wir unserem bewussten, starren, manchmal obsessiven und immer analytischen Geist mal etwas Abstand geben, erwacht unser sechster Sinn und, ob wir es glauben oder nicht, der liegt niemals falsch – Nimm dir eine Minute und denke darüber nach.

Junge schaut nachdenklich auf Stadt

Selbst wenn du aufgehört hast, zu suchen, ist dein Gehirn immer noch empfänglich

Andrea hat ein kleines Geschäft, das überhaupt nicht gut läuft. Sie weiß, dass ihre Konditorei keinen Profit macht, und in ein paar Monaten wird sie schließen müssen. Sie hat mehrere Wochen damit verbracht, darüber nachzudenken, was zu tun ist. Zwischen dem Druck, der Angst und der Trauer über die Schließung ihres Familienunternehmens kullern plötzlich Tränen über ihr Gesicht. Sie ist erschöpft.

Aber am nächsten Morgen steht sie sehr friedlich auf. Sie sagt zu sich selbst: „Was geschehen soll, wird geschehen und was auch immer geschieht, ich werde mich dem stellen.“  Sie duscht und fühlt eine angenehme Ruhe und so etwas wie inneren Frieden. Während sie duschte, erreichte sie eine Benachrichtigung über eines ihrer sozialen Netzwerke: Als sie das Handy in die Hand nahm, überkam Andrea eine Inspiration. Sie würd ihr Geschäft online weiterführen, ihren Laden in den sozialen Medien platzieren und spezielle Backwaren und Desserts für Partys und Events herstellen.

Dies ist ein einfaches Beispiel dafür, wie unser Gehirn funktioniert, wenn wir aufhören, es unter Druck zu setzen. Wir sehen, wie es noch aufnahmefähiger wird, wenn wir es aus dem Nebel der Angst herausholen.

Wir haben diese magischen Momente erforscht und sind dabei über ein anderes faszinierendes Gebiet gestolpert: die Intersektionalität.

Foto eines lachenden Mädchens zwischen Blumen

Intersektionale Gedanken

Als Menschen haben wir eine gewisse Gewohnheit gemeinsam: Es ist die Gewohnheit, ständig zu versuchen, alles vorherzusagen, was passieren könnte, wenn wir bestimmte Dinge tun oder nicht tun. Wir erstellen Tabellen in unserem Geiste. Wir fügen Spalten hinzu, analysieren Fakten, korrelieren Variablen und machen erschöpfende, manchmal fatale Vorhersagen.

Anstatt die sehr linear arbeitende und analytische linke Hemisphäre unseres Gehirns zu benutzen, ist es oft aber viel nützlicher, intersektionales Denken anzuwenden. Es zeichnet sich wie folgt aus:

  • Verbindungen zwischen Informationen und Reizen herstellen, die nichts miteinander zu tun haben.
  • Eine Person, die intersektional denkt, kann mitten im Chaos Ruhe finden.
  • In diesem Frieden kann der Mensch sich mit allem um ihn herum verbinden, weil er offen, aufnahmebereit und neugierig ist. Weil er gern mit den Informationen „spielen“, sie aufnehmen, testen, verwerfen, erfinden und transformieren will.

Diese Art von Person wird nicht über die Suche nach einer einzigen Lösung für ihre Probleme besessen sein. Die meiste Zeit lässt sie sich von ihrer Umgebung tragen. Und sie wird das Unerwartete, den Zufall akzeptieren können.

Glück ist, zu wissen, wie man Chancen erkennt

Um im Leben Glück zu haben, müssen manchmal die richtigen Umstände gegeben sein. Aber damit sich diese Umstände um uns gestalten, muss unser Gehirn entscheiden, wie wir eine Gelegenheit erkennen können, wo andere Menschen nur eine geschlossene Tür sehen.

„Das beste Glück von allen ist das Glück, das du dir selbst bereitest.“

Douglas MacArthur

Wir wollen uns jedoch einer Sache klar sein: Glück hat nichts mit Magie zu tun. Es gibt Zufälle, aber oft sind es „Zufälle“, die dieses außergewöhnliche und wunderbare Organ hervorruft, nämlich unser Gehirn. Es ist ein Organ, dem wir mehr vertrauen sollten. Nur wenn wir unseren Geist von Angst, einschränkenden Einstellungen und Obsessionen befreien, wird er sich ausdehnen und transformieren. Dann können wir sein Potenzial nutzen und das wird uns aufnahmefähiger machen. Und das gibt uns die Möglichkeit, auf die innere, weise Stimme zu hören, die oft zu wahren Gelegenheiten führt.

Konzentrieren wir uns nicht nur darauf, nach dem konkreten Ding zu suchen, das wir wollen. Lasst uns lernen, empfänglicher zu sein, um das größere Bild zu sehen.

Foto einer Frau zwischen Blumen

Bildmaterial mit freundlicher Genehmigung von Ben Giles