Klinomanie oder Bettsucht: Was ist das?

Wir sprechen heute über das extreme Bedürfnis im Bett zu bleiben. Es handelt sich um eine Angststörung, die auch in Kombination mit anderen psychischen Störungen auftreten kann.
Klinomanie oder Bettsucht: Was ist das?

Letzte Aktualisierung: 02. November 2021

Hast du schon einmal von Klinomanie oder Bettsucht gehört? Es handelt sich um eine Angststörung, deren Hauptsymptom der unkontrollierbare Wunsch ist, im Bett zu bleiben. Zusätzlich leiden Betroffene an Unwohlsein und Traurigkeit, was ihr Leben erheblich beeinträchtigt.

Diese Angststörung tritt in der Regel isoliert auf, kann sich jedoch auch in Kombination mit anderen psychischen Störungen bemerkbar machen. Erfahre heute mehr darüber!

“Das Bett war das Nest und der Aufenthaltsort der Zivilisation, die Versuchung für Frauen und Kinder, für Reiche und Arme. Das Bett war das heilige Sakrament des größten Moments, den ich gelebt, geliebt und mit allen Menschen geteilt habe. Der, der es erfunden hat, hat nicht einmal seinen Namen gesagt.

J. C. Aragón

Klinomanie oder Bettsucht: Was ist das?

Was ist Klinomanie?

Das Wort Klinomanie kommt aus dem Griechischen und bedeutet wörtlich übersetzt “Besessenheit vom Schlaf”. Klinomanie, auch bekannt als Klinophilie, bezeichnet das extreme Bedürfnis, viele Stunden am Tag im Bett zu bleiben, ohne dass eine organische Ursache (Krankheit oder Medikamente) dieses Verhalten erklären könnten. Wir analysieren nachfolgend, woran diese Angststörung zu erkennen ist und welche Folgen sie nach sich zieht.

Die Realität ist, dass viele Menschen gerne im Bett bleiben; entweder gleich nach dem Aufwachen (diese “fünf zusätzlichen Minuten”), während des Mittagsschlafs oder wenn sie schlafen gehen. Das ist ganz normal und keinesfalls ein Problem. Wenn jedoch das Bedürfnis im Bett zu bleiben extrem ist, sprechen wir von Klinomanie.

Natürlich beeinträchtigt das stundenlange Liegenbleiben den Alltag und das Berufs- und Sozialleben. Ein Beispiel dafür wäre, wenn du mehrere Tage hintereinander zu spät zur Arbeit kommst, dich nicht um deine Kinder kümmerst und deine Verpflichtungen vernachlässigst.

Symptome von Klinomanie

Wir haben eine allgemeine Definition von Klinomanie gesehen. Aber was sind die damit verbundenen Symptome? Um herauszufinden, ob du daran leidest, solltest du folgende Kriterien beobachten:

  • Zunehmende Besessenheit von allem, was mit dem Bett und dem Zubehör zu tun hat: Kissen, Laken, Tagesdecken usw.
  • Jedes Mal, wenn du versuchst, das Bett zu verlassen, hast du Schwierigkeiten, so als ob eine unsichtbare Kraft dich daran hindern würde.
  • Plötzliche Stimmungsschwankungen. Du fühlst dich vielleicht glücklich, wenn du zu Hause (oder im Bett) bleiben musst und unwohl, wenn du das Bett oder das Haus verlassen musst.
  • Immer häufiger beschränkst du dich in deiner Freizeit darauf, im Bett zu liegen und reduzierst die Anzahl der Aktivitäten außer Haus und mit Freunden oder der Familie.

Welche psychologischen Folgen hat Klinomanie?

Wir haben die häufigsten Symptome der Klinomanie gesehen, die im Alltag leicht zu erkennen sind. Doch welche psychologischen Auswirkungen hat diese Angststörung? 

  • Schuldgefühle: Diese entstehen, wenn Betroffene viele Stunden im Bett bleiben. Sie fühlen sich schuldig und nutzlos, da sie so lange nichts tun.
  • Gefühle der Traurigkeit: Betroffene verlieren das Interesse an anderen Dingen, was wiederum Traurigkeit, Apathie, Teilnahmslosigkeit und mangelnde Motivation zur Folge hat.
  • Gefühle der Einsamkeit und des Unverständnisses: Infolge des oben erwähnten Teufelskreises hört die Person auf, Dinge zu tun und mit anderen in Beziehung zu treten, was zu noch mehr Apathie und einem tiefen Gefühl des Unverständnisses und der Einsamkeit führt.
  • Soziale Isolation: Schließlich isoliert sich die Person vom Rest der Welt in ihrem eigenen Bett. Das ist ein Warnzeichen, das darauf hinweist, dass Klinomanie vorliegt.
Frau mit Klinomanie oder Bettsucht

Hängt Bettsucht mit anderen Störungen zusammen?

Tatsache ist, dass Klinomanie eine Angststörung ist. Es ist aber auch wahr, dass sie oft mit anderen psychischen Störungen in Kombination auftritt. Zwei der häufigsten sind Depressionen und Schizophrenie.

Bei Depressionen treten Symptome wie Anhedonie, Abulia oder Apathie auf. Diese Symptome sind wiederum mit der Klinomanie verwandt, denn sie bedeuten, dass Betroffene die Lust, den Spaß und den Willen verlieren, etwas zu tun. Menschen mit Depressionen, die diese Symptome zeigen, neigen also eher dazu, auch Bettsucht zu entwickeln.

Außerdem sind Depressionen mit zahlreichen Schlafstörungen verbunden (Schlaflosigkeit, Tagesmüdigkeit, schlechte Schlafqualität usw.). Das Sleep Institute stellt fest, dass 80% der Patienten mit Depressionen über eine Verschlechterung der Quantität und Qualität ihres Schlafes klagen. Nach Angaben des Instituts selbst ist die Schlafstörung, die am häufigsten mit Depressionen in Verbindung gebracht wird, die Schlaflosigkeit, bei der Schwierigkeiten bei der Einleitung und/oder Aufrechterhaltung des Schlafs auftreten.

Bei Schizophrenie kann Klinomanie beim katatonischen Subtyp auftreten, mit damit verbundenen Symptomen wie Katalepsie oder Unbeweglichkeit, Körpersteifheit usw. Wenn diese Symptome im Bett auftreten, auch wenn sie unterschiedlicher Natur sind, kann man von Klinomanie sprechen.

Wie bei Depressionen können auch bei Schizophrenie Schlafstörungen auftreten. Nach Angaben des Lundbeck-Instituts verändern sich bei Schizophrenie der Schlaf und der zirkadiane Rhythmus. Logischerweise wird die Behandlung an die betroffene Person und ihre Umstände angepasst.

“Denke daran, mit einem Traum einzuschlafen und mit einem Ziel aufzuwachen”.

Anonym

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