"King Richard": Filmdrama über den Erfolg der Tennisspielerinnen Venus und Serena Williams

Ein Film über die Illusion eines Vaters und den Erfolg seiner Töchter.
"King Richard": Filmdrama über den Erfolg der Tennisspielerinnen Venus und Serena Williams
Cristina Roda Rivera

Geschrieben und geprüft von der Psychologin Cristina Roda Rivera.

Letzte Aktualisierung: 18. Oktober 2022

Das Filmdrama “King Richard” gibt uns einen Einblick in die Kindheit der Tennisspielerinnen Venus und Serena Williams, die von ihrem durch Armut und Rassismus traumatisierten Vater geprägt wurde.

Will Smith verkörpert Richard Williams, der von Erfolg und der Überwindung der Geschichte träumt. Zusammen mit seiner Frau Brandy (Aunjanue Ellis) gelingt es ihm, den afroamerikanischen Traum zu verwirklichen, den er sich selbst nie erfüllen konnte: Seine beiden Töchter sind die größten Tennisspielerinnen der Geschichte. 

“King Richard”: Wenn du zweifelst, verlierst du

Richard Williams betrachtete sich selbst als einen Versager, sein Wunsch für seine Töchter war deshalb, dass diese erreichen würden, was er nie hatte.

“Ihr könnt jedes Haus haben, das ihr wollt. Beverly Hills, Hollywood Hills, einer dieser Orte. Denn sie haben einen Plan und den werden sie auch befolgen. Als ich ein Kind war, sagte meine Mutter immer zu mir: “Sohn, das stärkste, mächtigste und gefährlichste Wesen auf dieser Welt ist eine Frau, die denken kann. Es gibt nichts, was sie nicht tun kann. Kannst du denken?”

Eltern mit frustrierten Träumen sind ihren Kindern gegenüber oft sehr fordernd. Mitunter schlägt diese Erwartung in Grausamkeit und Feindseligkeit um, aber das passiert in diesem Film nicht. Der Streifen verteidigt die Idee, dass es nicht falsch ist, seine Kinder zu Höchstleistungen zu treiben, solange sie ein natürliches Talent haben. Schließlich geht es um die Hoffnung auf ein besseres Leben für die nächsten Generationen.

Richard Williams überlässt in diesem Filmdrama nichts dem Zufall. Er nutzt jedes Mittel, um seine Töchter auf Erfolg zu trainieren. Er ist ein aufdringlicher Vater, aber der Film zeigt, dass sich die Anstrengungen lohnen, und dabei spielt die Unterstützung der Familie eine wesentliche Rolle.

Ein unerbittlicher Diskurs, den die Familie verinnerlicht

Der Film lässt keinen Zweifel daran, dass Richard Williams Mut und Einfallsreichtum besitzt. Das Filmdrama beschreibt jedoch auch das arrogante Ego, das pausenlose Geschwätz und den erschöpfenden Optimismus des Vaters. Manchmal kann Richard Williams so unausstehlich sein, dass man sich fragt, wie seine Töchter und vor allem ihre Karrieren überlebt haben. Doch wären Venus und Serena Williams so erfolgreich geworden, wenn sich ihr Vater nicht so sehr engagiert hätte?

Der Film spricht nicht über die Frau und die Kinder, die Richard Williams angeblich verlassen hatte, bevor er Brandy heiratete, die Mutter seiner fünf Töchter (darunter Venus und Serena). Auch die Scheidung und Ehe mit einer Frau, die nur ein Jahr älter ist als Venus, werden nicht erwähnt. Diese Ereignisse fanden außerhalb der Zeitlinie des Films statt, der sich auf den Aufstieg einer afroamerikanischen Familie konzentriert, die nur einen Traum hat.

Die ganze Familie engagiert sich für den Erfolg der beiden Tennisspielerinnen, wobei der Vater ganz besonderes Engagement zeigt. Die Familie setzt jedoch nicht alles auf eine Karte, denn um das Spiel zu gewinnen, benötigen die Töchter eine geschützte Kindheit und eine gute Erziehung in jeder Hinsicht. Der Film macht deutlich, dass die Familie über allem steht: mit den Träumen, Spielen und dem Wissen, wie sie sich um jede einzelne Tochter mit deren Fehlern und Tugenden kümmern kann.

"King Richard" und Venus und Serena Williams

Zwei Schwestern, die spielen, aber nicht gegeneinander antreten

Der Film “King Richard” zeigt auch die Entwicklung der beiden Schwestern und deren Aufstieg zum Ruhm. Der dramatischste Augenblick geht aus einem Gespräch hervor, das den Erfolg Serenas vorwegnimmt: Serena wird die Beste aller Zeiten sein, wie ihr Vater in diesem Gespräch voraussagt. In diesem Filmdrama sehen wir jedoch nur den Anfang der Karriere von Venus Williams (Saniyya Sidney).

Die Williams-Schwestern erfüllen schließlich nicht nur den Wunsch ihres Vaters, sondern den der ganzen Familie und den von Millionen schwarzer Mädchen.

“King Richard” ist ein Film des Kampfes in jeder Hinsicht, aber erfrischend und unterhaltsam verpackt – perfekt, um einen anstrengenden Tag zu beenden und Motivation zu finden.

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