Jenna Ortega: emotionale Herausforderungen bei den Dreharbeiten zu "Wednesday"

Stress, Tränen, Angst, Einsamkeit? Jenna Ortega hatte während der Dreharbeiten in der Rolle von Wednesday Adams mit verschiedenen Herausforderungen zu kämpfen.
Jenna Ortega: emotionale Herausforderungen bei den Dreharbeiten zu "Wednesday"
Valeria Sabater

Geschrieben und geprüft von der Psychologin Valeria Sabater.

Letzte Aktualisierung: 28. Juni 2023

Es war nicht leicht für Jenna Ortega, eine der kultigsten Gothic-Figuren der Popkultur zu spielen. Doch sie hat die Rolle von Wednesday Adams auf faszinierende Weise interpretiert. Tim Burton wusste, dass sie perfekt für diese Rolle geeignet war. Das Ergebnis ist spektakulär und wurde deshalb zu einem der größten Hits von Netflix.

Die Darstellerin sprach jedoch über den psychologischen Tribut, den diese Serie von ihr forderte. Das Publikum ist sich über die Erfahrungen, die Schauspieler während der Dreharbeiten machen, nicht bewusst (Arias, 2019), doch es lohnt sich, mehr über die emotionalen Herausforderungen dieser brillanten Darstellerin zu erfahren.

“Ich weiß noch, dass es ein sehr stressiger und verwirrender Dreh war. Ich habe mein Bestes gegeben, aber das ist definitiv der überwältigendste Job, den ich je hatte.”

Jenna Ortega

Jenna Ortega und die emotionale Realität hinter Wednesday

“Mach dir keine Sorgen, du wirst das toll machen. Es wird fantastisch aussehen.” Mit diesen Sätzen ermutigte Tim Burton Jenna Ortega während der Dreharbeiten immer wieder. Die junge Frau hatte bereits Erfahrung in Film und Fernsehen: Sie war in der Disney-Serie Jane the Virgin zu sehen und spielte die Hauptrolle in der Serie Scream. Wednesday war für sie jedoch eine besondere Herausforderung.

Die Künstlerin musste in kurzer Zeit verschiedene sehr schwierige Fähigkeiten erwerben. Um die faszinierende und einzigartige Protagonistin dieser Serie darzustellen, nahm sie Unterricht im Fechten, lernte Violoncello und Deutsch. Außerdem erwarteten sie auch andere Herausforderungen.

Wednesday Adams und die Last der Angst

Das Magazin Interview veröffentlichte ein Gespräch zwischen Christina Ricci und Jenna Ortega, in dem sie über die Herausforderungen der Rolle der Adams-Tochter sprachen. In diesem Gespräch betonte Ortega, wie stressig die Dreharbeiten waren. Sie sprach über den psychischen Druck, der entsteht, wenn ein Darsteller eine bereits ikonische Figur darstellt.

Die Schauspielerin gab zu, dass die Dreharbeiten sehr erschöpfend waren: Sie schlief kaum, die Drehtage dauerten zwischen 12 und 14 Stunden, und sie hatte nur einen Tag frei. Die wenigen freien Stunden nutzte sie, um die erwähnten Fähigkeiten zu erwerben. Diese Dynamik ist emotional aufreibend und kann zu ernsten klinischen Zuständen führen.

Ortega erwähnte, dass sie sich in einer bestimmten Phase die Haare ausriss. Wenn sich dieses Verhalten wiederholt, sprechen Experten von Trichotillomanie. Ein in der Fachzeitschrift Comprehensive Psychiatry veröffentlichter Artikel erwähnt, dass es sich um ein Symptom einer Angststörung handeln könnte. Der Druck, ihre Rolle möglichst gut zu spielen, war für Ortega zweifellos eine große emotionale Herausforderung.

Keine Emotionen zeigen

Eine weitere Herausforderung war, als Wednesday keine Emotionen zu zeigen. Die schrullige Figur ist schließlich für ihre Gefühllosigkeit bekannt. Die Darstellerin musste also Ängste und Stress beherrschen. Tim Burton verlangte von ihr, nicht mit den Augen zu zwinkern, um diese Eigenschaft deutlich zu machen. Außerdem hatte die junge Schauspielerin mit folgenden Unannehmlichkeiten zu kämpfen:

  • Der Umgang mit dem fast ständigen Drang zu weinen.
  • Die berühmte, aber komplexe Tanzszene, die sie trotz COVID-19 drehen musste.
  • Eingeschränkte Möglichkeiten, auf die Toilette zu gehen, aufgrund der besonderen Kleider, die Wednesday Adams trug.

Die Trennung von der Familie

Obwohl Jenna Ortega schon seit ihrer Kindheit schauspielert, war die Netflix-Serie ein Wendepunkt in ihrem Leben und brachte ihr einen überwältigenden Erfolg. Aber der emotionale Tribut, den die Dreharbeiten forderten, war für sie sehr hoch. So musste sie zum Beispiel aus Gründen, die mit dem Projekt zusammenhingen, nach Rumänien umziehen – weit entfernt von Familie und Freunden. Dort lernte sie die Last der Angst in Kombination mit Einsamkeit kennen.

Wie sie in verschiedenen Medien oft unter Tränen erklärt, führte sie jeden Abend Videotelefonate mit ihren Eltern. Sie hielt sich selbst nicht für fähig, die Herausforderung anzunehmen: Ortega zweifelte an sich selbst und litt manchmal unter Leistungsangst. Doch Willenskraft und die Liebe zur Schauspielerei waren die Zutaten, um diese Schwierigkeiten zu überwinden.

“Wir mussten anfangen, Stunt-Doubles und sogar Cello-Doubles einzusetzen, aber ich wollte wirklich immer vorbereitet sein, weil ich es selbst machen wollte, um es glaubwürdiger zu machen.”

Jenna Ortega

Was wir nicht sehen: die psychologischen Kosten des Ruhms

Ortega hatte ein interessantes Gespräch mit Oprah Winfrey, in dem sie unter anderem über ihre psychologischen Probleme im Zusammenhang mit der Bekanntheit sprach. Eine Ikone für die Massen zu werden, ist für die meisten Schauspieler nicht einfach. Wenn der Erfolg so schnell kommt und sich das Leben von einem Tag auf den anderen ändert, ist es schwer, Stabilität zu bewahren.

Eine im Journal of Individual Differences veröffentlichte Studie wirft interessante Fragen auf: Ist es notwendig zu leiden, um erfolgreich zu sein? Kann Druck für manche Menschen ein motivierendes Element sein? In gewisser Weise erfordern große Leistungen, die Komfortzone zu überwinden. 

Abgesehen davon geht es darum, sich unvorstellbaren Herausforderungen zu stellen, die wichtige Lernprozesse möglich machen. Das ist der Fall von Ortega, die nicht nur beweist, dass sie eine hervorragende Schauspielerin ist, sondern auch ein Mensch, der in der Lage ist, große Ziele zu erreichen.

Psychische Gesundheit und der Mut, das Stigma zu brechen

Für Jenna Ortega waren die emotionalen Herausforderungen ihrer Rolle als Wednesday Adams immens. Sie konnte sie jedoch mit Willenskraft und mit ihrem beruflichen Engagement überwinden. Die zweite Staffel wird mit neuen Herausforderungen aufwarten, wir sind schon gespannt auf das Ergebnis.

Die Darstellerin spricht mutig über ihre Erfahrungen und leistet damit einen Beitrag, um die Stigmatisierung der psychischen Gesundheit zu bekämpfen. Schließlich erleben wir alle Zeiten der Angst, Beklemmung oder Einsamkeit

Main editorial image credit: Lev Radin / Shutterstock.com


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