Ich kann nicht still sein, wenn mein Herz schreit

2. März 2016 en Emotionen 138 Geteilt

Ein vernachlässigtes Herz ist ein Herz, was vor Kummer überquillt, und was wir nicht mundtot machen und zum Schweigen bringen können. Je mehr man es unterdrückt, desto mehr Kraft wird es schöpfen, um auf sich aufmerksam zu machen. So ist die Liebe, eine unaufhörliche Kraft, die nie unbeachtet bleibt. Sie übernimmt die Kontrolle über uns und bringt unseren Verstand in große Schwierigkeiten.

Der interne Dialog wird zu einer Alltäglichkeit, durch ein Kommen und Gehen an Gefühlen, Höhen und Tiefen als auch Widersprüchen, die wir nicht kontrollieren und noch weniger verstehen können. Hast du einmal versucht, etwas entgegen dem zu machen, was du fühlst, um allein deinem Verstand zu gehorchen? Wenn du es einmal versucht hast, dann wirst du wissen, dass dies nicht einfach ist. Es setzt einen Kampf voraus, in dem es keinen Gewinner gibt, du kannst nur schwer verletzt werden.

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Ein großer Teil meines Seins ist bei dir geblieben

Wenn die Tage weiter vergehen und wir bemerken, dass uns etwas fehlt, dann erfahren wir eine große Leere, egal wie sehr wir auch in Gesellschaft sind, egal wie viel Unterstützung wir haben. Die Einsamkeit kommt trotzdem auf. Denn die Einsamkeit hat mehr damit zu tun, nicht mit der Person zusammensein zu können, die du liebst, mit der du in diesem Moment gern alles teilen würdest, was du erlebst.

Die Zeit vergeht und nichts ist in der Lage, diese Leere zu füllen. Du merkst, dass ein Teil von dir sich entfernt hat, und eine emotionale Wunde in deinen Gefühlen hinterlassen hat. Das Leben glänzt nicht mehr wie zuvor, du hast nicht mehr soviel Antrieb wie früher, alles bleibt ohne Sinn, deine Hoffnungen sind verwelkt.

Ich fühle, dass ich zurückgeblieben bin, verlassen, verletzt. Allein mit meinen unvollendeten Träumen. Die Hoffnungslosigkeit quält mich und zerreißt mir die Brust.

Abschalten ist nicht die Lösung

In der tragischen Situation einer verlorenen Liebe, eines Verlassenwerdens oder bei einem bedeutenden Verlust, neigt man zum eigenen Schutz dazu, diese zu ignorieren. Wir schalten ab, um nicht zu leiden, wir entfernen uns emotional weit von uns selbst und auch von den Menschen in unserer Umgebung.

Dieses Abschalten kann in manchen Momenten notwendig sein, wenn wir in einer Situation sind, mit der wir nur schwer umgehen können. Auf die wir uns nicht vorbereitet fühlen, für deren Bewältigung wir uns nicht mit den richtigen Dingen ausgestattet fühlen. Die beste, kurzfristige Lösung besteht darin, sich emotional zu entfernen. So vermeidet man alles Leid und den Verlust des Verstands.

Doch so zu leben hat seine Folgen und deshalb können wir uns nicht erlauben, in diesem Zustand dauerhaft zu bleiben. Wir verlieren sonst uns selbst, unsere Identität. Das Leben wird zur Routine, automatisiert, ohne Intensität, es gibt keine Liebe und Leidenschaft mehr.

Uns zu verlieren ist nicht die Lösung, deshalb müssen wir uns selbst wiederfinden, mit unseren Ängsten und mit der Trauer, die in unserem Herz verwurzelt ist und vor deren Verarbeitung wir geflohen sind. Die Wunde ist weiterhin da, auch wenn wir uns nicht um sie kümmern. Es braucht viel Mut dafür, den Entschluss zu fassen, sich dem Schmerz zu stellen, ihm zuzuhören und ihm zu begegnen. Aber es ist die einzige Art, um unseren Lebensfluss und unsere Lebensenergie zu erhalten.

Nostalgie

Die Schreie der Nostalgie

Es gibt ein großes Bedürfnis nach Zusammensein und einen Mangel an Zärtlichkeit, was uns extrem verletzlich macht. Wir spüren ein nur schwaches Lebenssignal und ein Gefühl der Erstickung, dass uns in unserem Alltag begleitet, und was uns immer erschöpft und niederschlägt.

Der Liebende, unzufrieden damit, dass seine Liebe nicht erwidert wird, spürt oft eine Nostalgie, die über seine Augen, über seine Art zu Sprechen und seine Körpersprache mitgeteilt wird.

Alles, was man in Angriff nimmt, kostet Kraft. Die Erinnerung an die geliebte Person verfolgen uns ständig, begleiten uns in jedem Moment unserer Bitterkeit. Es bleibt uns kein anderes Gegenmittel, als all diese Bitterkeit loszulassen, die Trauer freizulassen und alle Hoffnung aufzugeben, jemals wieder in die Vergangenheit zurückgehen zu können. Wir müssen zur Realität zurückzukehren. Im Laufe der Zeit wird es einfacher, dies zu akzeptieren.

Die Schreie, die zuvor ohrenbetäubend laut erschienen, verlieren an Kraft, nachdem man ihnen zugehört, ihnen Beachtung geschenkt und zugelassen hat, dass sie sich ausdrücken können. Sie werden immer leiser und wir werden mit diesem Gefühl der Liebe Frieden schließen, die für immer eine Spur in uns hinterlassen hat. Das schaffen wir, wenn wir mit dem Herz mitschwimmen und nicht gegen es ankämpfen.

Bildmaterial mit freundlicher Genehmigung von Benjamin Lacombe

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