Drei Wunden, die niemals heilen und die Beziehung, die es nie gab

· 6. November 2015

Es gibt Beziehungen, die nicht von Dauer sein sollen, sie haben einen Anfang und ein Ende. Wie ein Sommergewitter, emotionsgeladen, wie ein frischer Sommerregen bei glühender Hitze. Doch wenn sich die Wolken verziehen und sich zu weit entfernen, um die durstige Erde zu befeuchten und die Natur gedeihen zu lassen, vertrocknet der Boden und für lange Zeit wird nichts mehr wachsen können.

Manche Beziehung vergeht wie ein sanfter Wind, andere enden mit einvernehmlicher, liebevoller Distanz. Manche aber hinterlassen eine tiefe Leere, die uns innerlich verletzt und verändert.

Schauen wir uns heute diese Nebenwirkungen an, die Folgeerscheinungen, die eine Beziehung hinterlässt und die uns zum Denken anregen sollen.

1. Stimmt es, dass wir aus jeder schmerzvollen Erfahrung etwas lernen können?

Das haben wir schon oft gelesen und gehört. Es gibt keinen besseren Lehrer als den Schmerz, keine bessere Lernerfahrung als den tiefen Schmerz, der uns in einer bestimmten Phase in unserem Leben einholt, nur damit wir weitermachen können, um eine Erfahrung reicher, mit einem besseren Menschenverständnis.

Grundsätzlich sind auch wir dieser Meinung, aber trotzdem gibt es einen Aspekt, den man abwägen sollte. Nicht alle Personen gehen mit einem positiven Lerneffekt aus einer schmerzvollen Phase heraus. Nach einer Trennung, nachdem man enttäuscht wurde, braucht man eine gewisse Zeit, bis man den Blick wieder selbstsicher nach vorn richten kann. Man durchläuft einen schmerzhaften Prozess, der uns „innerlich wiederherstellt“.

Was passiert in vielen Fällen? Man wird nicht stärker durch eine derartige Erfahrung, sondern trägt Wunden davon. Wenn uns jemand weh tut, lernen wir uns zurückzuziehen, wenn uns jemand anlügt, lernen wir zu misstrauen, wenn wir in unserer persönlichen Entfaltung eingeschränkt wurden, lernen wir, uns anderen gegenüber zu verschließen.

Lernen wir also von dieser Beziehung, die nicht sein sollte? Schon, aber nicht immer mit positivem Lernerfolg. Darum müssen wir einen Weg finden, unser Leben wieder in den Griff zu bekommen.

Lasse dich von diesen negativen Gedanken nicht unterkriegen, versuche immer, durchzuhalten und neue Türen zu öffnen.

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2. Der Vertrauensverlust in der Beziehung

Wenn man das Vertrauen zu anderen Menschen verliert, wird es schwierig, sich einer neuen Beziehung vorurteilsfrei und unbeschwert zu öffnen. Wenn eine Beziehung in die Brüche geht, mit der so viele Gefühle und Hoffnungen verbunden waren, wird ein kleiner Teil von uns für immer geprägt.

Man darf nicht zulassen, dass unser Herz Splitter davonträgt, wie die Risse im brachliegenden Erdboden. Wenn man verbittert ist, wird es sehr schwierig sein, eine neue Liebe mit der gewohnten Vorfreude zu empfangen.

Es ist nicht schlecht, vorsichtig zu sein, aber wenn wir das Grundvertrauen gänzlich verlieren, verlieren wir auch unser inneres Kind und dessen Spontanität, dessen angeborene Leichtigkeit, wodurch wir eine Beziehung intensiver erleben.

3. Die tiefe Leere

Gescheiterte Liebesbeziehungen hinterlassen Gefühle der Leere, der Enttäuschung und unerfüllter Hoffnungen. Man weiß, es ist verschwendete Zeit, aber trotzdem muss man sich dieselben Gedanken immer wieder ins Gedächtnis rufen. Doch man kann sich davon erholen, sogar wieder neue Beziehungen anfangen, oder einen neuen Lebensabschnitt beginnen.

Das Glück kehrt immer wieder, mit neuen Erlebnissen, einer neuen Beziehung, die wir genießen werden. Dennoch kann ein kleiner Splitter vergangener Erfahrungen in einem Winkel unseres Herzens und unserer Erinnerungen zurückbleiben. Manchmal haben wir Wege eingeschlagen, die uns zu unserem Glück führen sollten, aber schlussendlich blieb uns nichts anderes übrig, als die Richtung zu wechseln, drastisch und schmerzvoll.

Unser Gehirn speichert diesen Weg, er wird Teil von uns. Wie in zwei Welten, einer realen Welt und einer Welt der Erinnerungen, die wir nicht vergessen können, weil sie eins mit uns sind.

Diese Gefühle der Leere begleiten uns weiterhin, man sollte sie akzeptieren. Es sind Wunden die nicht heilen, aber aus denen man lernt, wenn man sie akzeptiert, jedoch nicht zulässt, dass sie sich in ein schwarzes Loch verwandeln.

Lasse diese schmerzhaften Erinnerungen zu, als wären sie ein sanfter, duftender Windhauch, der immer wieder auftaucht, aber nach ein paar Sekunden wieder verschwindet. Dann komm zurück und verbleibe im Hier und Jetzt, wo du wirklich glücklich bist.