Ich bin eine authentische Person, ich mag mich nicht verstellen

21. Mai 2016 en Psychologie 4 Geteilt

Ich bin eine authentische Person, ich stehe zu meinen Prinzipien und ich versuche nicht, etwas vorzugeben oder nach außen hin zu zeigen, was ich nicht bin, nur um anderen zu gefallen. Ich bin alles, was du siehst, ich verstehe nur eine Sprache: Die der Ehrlichkeit.

Die Authentizität des Verstandes, des Geistes und des Willens ist etwas, was man nicht allzu häufig praktiziert. Und der Grund dafür ist einfach: Wir Menschen müssen manchmal gewisse Dinge vorgeben, mit dem Ziel, Bestätigung in unseren alltäglichen sozialen Beziehungen zu bekommen, oder in der Absicht, sich in diese zu integrieren.

 Eine authentische Person hat einen langen Weg zurückgelegt, auf dem sie sich Stück für Stück von vielen Dingen verabschiedet hat, die ihr Glück beeinträchtigt haben: Die Angst vor Einsamkeit, die Unsicherheit, die Vorurteile, das Bedürfnis, allen zu gefallen…

Das Leben ist in Wirklichkeit ein langer Weg, auf dem man häufig Opfer bringen muss, um schließlich bei dem zu bleiben, was wirklich wichtig ist, was wirklich „authentisch“ ist. So grundlegende Pfeiler wie die Selbstliebe, die Integrität und der Respekt für sich selbst und andere sollten diesen Weg gestalten.

Es ist jedoch auch klar, dass es nicht immer einfach ist, diese ehrliche Haltung aufrechtzuerhalten, von der wir hier sprechen. Manchmal kann es zu mehr als nur einem Konflikt, zu größeren oder kleineren Reibereien mit anderen führen, wenn wir unseren Lebensweg entlanggehen und uns dabei so zeigen, wie wir sind, diese Einstellung aber nicht geteilt wird.

Es geht viel mehr darum, einen Ausgleich zu finden. Denn die Authentizität besteht vor allem darin, respektvoll zu sein, sagen zu können: „Ich bin ich, aber ich respektiere auch, was du bist.“  Wir sind in einer Welt, in der es Platz für alle gibt, und in der unehrliches Auftreten eines der Dinge ist, die uns am meisten Schaden zufügen können.

Die authentische Person sucht nach der Essenz der Dinge

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Nach der Essenz der Dinge suchen heißt vor allem, die Authentizität des Lebens wertzuschätzen. Und dies finden wir, indem wir unsere Existenz aus unserem Herzen heraus führen, und indem wir die Dinge sehen, die wirklich wichtig, die wirklich wertvoll sind.

Die authentische Person sucht nach der Essenz des Alltags, ist sich dabei selbst treu, und baut an ihrem eigenen Schicksal: Denn es sind freie Wesen, die die Ketten ihrer Vergangenheit sowie alles Falsche und Negative zerstört haben.

Wir wissen auch, dass in den letzten Jahren der Begriff  „authentische Person“ sehr an Beliebtheit gewonnen hat. Und zwar so sehr, das mehr als nur Einer diese Worte eher skeptisch betrachtet, da es so klingt, als ob wir alle grundsätzlich nicht wirklich und „authentisch“ wären.

Um die Definition etwas zu verbessern, sollten wir die folgenden Details etwas genauer betrachten.

  • In einem Artikel, der Anfang 2015 in der Zeitschrift Psychology Today  erschienen ist, wurde erklärt, dass authentische oder genuine Menschen vor allem solche Persönlichkeiten sind, in deren Verhalten keine Falschheit zu finden ist und die sich unwohl fühlen, wenn sie mit dieser konfrontiert werden.
  • Außerdem ist es interessant, zu wissen, dass es Menschen sind, die ihren Alltag von innen heraus erleben: Sie sind aufmerksam, analysieren, denken nach, bewerten ihre Gedanken und Einstellungen und behandeln jede Person in ihrer Umgebung gleich ehrlich.
  • Es sind unabhängige Personen, die nur internen Erwartungen nachkommen. Sie suchen niemals nach der Bestätigung anderer, bevor sie mit etwas beginnen, und sie lassen niemals zu, dass ihr Glück von anderen abhängt.
  • Eine authentische oder genuine Persönlichkeit lernt aus ihrem Scheitern und ihren Fehlern, nimmt sie an und akzeptiert sie, um sich neu auf ihrem Weg zu orientieren. Sie versteht den Wert der Anstrengung und der persönlichen Überwindung.
  • Ihr Selbstwertgefühl ist stark und sicher. Jedoch ist es nicht einfach gewesen, dorthin zu kommen, und häufig liegt ein langer Weg der Unstimmigkeiten und Lehren hinter ihnen, an dessen Ende sie schließlich den Wert der Essenzen entdecken: Der Freiheit, der Bescheidenheit, der Selbstliebe und der Zufriedenheit.

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Die falschen Erscheinungen: Eine Persönlichkeit hinter einer Maske

Wie wir bereits zu Beginn erwähnt haben, war jeder von uns schon einmal dazu gezwungen, etwas vorzugeben, was er nicht war. Jugendliche machen das oft, um sich in eine soziale Gruppe zu integrieren und Erwachsene fühlen sich manchmal dazu gezwungen, um Konflikte zu vermeiden, um eine falsche Harmonie in einem bestimmten Moment aufrechtzuerhalten. Wenn es etwas gibt, das authentische Personen nicht aushalten können, dann sind das ohne Zweifel falsche Menschen, die sich über die eigene Falschheit beschweren.

Die Komplexität ist wohl eine sehr hervorstechende Eigenschaft des Menschen: Manche Formen ihre Persönlichkeit entsprechen der Erwartungen anderer, andere wiederum verachten ihre eigenen Freunde oder Familie für etwas, aber sie geben ehrliche Zuneigung vor… Warum machen wir das nur?

  • Die Falschheit oder diese Masken, die wir uns manchmal scheinbar gezwungenermaßen aufsetzen, bilden einen Teil dessen, was wir allgemein als „Sozialisierung“ beschreiben. Wenn wir jedoch diese Praktiken für einen längeren Zeitraum aufrechterhalten, dann laufen wir Gefahr, uns selbst nicht mehr wiederzuerkennen.
  • Eine authentische Person kann durch eine solche Phase gegangen sein, jedoch hat sie am Ende entschieden, es nicht mehr zu tun, da dies nicht mit ihrer Essenz, mit ihren Prinzipien, vereinbar ist.

Wir müssen uns daran erinnern, das ein Teil der Lehren, die uns das Leben erteilt, darin besteht, unser Selbstbild mit Integrität zu formen und gegenüber uns selbst und gegenüber anderen klarzustellen: Das bin ich.

Relativiere das, was andere über dich denken oder von dir erwarten, denn das ist nur Luft, Geräusch, eine leere Höhlung. Was wirklich wichtig ist, ist deine authentische Essenz und deine Integrität: Sei authentisch, sei frei.

 Bildmaterial mit freundlicher Genehmigung von Tuğba Sayın und Pascal Campion
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