Das Selbstwertgefühl ist der Tanz der Eigenliebe

13, Mai 2016 en Psychologie 5 Geteilt

Um zu verstehen, was Selbstwertgefühl bedeutet, müssen wir verstehen, dass unser Verstand wie ein Spiegel funktioniert. In ihm wird all das wiedergespiegelt, was unsere Sinne auf eine bestimmte Weise einfangen. Es funktioniert so, als wären alle Dinge, die wir über unsere Sinne wahrnehmen, Teile eines Mosaiks, die irgendwie zusammenpassen müssen.

Nicht nur das, sondern der Verstand freut sich auch darüber, wenn er solche Teilchen bekommt und kann böse werden, wenn es nicht passiert. Dieser so spezielle Spiegel stellt auch ein Bild von den Personen aus unserer Umgebung und, als Erweiterung, auch von uns selbst dar. Dieses Bild ist nichts anderes als unser Selbstwertgefühl.

Deshalb sollten wir das Selbstwertgefühl als den Tanz verstehen, den unsere Sinne tanzen, wenn sie das Puzzle von etwas Größerem zusammenlegen, von der Liebe zu uns selbst, die durch jede kleine Bewegung repräsentiert und gezeichnet wird, die wir durchführen.

Selbstwertgefuehl

Warum ist das Selbstwertgefühl wichtig?

Die Antwort ist einfach: Das Selbstwertgefühl ist an allem beteiligt, was wir machen. Es ist wie eine gespensterhafte und geheime Zutat, die der Koch jedem Rezept hinzufügt. Wir fügen sie all unseren Handlungen hinzu, denn die Art, in der wir uns sehen, bestimmt auch unsere Ziele, die wir auswählen, oder beeinflusst, wie wir andere Personen behandeln.

Wenn wir etwa ein schwaches Selbstwertgefühl haben, dann werden wir Ziele bevorzugen, die klar unterhalb unserer Fähigkeiten liegen. Dadurch nehmen wiederum die Möglichkeiten ab, aus unserer Komfortzone herauszufinden, wodurch wir unser Potential vergeuden.

Niedriges Selbstwertgefühl beeinflusst auch die Beziehungen, die wir mit anderen aufrechterhalten. Es ist eine Quelle „falscher Schüchternheit“ und steht dem Versuch im Weg, sich zu behaupten. Es lässt uns im Vergleich zu anderen minderwertig fühlen und sorgt dafür, dass wir uns auch so verhalten.

Es lässt uns außerdem negative Gedanken entwickeln. Bestimmt hast du einmal die folgende Szene erlebt: Eine Person bekommt eine ihr zustehende Belohnung und trotzdem sieht man es ihren Augen an, dass sie denkt, diese nicht verdient zu haben. Auf diese Weise verhindert ein schräges Selbstbild, dass wir das genießen können, was wir erreicht haben.

Maedchen-mit-Blumen-im-Gesicht

Wodurch zeichnet sich ein gesundes Selbstwertgefühl aus?

Ein gesundes Selbstwertgefühl ist ein in weiten Teilen nach außen hin sichtbares Bild. Das heißt, ein kaum geschütztes Bild, denn es ist auch gar nicht nötig, es zu schützen, da es aus starkem Zement besteht. Es braucht nicht den Panzer der Zurückhaltung oder der Schüchternheit, auch nicht den Egozentrismus oder die Unterwerfung anderer. Es trägt kein eng anliegendes Kleid, weil es sich mit uns entwickelt und wächst.

Einem gesunden Selbstwertgefühl fehlt es andererseits auch an der Blindheit und dem Drang, stets der Beste sein zu wollen, die vom Egozentrismus ausgehen. Es lässt zu, dass Gefühle die eigene Essenz erreichen, um so Teil von ihm zu werden. Es ist außerdem gerecht und berücksichtigt stets, ob eine gute oder eine schlechte Absicht hinter einer Handlung gesteckt hat.

Aus ihm gehen Liebe, Großzügigkeit und Engagement hervor, denn in ihm ist fest das Prinzip verankert, dass wir etwas Wertvolles von uns geben müssen. Etwas, was eine Familie, einer Gruppe an Freunden, die Gesellschaft oder die ganze Welt ein bisschen besser machen kann. Am Ende sind wir uns dieses Wertes bewusst, wir erlauben uns, die Dankbarkeit zu erhalten, die man uns entgegenbringt und manchmal belohnen wir uns auch selbst.

Herzkissen

Wie können wir ein gutes Selbstwertgefühl erlangen?

Wir haben bis hierhin eine zweiseitige Beziehung beschrieben. Das Gleiche, was ein gutes Selbstwertgefühl hervorruft, ist auch das, was dabei hilft, es wachsen und stark bleiben zu lassen.

Die Auswahl der richtigen Herausforderungen, denen wir uns stellen wollen, die Weise, wie wir auf dem Weg versuchen, unsere Stärken zu verbessern und unsere Schwachpunkte zu überwinden, all dies sind bereits die ersten Schritte in die richtige Richtung. Der Großteil dieser Herausforderungen sollte weder besonders schwer noch besonders leicht sein, sie sollten von uns eine Kraftanstrengung verlangen, aber eben auch nicht von uns erwarten, unser halbes Leben dafür aufzuopfern.

Wenn wir denken, dass das Erreichen unseres Ziels noch in weiter Zukunft liegt, dann ist es gut, wenn wir uns kleine Zwischenziele setzen, die uns Befriedigung bringen, sobald wir sie erreichen. Auf der anderen Seite ist es gut, wenn wir sie mit alternativen Tätigkeiten begleiten, da diese eine gute temporäre Ausweichmöglichkeit darstellen, wenn uns irgendetwas entgegenkommt.

Du musst du dich bewegen. Versuche, gesund zu leben und gib deinem Körper eine bedeutendere Rolle in deinem Leben, die seinen natürlichen Bedürfnissen entspricht. Auf diese Weise formen und wiegen wir bildlich gesprochen die Schale, in der unsere Gedanken liegen.

Steinherzen

Wenn wir aber vor lauter Training ganz besessen von unserer äußeren Erscheinung werden, dann hilft uns das sicher auch nicht weiter. Das äußere Aussehen pflegen und dafür Anerkennung zu erhalten kann jedoch sehr wohl auch unserem Selbstwertgefühl helfen.

Der Zusammenhang zwischen unserem Selbstbild und den Anderen

Wie wir am Anfang gesagt haben, existiert in unserem Verstand eine Parallelwelt an Bildern. Indem wir deren Spuren verfolgt haben, konnten wir sehen, dass ein bestimmtes Bild in diesem Haufen an unterschiedlichsten Eindrücken unser Selbstwertgefühl ist.

Diese Spiegelung, dieses Selbstwertgefühl, gibt uns nicht nur eine Idee darüber, wer wir sind, sondern auch wer wir im Bezug auf andere sind. Und hier wird es paradox, denn es sind genau unsere Freunde, unsere Familie, Feinde und Bekannte, die den Winkel bestimmen, in dem wir uns vor den Spiegel stellen.

Zu wissen, wie man diesen Winkel richtig einstellt und wie man die Meinungen anderer richtig einordnet, ist der letzte, und vielleicht auch der wichtigste Faktor, der ein gutes Selbstwertgefühl ausmacht. Indem wir lernen, die Relevanz des Feedbacks von außen richtig einzuordnen, bereiten wir bereits das Feld, auf dem unser Selbstwertgefühl starke Wurzeln schlagen und eine sensible Oberfläche entwickeln kann.