Die hinter der Maske versteckte Persönlichkeit

· 20. November 2015
Sich seine eigene Maske auszuwählen, ist die erste freiwillige Geste eines Menschen. Und dies geschieht ganz von allein.
Clarice Lispector

Viele Menschen haben Erfolg, sind glücklich und besitzen ein offensichtlich perfektes Leben. Ist dies wirklich so? Aber nein. Viele von ihnen scheinen etwas zu sein, was sie nicht sind. Man könnte auch sagen, dass sie eine Maske tragen.

Deprimierte Personen, die sich als Optimist zeigen, ängstliche Personen, die sich als ganz entspannt präsentieren, Personen, die eine Maske aufsetzen, damit die Anderen nicht sehen, wie sie in Wirklichkeit sind. Willst du wissen, welche Art von Masken wir uns aufsetzen, und aus welchem Grund? Dann lies weiter!

Der Kontrollierer

Eine Person, die alle Aspekte ihres Lebens kontrollieren möchte, kann jemand sein, der zuvor betrogen worden ist. Aufgrund dieses Schmerzes entwickelt diese Person ein Verhalten, durch das sie versucht, die Sicherheit zu erlangen, dass die Anderen ihre Versprechen einhalten. Auf diese Art und Weise versucht sie, zu vermeiden, dass man sie erneut betrügt.

Der Kontrollierer hat ein verstecktes Gesicht, dass von seiner erfahrenen Unsicherheit geformt ist. Deshalb ist es für ihn ungemein wichtig, alles zu kontrollieren, und das manchmal auf übertriebene Art. Die Maske schützt ihn vor dem Schmerz eines erneuten Betruges, während er alles versucht, damit es nicht wieder passiert.

Der Strenge

Eine strenge Person hat eventuell zuvor eine Situation großer Ungerechtigkeit erlebt. Aufgrund dessen wurde sie inflexibel und sucht immerzu die Gerechtigkeit und Genauigkeit in den Dingen.

Strenge

Eine strenge Person wandelt sich in einen Perfektionisten. So sehr, dass es zu einer obsessiven Haltung wird. Versetzen wir uns aber in ihre Position! Ungerechtigkeiten gefallen uns nicht, sie verwirren uns. Wenn man alles perfekt studiert und vereinbart, dann kann man vermeiden, dass erneute Ungerechtigkeit Einzug hält. Deshalb handeln die strengen Personen auf diese Weise.

Der Abhängige

Eine abhängige Person trägt in ihrem Inneren vielleicht einen tiefen Schmerz, verursacht durch ein Gefühl des Verlassenseins. Durch diese Wunde verspürt sie gegenüber Anderen eine gewisse Abneigung, da sie sich nicht erneut verlassen fühlen will. Dies verhindert, dass Menschen wie sie eine ernsthafte Beziehung mit jemanden aufbauen, und dazu, dass sie die Idee ablehnen, mit jemandem zusammen zu leben.

Der Schmerz des Verlassenseins ist schrecklich. Die abhängige Person ist es in Wirklichkeit gar nicht. Im Gegenteil, sie leidet in ihrem tiefsten Inneren darunter, dass sie keiner der ihr wichtigen Personen vertrauen kann, damit diese sie nie verlassen wird.

Der Flüchtende

Eine Person, die flieht, lehnt es ab mit anderen Menschen zusammen zu sein. Sie ist lieber allein, in Momenten der Ruhe. Sie lehnt es komplett ab, im Zentrum der Aufmerksamkeit zu stehen, etwas, was sie als abstoßend empfindet. Eine Person auf der Flucht flieht, weil sie abgelehnt worden ist und dies eine solche Wunde erzeugt hat, dass sie nichts anderes tun kann, als ihr aus dem Weg zu gehen.

Die Flüchtenden ertragen es nicht, in bestimmten Situationen nicht zu wissen, wie sie handeln sollen, so dass sie sich schämen oder verloren fühlen. Ganz einfach deshalb, weil dies dazu führen könnte, dass die anderen sie ablehnen. In ihrer Einsamkeit sind sie weder angreifbar noch unsicher. Ihre Maske schützt sie vor dem, was sie schmerzt. Ist dies Feigheit? Nein. Man weicht nur dem aus, von dem wir wissen, dass wir es weder kontrollieren noch vermeiden können, dass es uns verletzt.

Der Masochist

Masochistische Personen können mentale oder emotionale Masochisten sein. Dieses Verhalten entsteht durch ein Gefühl der Erniedrigung und Scham, dass durch eine bereits passierte Situation erzeugt wird. Dies ruft hervor, dass der Masochist immer die Probleme der Anderen lösen will und alles für sie tut, während er sich selbst erniedrigt. Es ist etwas, was er braucht.

Anders als die vorherigen Typen, versucht der Masochist nicht, seinen Wunden aus dem Weg zu gehen. Der Masochist konfrontiert sich mit dem, was ihn schmerzt, auf der Suche nach mehr Schmerz. Man hat ihm geschadet und er hatte nicht die Kontrolle darüber. Jetzt hat er sie und es ist er selbst, der entscheidet, dass man ihn verletzt. In seinem tiefsten Inneren hilft ihm das, mit dieser Situation umzugehen.

Wie wir gesehen haben existiert eine Reihe von verschiedenen Masken, die wir uns aufgrund einer emotionalen Wunde aufsetzen können, die wir erlitten haben. Trägst du eine dieser Masken? Kennst du jemanden, der eine solche aufgesetzt hat? Man kann die Personen, die eine Maske tragen, sehr einfach identifizieren, denn in irgendeinem Moment kommt ihr verstecktes Ich zum Vorschein.

Am besten ist es, wenn wir das überwinden, was in uns die Angst erzeugt hat. Vielleicht ist der Masochist hart zu sich selbst, aber zumindest stellt er sich seinem Schmerz. Dies kann ihn stärker werden lassen und ihn erreichen lassen, dass er sein Trauma überwindet, oder, ganz im Gegenteil, dass er sich immer weiter Schaden zufügt. Was denkst du über all dies? Wir sind gespannt auf deine Antworten!