Höre auf deine Gefühle

30. März 2016 en Emotionen 10 Geteilt

Unsere Gefühle kontrollieren unsere Gedanken und Taten. Sie können emotionalen und physischen Schmerz auslösen, wenn wir ihnen keine Aufmerksamkeit schenken. Die gute Nachricht ist aber, dass sie uns auch leiten können, um festzustellen, ob in unserem Leben alles richtig läuft oder eben nicht.

Es spielt keine Rolle, ob du dich selbst als eine hochsensible und emotionale Person oder als einen sehr rational und logisch denkenden Menschen betrachtest. Unsere Gefühle sind immer präsent, weil sie das Ergebnis unserer Erfahrungen sind.

Deine Emotionen machen aus dir den Menschen, der du bist. Konzentriere dich auf das, was du fühlst, um zu reifen, ohne dass deine Gefühle dabei die Oberhand gewinnen.

„Aber Gefühle können nicht ignoriert werden, so ungerecht und unangenehm sie auch scheinen mögen.“

Anne Frank

Im Grund genommen gibt es keine negativen Gefühle

Uns wurde vorgelebt, dass wir unsere Emotionen nur positiven oder negativen Gefühlen zuordnen können. Doch in Wahrheit spielt jedes Gefühl eine wichtige Rolle in deinem Leben. Was wäre denn, wenn die Angst dich nicht dazu antreiben würde, zu beschützen, was du liebst? Und wo wärst du, wenn du keine Angst hättest, dich zu irren?

Wir verwechseln zerstörerische oder negative Ausdrücke mit dem Gefühl an sich. Worte können einen großen Schaden anrichten und unsere Mitmenschen verletzen. Aber wenn du Gefühle unterdrückst und ihnen nicht gestattest, dass sie zu dir sprechen, bleibst du für eine lange Zeit emotional festgefahren.

Liebe und Angst – zwei Grundgefühle

Liebe und Angst sind dafür verantwortlich, was wir erleben. Der Rest der Gefühle, die du empfindest, sind einfache Abwandlungen davon. Emotionen, die sich aus der Angst herleiten, sind Beklemmung, Wut, Kontrolle, Traurigkeit, Frust, Verwirrung, Schmerz, Einsamkeit, Schuld und Scham. Gefühle, die aus der Liebe heraus entstehen, sind Freude, Glück, Besorgnis, Vertrauen, Leidenschaft, Ehrlichkeit und Zufriedenheit.

Diese zwei Gefühle gehören also zu den Grundgefühlen. Alle anderen sind lediglich davon abgeleitet und hinter ihnen steckt immer die Liebe oder die Angst. Wut beispielsweise kann in geringem Maße Missfallen ausdrücken, in höchstem Maße aber Zorn.

„Man muss dem Kopf zuhören, aber das Herz sprechen lassen.“

Marguerite Yourcenar

Lerne, deine Gefühle zu deuten

Du musst zuerst wissen, was du fühlst, bevor du versuchst, deinen Emotionen zu lauschen und zu verstehen, was sie dir mitteilen möchten.

Wie oft passiert es dir, dass du nicht wirklich weißt, was du fühlst? Das heißt, dass du nicht genau erklären kannst, wie es dir geht und warum.

Frau mit geschlossenen Augen und verschraenkten Armen

Um sie richtig identifizieren zu können, musst du dir die Zeit nehmen und dich einmal ganz auf dich konzentrieren. Lenke deine Aufmerksamkeit auf das, was du in diesem Moment verspürst und finde etwas über dich selbst heraus. Es kann sogar sein, dass du eine Verbindung zwischen physischen Aspekten und deinen Gefühlen entdeckst.

Konzentriere dich auf deine Gefühle und Gedanken

Unser Verstand ist darauf ausgerichtet, sich von unterbewussten Gedanken leiten zu lassen. Finde heraus, was im Tagesverlauf in deiner Gedankenwelt vor sich geht. Das wird dir dabei helfen, dir über die Dinge, die du liebst und hasst, bewusst zu werden.

Wenn dir das gelingt, dann notiere dir diese entstandenen Gedanken und Gefühle. In ein paar Monaten wird es einfacher sein, zu deuten, was du fühlst.

„Alles, was wir sind, ist ein Resultat dessen, was wir gedacht haben.“

Buddha

Erkenne die „kleinen und bedeutungslosen Dinge“, die dich stören

Welche sind deiner Meinung nach die kleinen Dinge, die dich zwar stören, die aber du nicht als weltbewegend betrachtest?

Viele Menschen laufen durchs Leben und beschönigen das, was ihnen wehtut. Wir verhalten uns für gewöhnlich so, weil wir glauben, dass diese Dinge somit an Wichtigkeit verlieren, obwohl sie uns in Wahrheit dadurch nur noch mehr stören.

Unser Leiden zu beschönigen oder zu ignorieren führt nur dazu, dass es mit der Zeit immer größer wird.

Ein paar dieser „kleinen Störenfriede“ trägst du seit deinem Kindesalter mit dir herum. Es handelt sich um Emotionen, die dir im Erwachsenenalter Probleme bereiten. Du wirst sie nicht bewältigen können, bis du sie erkennst und dich mit ihnen auseinandersetzt.

Traurige Frau hoert auf ihre Gefuehle

Schenke deinen Gefühlen Beachtung

Oft verwechseln wir unsere Emotionen, weil wir in sehr allgemeinen Begriffen von ihnen reden. Ein Beispiel hierfür ist das Gefühl, deprimiert zu sein. Vielleicht hast du auch schon einmal eine Trennung von geliebten Menschen, spirituelle Einsamkeit, Langeweile erlebt oder hattest das Gefühl, dass dein Leben keinen Sinn hat. Wenn jemand fragen würde, wie du dich fühlst, würdest du wahrscheinlich antworten, dass du deprimiert oder frustriert bist. Wie du aber sehen kann, gibt es viele Arten und Gründe, so zu fühlen.

Wenn du die Ursache deiner Gefühlslage erkennst, ist es leichter, eine Lösung zu finden. Aus diesem Grund solltest du deinen Gefühlen die benötigte Aufmerksamkeit schenken. Du wirst dadurch näher mit dir in Kontakt treten und dich besser kennen lernen.

Lerne, mit deinen Emotionen umzugehen

Habe keine Angst vor deinen Gefühlen. Versuche nicht, gegen sie anzukämpfen, vor ihnen zu fliehen oder sie gar zu blockieren. Begrüße, lebe und verstehe sie – wir sind nun einmal mit ihnen geboren worden. Es gibt weder gute noch schlechte Gefühle, sie sind schlichtweg ein Teil von uns.

Mit der Zeit wird dir auffallen, dass ihre Stimme leiser wird, bis sie sogar komplett verstummt, wenn du ihnen nur erlaubst, sie auszuleben und zu akzeptieren. Schließe einfach deine Augen, höre tief in dich hinein und lausche den Stimmen deiner Gefühle.

Bildmaterial mit freundlicher Genehmigung von Lauri Blank, Ofra Amit

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