Hab keine Angst vor deinen Monstern, bändige sie

Hab keine Angst vor deinen Monstern, bändige sie

Letzte Aktualisierung: 14. März 2017

Wir alle verstecken etwas. Manchmal sind es Eigenschaften, für die wir uns schämen und von denen wir denken, dass andere uns ihretwegen ablehnen würden, oder die wir selbst als negativ einschätzen. In anderen Fällen verstecken wir Traumata der Vergangenheit, Dinge, die wir gemacht haben oder die uns angetan wurden und von denen wir denken, dass sie bei anderen Ablehnung hervorrufen werden. Diese Art von Dingen, die wir stets verstecken, nennen wir “unsere Monster”.

Wenn wir unsere Monster vor anderen verstecken, dann, weil wir sie selbst in Wirklichkeit auch nicht sehen wollen und wir nicht mit ihnen zusammenleben wollen. Das ist normal. Die Monster sind Traumata, Reuegefühle, Komplexe, Schamgefühle. All dies sind negative Kategorien, die wehtun, wenn man sie betrachtet, die uns leiden lassen.

Doch eigentlich ist es ganz normal, mit unseren Monstern zusammenzuleben. Noch nicht einmal derjenige, der von allen Menschen, denen du tagtäglich begegnest, am reinsten erscheint, ist frei davon, eine Art inneren Kampf zu führen. Der Mensch baut sich über seine Konflikte und Widersprüche erst auf. Sie sind nicht das Problem, dass Problem ist es, zu versuchen, sie komplett zu ignorieren und nicht zu akzeptieren.

Kind-mit-Schatten

Wenn du Angst vor deiner eigenen Reaktion hast, vor deiner Nervosität, deiner Wut, deiner Depression, vor der Ablehnung, du dir aber nie einen Moment Zeit nimmst, darüber nachzudenken, dann ist es wahrscheinlich, dass diese Angst immer größer wird und Teile deines Lebens verdunkelt, die zu Beginn nicht davon betroffen waren.

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In Wirklichkeit müssen wir immer mit Aspekten des Lebens zurechtkommen, die uns Leid empfinden lassen. Aber wenn wir uns dazu entschlossen haben, ihnen entgegenzutreten, ist das Wichtigste, dass wir Werkzeuge gebrauchen, mit denen wir sie vielleicht nicht auslöschen aber umgänglich machen können.

Eine sehr nervöse Person zum Beispiel wird immer mit einem größeren Maß an Nervosität zurechtkommen müssen, als eine Person, die Nerven wie Drahtseile hat. Wenn letztere Person vor einer großen Herausforderung steht, dann plant sie voraus, aber ihre Nervosität wird niemals die Dimensionen erreichen, mit der erstere zu kämpfen hat.

Wenn wir uns also wirklich einem Problem stellen, dann finden wir Formen, mit ihm umzugehen. Du kannst professionelle Hilfe ersuchen, Entspannungstechniken erlernen. Du kannst lernen, dich in bestimmten Situationen zu kontrollieren. Du kannst lernen, mit deinen Monstern zu leben, sie zu bändigen.

Akzeptanz- und Commitmenttherapie

In der Psychologie gibt es eine Strömung, die sich Akzeptanz- und Commitmenttherapie nennt. Sie besteht darin, dass wir negative Gedanken zu akzeptieren lernen, anstatt zu versuchen, sie zu bekämpfen, was recht erschöpfend sein kann. Doch bringen wir uns gleichzeitig dazu, dennoch so zu handeln, wie wir es für richtig halten, und uns dabei nicht von diesen Gedanken beeinflussen lassen. 

Wenn es zum Beispiel unser Problem ist, dass wir sozialen Situationen ausweichen, weil sie uns nervös machen, dann müssten wir uns dazu verpflichten, uns solchen Situationen zu stellen, wobei wir gleichzeitig akzeptieren, dass wir dabei sehr nervös sein werden.

Wichtig ist, dass wir uns dazu verpflichten, so zu handeln, wie wir es für richtig halten und akzeptieren, dass wir uns dabei in unserem Inneren etwas ängstlich, traurig, wütend… fühlen können, aber bei unseren Handlungen nicht auf unsere Impulse hören, sondern das Verhalten zeigen, wozu wir uns zuvor verpflichtet haben.

Und so zähmen wir unsere Monster. Wir schauen sie an, wir lernen sie kennen und sagen zu ihnen: “Obwohl ihr da seid, werde ich mein Leben so leben, wie ich das will.”  Dies erzeugt einen überraschenden Effekt, der sich mit der Zeit einstellt. Die Monster werden zu unterwürfigen Wesen, die uns schon nicht mehr erschrecken, vor denen wir keine Angst mehr haben, mit denen wir leben können.