Das Leben muss nicht perfekt sein, um wunderbar zu sein

22. März 2016 en Psychologie 11 Geteilt

Wir Menschen sind gewöhnlich sehr anspruchsvoll mit unserem Leben und auch mit uns selbst. Wir nehmen uns Vorbilder, setzen uns Ziele und haben eine Vielzahl an Träumen, die es zu erfüllen gilt. Und dies ist bei Weitem nicht nur gut, sondern auch notwendig. Wir alle brauchen kurzfristige und langfristige Projekte, deren Erfüllung uns stolz auf uns selbst macht und durch die wir neue Qualitäten und Fähigkeiten erlangen.

Doch manchmal setzt man seine Erwartungen sehr hoch, und geht damit das Risiko ein, nicht mehr die kleinen, alltäglichen Triumphe genießen zu können, welche nur bescheidene Menschen wertschätzen können: Wie etwa Zuneigung, Freundschaft, Ruhe….

Es gibt keinen Grund, dass das Leben perfekt sein muss, um wunderbar zu sein. Wir wissen, dass das einfach gesagt ist, aber gehörst du zu den Menschen, die das bereits wissen? Oder bist du immer noch damit beschäftigt, diese so ersehnte Perfektion zu erreichen? Mach dir keine Sorgen, wir laden dich dazu ein, ein bisschen darüber nachzudenken.

Die Sucher der alltäglichen Perfektion

Meditation

Anspruchsvoll zu sein und alle Dinge perfekt machen zu wollen, ist ein zweischneidiges Schwert. Der Anspruch lässt uns viele Fähigkeiten entwickeln, doch gleichzeitig fühlt sich jemand mit einem hohen Selbstanspruch nur selten zufrieden.

Die Perfektion ist in Wirklichkeit nichts anderes als eine Chimäre, eine unerreichbare Sehnsucht. Es gibt kein perfektes Leben ohne Hoch und Tief. Die Existenz ist ein Karussell der intensiven Gefühle, in dem auf der Fahrkarte nur ein Ziel geschrieben steht: Jeden Tag etwas über unser Leben zu lernen.

Manchmal hören wir, wie viele in unserer Umgebung sich mit traurigen Klagen darüber beschweren, dass „alles Schlechte nur ihnen passiert“,  dass „bei den anderen alles gut läuft und sie immer den falschen Weg wählen.“  Diese Art Sprüche und Gedanken gab es schon immer und sie werden immer existieren. Doch bevor wir in diese Art von Verhalten verfallen, sollten wir Folgendes im Kopf behalten:

  • Das Glück steckt nicht in der Perfektion. Niemand hat sein absolutes Glück garantiert, weil er reich ist, gut aussieht oder bei guter Gesundheit ist.
  • Das Leben misst sich in Momenten, und vor allem auch in unserer Bereitschaft, offen für die Realität zu sein, offen für die Gelegenheiten, für die Magie der kleinen Details, die uns umgeben und offen für Optimismus.

Sie haben mich für diese Arbeit abgelehnt, von der ich so sehr geträumt habe. Muss ich mich deshalb nun selbst zum Märtyrer machen, indem ich denke, dass ich nichts wert bin und dass das Leben nur darauf aus ist, mir in den Rücken zu fallen? Ich bin mir absolut darüber bewusst, dass, wenn eine Tür zu geht, sechs weitere aufgehen, und ich werde für all diese kämpfen.

  • Wer nach einem perfekten Leben trachtet, besteigt einen Gipfel, um so das Universum zu erreichen, während er jeden Tag all die wunderbaren Dinge verliert, die sich zu seinen Füßen befinden.
  • Es gibt einen anderen Aspekt, über den wir uns bewusst sein müssen: Wer mit dem Selbstanspruch lebt, sich ein perfektes Leben erkämpfen zu wollen, der reißt auch die anderen mit sich, ein solches Ziel zu erreichen.
  • Die Person, die nach dem perfekten Leben trachtet, legt ihren Mitmenschen eine so hohe Latte vor, dass er am Ende einfach nur breite Unzufriedenheit erzeugt.

Das Leben ist wunderbar für den, der sich von ihm treiben lassen kann, der es wertschätzen kann

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Und du…kannst du all die Wunder wertschätzen, die dich Tag für Tag umgeben? Manchmal fällt uns dies wegen all der Eile, all den Sorgen und dieser inneren Stimme schwer, die uns nicht die Magie des Lebens sehen lässt.

Das Leben ist nicht perfekt, das ist sicher, und es bringt uns nicht immer das, was wir uns wünschen, aber manchmal ist es in der Lage, uns das zu bieten, was wir uns wirklich verdient haben: Eine authentische Liebe, die Wärme deiner Liebsten, die Bewunderung derer, die dich wirklich lieben.

Nicht alle sind fähig, die reinste Essenz des Alltags zu entdecken oder wertzuschätzen:

  • Dieses Licht, dass jeden Morgen für uns alle auf gleiche Weise erscheint.
  • Die Geräusche einer Familie, deiner Familie, die aufsteht, um mit dir in Harmonie und Ruhe zu frühstücken.
  • Die Hand eines Komplizen, die dich streichelt.
  • Das aufgeweckte Lächeln deiner Kinder.
  • Eine U-Bahn, die Verspätung hat, und die dich so noch ein paar Seiten mehr in diesem Buch lesen lässt.
  • Diese Gesundheit, wegen der du kommen und gehen, rennen, schlafen, schwimmen und lieben kannst.
  • Dieser Mittagsschlaf am Wochenende auf dem Sofa mit deinem Haustier.
  • Der Geruch der nassen Erde nach einem Gewitter.
  • Der sanfte Sonnenuntergang an einem ruhigen Strand.

Das Leben sind Momente, die sich in unseren Alltag mit subtilem Gleichmut einfügen. Es ist eine eigene Ausdrucksform mit ihrem eigenen Rhythmus, die nicht alle wertzuschätzen wissen, denn es gibt solche, die gegen ihren Strom schwimmen, mit zu viel Eile, mit abgestumpften Herzen und leichtfertigem Verstand.

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Das Leben ist wunderbar. ohne perfekt sein zu müssen, weil dem Perfekten die Fehler und die Irrungen fehlen, ohne die er nicht lernen kann.

Die Existenz ist manchmal ein strenger Lehrmeister, und darin besteht ihre Größe und auch ihre Verrücktheit, darin besteht ihr Chaos und ihre Freude, wir müssen all diese Widrigkeiten durchleben, ohne nach Perfektion zu suchen, sondern nur nach den Momenten, die wir mit all unserer Kraft genießen.

Bildmaterial mit freundlicher Genehmigung von Pascal Campion, Nancy Zhang

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