Ohne die Fehler der Vergangenheit wäre ich nicht mehr ich

29. Dezember 2015 en Emotionen 0 Geteilt

Und wieder einmal machst du dir Gedanken darüber und bereust, was du in der Vergangenheit getan hast oder was passiert ist. Es ist immer dasselbe, wiederholend und langweilig, sich die Schuld geben für die Fehler, die wir begangen haben und die Entscheidungen, die wir getroffen haben.

Die Bilder tauchen immer wieder vor deinem inneren Auge auf. Die Worte, die du gesagt hast, sind wie ein Echo, dass dich nicht in Ruhe lässt. Deine Gefühle, ein Gefängnis. Und währenddessen vergeht die Zeit, ohne dass du es merkst, ohne dass du sie genießt.

„Wenn du gesagt hättest, was du fühlst, hätten wir uns vielleicht nicht auseinandergelebt.“ – „Wenn ich mich anders entschieden hätte, wäre ich jetzt nicht in dieser Situation.“ – „Ich hätte diesen Kurs belegen sollen, und nun ist er eine unbedingte Voraussetzung für das, was ich machen will.“ – „Warum habe ich ihm nicht gesagt, dass er mich belästigt, als er mich fragte wie es mir geht?“

Weiße Blume

Und so kommen die Klagen und Zweifel immer wieder, wie in einer unendlichen Spirale, von der du weißt, wo sie anfängt, aber nicht, wo sie endet. Du kannst dich so viel geißeln wie du willst, dich selbst bestrafen und Stück für Stück zerstören, obwohl es, glaube ich, nicht dein inneres Feuer ist, das dich fordert.

Halt inne und denk nach: Wieso machst du das? Wohin werden dich deine Klagen und dieser geistige Lärm führen? Wofür? Nicht warum! Wenn du ehrlich zu dir selbst bist und dir diese Fragen beantwortest, kannst du viel mehr herausfinden als du denkst. Du kannst so deine versteckten Bedürfnisse finden.

Und nun besinne dich voll und ganz auf diese Frage: Was bringt es dir, deine Fehler zu bereuen? Glaubst du wirklich, dass es nur Fehler sind? Bevor du einfach so weitermachst mit deiner Schuldigen- und Opfereinstellung, möchte ich dir eines sagen: Es sind nicht nur Fehler, sondern Möglichkeiten. Denk darüber nach. Wie viele Lektionen stecken in ihnen?

Kleeblatt

Es geht darum, voranzukommen und sich weiterzuentwickeln, anstatt zu stagnieren und stecken zu bleiben, als gäbe es eine an unseren Knöcheln befestigte Kette, die uns fest in der Vergangenheit verankert.

Wenn du willst, kannst du es sofort ausprobieren. Wähle einen deiner Fehler aus, stelle ihn auf den Kopf und denke darüber nach, was du von dieser Situation oder Erfahrung lernen kannst.

Entdecke
die
verborgenen
Möglichkeiten.

Eventuell hast du dies schon einmal getan und du hast es nicht einmal gemerkt.

Außerdem hat dich alles, was du jemals getan oder nicht getan hast, zu dem gemacht, was du heute bist, inklusive all deiner Erfolge, aber auch deiner Misserfolge. Letztere haben vielleicht sogar den größeren Anteil an deinem gegenwärtigen Sein.

Unter all den Dingen, die du jemals getan hast, sind mit Sicherheit viele Dinge, auf die du sehr stolz bist. Und hast du diese Dinge nicht auch dank schwerer Zeiten und den Lehren, die du aus ihnen gezogen hast, erreicht? Ich lasse dich selbst diese Frage beantworten. Hör dir gut zu, denn was du sagst, ist an dich selbst gerichtet.

Und ich spreche nicht nur von Erfolgen, Träumen und Zielen, sondern, viel näher bei dir selbst, von deinen Qualitäten, deinen Ticks, deiner Art, deinem Wesen. Denkst du nicht, dass deine Fehler etwas mit ihnen zu tun haben?

Alles, was du jemals erlebt hast, gefühlt hast, gedacht, gemacht, hatte eine Resonanz und wurde auch in dein Inneres zurückgeworfen. Es liegt ganz bei dir, wie du sie nutzt, ob du sie ausquetschst und ihren Saft aussaugst, oder ob du mit den verfaulten und trockenen Teilen weiterleben möchtest. Komm über sie hinweg oder tauche in sie ein und finde die Weisheit in ihr.

Die Fehler
sind Türen
zur Weisheit.

Scheunentor

Jede Gegebenheit, jeder Gedanke und jedes Gefühl haben eine Reihe von Folgen in unserem Leben. Wichtig ist, sich bewusst zu sein, dass alles, was du heute bist, von dem, was in der Vergangenheit passiert ist, beeinflusst ist. Und wenn wir alle unsere Fehler ungeschehen machen würden, würden sich auch die Lektionen, die wir durch sie gelernt haben, in Luft auflösen.

Wenn wir alle Anektoden vergessen würden, wären wir nicht mehr dieselben. Deshalb sollten wir, anstatt uns die ganze Zeit mit dem zu beschäftigen, was wir hätten anders machen können, in jeder Situation versuchen, das Beste aus uns herauszuholen, aus jedem Moment, jeder Sekunde.

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