Selbstbestrafung – Warum, wenn es doch nichts bringt?

29. Dezember 2015 en Psychologie 6 Geteilt

Selbstbestrafung bringt überhaupt nichts. Diese irrationale Wut auf sich selbst, diese Art und Weise, sich jedesmal mit Abschätzung zu behandeln, wenn man Scham oder fehlende Selbstkontrolle spürt, oder jedesmal, wenn man scheitert oder Ablehnung von anderen erfährt. Das ist nicht nötig und außerdem nicht gesund.

Selbstbestrafung impliziert auch Selbstverletzung, Selbstbeleidigung, Isolierung und das Gefühl, sich den Anderen gegenüber nicht würdig zu fühlen. Doch damit rücken wir auch nichts wieder zurecht.

Es kann sein, dass dir das klar ist, aber dass du trotzdem noch nicht weißt, was du tun kannst, um mit der Selbstbestrafung aufzuhören, wie man aus diesem Kreislauf aus destruktivem Selbstangriff ausbrechen kann, um sich schließlich ein konstruktives Verhaltensmuster anzueignen.

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Warum ist es so schwierig, mit der Selbstbestrafung aufzuhören?

Die Selbstbestrafung ist so hartnäckig, da es sich um eine Abwehrhaltung gegen den Schmerz des Lebens handelt. Und das Leben ist leider voller Schmerz.

Wir alle haben das starke Bedürfnis danach, mit anderen Verbindungen aufzubauen, Erfolg und Bestätigung zu erreichen. Doch manchmal werden wir mit der Realität konfrontiert, dass die Anderen uns ablehnen, von uns enttäuscht sind oder dass sie ihre Bedürfnisse vor die unsrigen stellen. Die Menschen, die wir lieben, leiden und sterben, und unsere Träume gehen nicht immer in Erfüllung.

Wenn wir diesen Schmerz spüren, dann sammeln wir Energie, da wir bereit sind, etwas in dieser Hinsicht zu unternehmen. Diese Energie kann von uns auch in Form von Zorn oder Wut erfahren werden. Dies wiederum motiviert uns dazu an, den inneren Frieden zu suchen und den Schmerz zu überwinden, es treibt uns dazu an, loszugehen und zu versuchen, das zu erreichen, was wir wollen und was wir brauchen.

Wenn wir jedoch schon ein paar mal die Erfahrung gemacht haben, dass man uns demütigt, ignoriert, abschätzig behandelt oder angreift, weil wir versuchen, unsere Bedürfnisse zu befriedigen, dann kann es sein, dass bei uns das Bedürfnis nach Selbstbestrafung entsteht. Dasselbe kann passieren, wenn wir diese Suche nach Frieden zur Überwindung des Schmerzes vernachlässigen.

Dies führt dazu, dass eine Person sich unsicher oder nicht gebraucht fühlt, und diese Wut und diesen Zorn ansammelt und gegen sich selbst richtet. In diesem Moment fängt man an, sich selbst als die Ursache des Problems zu betrachten. Dieses Schuldgefühl führt dazu, dass man sich selbst ablehnt und dass man das Bedürfnis hat, sich selbst zu bestrafen.

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Warum bringt es nichts, sich selbst zu bestrafen?

Diese Selbstangriffe werden nicht als Bedrohung wahrgenommen, sondern als eine Form der Hoffnung, wobei man erwartet, dass durch den Schmerz das Problem verschwindet. Doch diese Bestrafungen lösen überhaupt keine Probleme und lassen dich niedergeschlagen und isoliert zurück.

Du machst dir diese Gewohnheit, dich selbst anzugreifen, so sehr zu eigen, dass du anfängst, es als einen Teil dessen zu fühlen, was du bist.

Diese Wut gegen dich selbst kann dich innerlich auffressen und dich davon ablenken, bewusst und bestimmt durch dein Leben zu gehen. Deine Beziehungen, deine Verbindung mit dir selbst und mit den Anderen bestätigen dir deine Notwendigkeit, dich zu bestrafen. Es ist ein fortwährender Kreislauf, der immer schwieriger zu durchbrechen wird.

Wie kannst du dich von der Selbstbestrafung befreien?

Zu Anfang solltest du einsehen, dass die Selbstbestrafung vielleicht bereits zu einer tief sitzenden Gewohnheit geworden sein könnte. Es kann in der Tat sein, dass du das Bedürfnis verspürst, dich noch mehr zu bestrafen, wenn du entdeckst, wie tief dein Schmerz dich durchdrungen hat. Doch dies soll dich nicht aufhalten, du musst ehrlich zu dir selbst sein und den Schmerz fließen lassen.

Du solltest dich darüber hinaus mehr auf dein Selbstbewusstsein konzentrieren. Wenn du es geschafft hättest, Selbstliebe und Selbstannahme zu finden, dann wärst du gar nicht erst in diese Situation gekommen, jedoch musst du nun irgendwo anfangen. Es ist sehr wichtig, über sich selbst eine etwas positivere Meinung zu entwickeln, um sein Wohlbefinden zu verbessern.

Jenseits der Notwendigkeit, dich selbst bestrafen zu müssen, musst du dir eine Hilfe suchen, mit der du dir deinen Schmerz von dir nehmen kannst, du brauchst eine Form, mit der du deine Wut kanalisieren kannst. Wenn du das nicht allein schaffst, dann such jemanden, der dich dabei unterstützt, der dich führt.

Du solltest auch die Erfahrung machen, wie tröstend es sich anfühlen kann, Ruhe zu finden. Dies ist der erste Schritt, um zu lernen, dich zu entspannen, wenn du wieder in einem Moment das Bedürfnis verspürst, deine Wut gegen dich selbst richten zu müssen.

Freiheit

Zum Schluss ist es wichtig, dass du die Erfahrung machst, dass die Anderen Mitgefühl für deinen Schmerz zeigen und dass du lernst, die Bedürfnisse des Menschen wertzuschätzen. Nur so wirst du in der Lage sein, dir selbst Mitgefühl zu zeigen und dich selbst wertzuschätzen.Mit der Zeit werden wir herausfinden, mit welchen Mitteln wir es schaffen, uns zu bessern und wie wir mit dem Schmerz des wirklichen Lebens umgehen können. Wir werden die Fähigkeit entwickeln, das zu identifizieren und zu verfolgen, was wir im Leben wollen und brauchen. Wir befreien uns mutig von unserer Selbstbestrafung und richten unsere Energie wieder zurück auf das, was in der Welt passiert.

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