Hilfe, was soll ich bloß schenken?

Kleine Gesten haben große Wirkungen. Es muss nicht unbedingt einen Anlass geben und es müssen auch keine großen, teuren Geschenke sein.
Hilfe, was soll ich bloß schenken?

Letzte Aktualisierung: 25. April 2022

So eng die Beziehung auch sein mag: Manchmal fällt es nicht leicht, etwas Passendes zu schenken. Mit Geburtstagen und Weihnachten ist in der Regel mindestens zweimal im Jahr Kreativität gefragt. Und obwohl die Ereignisse nicht überraschend eintreten, kommen sie gefühlt oft wie aus heiterem Himmel. Der Druck ist da, die Ideen nicht. Doch es ist gar nicht so schwer, sich Alternativen zu Verlegenheitssocken oder der bereits fertiggestellten Parfümbox aus der Drogerie zu überlegen.

Kleine Geschenke erhalten die Freundschaft

Der Begriff des Geschenks findet seinen Ursprung im Mittelhochdeutschen, als Gästen mit dem „Eingeschenkten“ im übertragenen Sinne eine Gabe überreicht wurde. Doch die Tradition des gegenseitigen Beschenkens reicht viel weiter zurück als ins 12. Jahrhundert.

Die jeweiligen Rituale aus Afrika, Polynesien oder unter einzelnen Indianerstämmen mögen sich nicht in unsere Kultur übertragen haben, die Tradition des Schenkens schon. Dabei muss es nicht immer einen Anlass geben – eine kleine Aufmerksamkeit ohne ersichtlichen Grund ist häufig mehr wert als teure Weihnachtsgeschenke. Knapp 300 Euro soll jeder Deutsche für diese im Jahresdurchschnitt ausgeben. Nötig ist das nicht: Umfragen zufolge erfreuen persönliche Gaben oft ebenso wie ein neuer Laptop.

Wie findet man am besten das individuelle Geschenk?

Wer suchet, der findet.

Der Alltag besteht in einer sozialen Gesellschaft in einem ständigen Geben und Nehmen. Schenken ist eine großzügige Geste, um anderen Freude zu bereiten. Doch wer etwas Unpassendes überreicht, kann auch viel falsch machen. Mit etwas Glück helfen die künftigen Empfänger der Geschenke selbst. Es gibt kaum ein Hochzeitspaar, das keine Wunschliste für seine Gäste hinterlegt, kaum ein Kind, das nicht sofort unendliche viele Spielzeuge aufzählen könnte, die es schon immer haben wollte.

Sollte es an diesen Hinweisen ebenso wie an eigenen Ideen scheitern, bleibt als Inspirationsquelle das Internet. Unzählige Webseiten werben mit ungewöhnlichen, klassischen oder lustigen Geschenkideen für jeden Personenkreis und jeden Anlass. Auch gute Freunde des Geburtstagskindes, Partner oder Familienmitglieder können häufig wertvolle Tipps geben. Vor allem aber lohnt es, stets aufmerksam zuzuhören. Beim gemeinsamen Kaffee werden ein neues Hobby, ein unerfüllter Traum oder ein vergriffenes Buch erwähnt? Wer solche unbeabsichtigten Hinweise im Hinterkopf behält, wird nicht nur mit seinem Geschenk ins Schwarze treffen, sondern auch seine Nerven schonen, sobald die Einladung zur Feier eintrifft.

Für wen ist das Geschenk?

das Richtige schenken ist nicht immer einfach

„Schenken heißt, einem anderen etwas geben, was man am liebsten selbst behalten möchte.“ Dieses Zitat wird der schwedischen Schriftstellerin Selma Lagerlöf zugeschrieben. Doch man kann es auch falsch verstehen: Nicht die eigene Wunschliste, sondern die zu beschenkende Person sollte im Mittelpunkt stehen.

Neben der Höhe des Budgets und der Dringlichkeit ist die Beziehung der beiden Personen von entscheidender Bedeutung. Handelt es sich um den Ehe- oder einen Geschäftspartner? In welcher Situation befindet sich derjenige, für den die zündende Idee noch gefunden werden muss? Studierende freuen sich beim Einzug in ihre erste eigene Wohnung mit Sicherheit mehr über einen Wasserkessel als ein 60-jähriger Jubilar ohne Geldsorgen.

Schenken innerhalb der Familie

Etwas für Familienmitglieder zu finden, ist grundsätzlich unkompliziert. Großeltern freuen sich über Selbstgebasteltes von den Enkeln, Eltern über einen Tag, an dem sie von morgens bis abends verwöhnt werden und einmal nicht den Haushalt übernehmen müssen. Kleine Kinder wiederum haben in der Regel genügend Wünsche, die noch unerfüllt sind.

Hier kommt es darauf an, Qualität der Quantität vorzuziehen. Denn heutzutage quellen Kinderzimmer vor Spielsachen oft schon über. Dabei zeigen Erfahrungen, dass häufig die große Transportkiste zum Höhlen- oder Turmbauen viel spannender ist als ihr Inhalt. Es muss also nicht das neueste Handy sein. In der Regel ist es das Wichtigste für den jungen Nachwuchs, sich geborgen und verstanden zu fühlen.

Bei Kindern und Jugendlichen sind neben Spielwaren auch Geldgeschenke gefragt, demzufolge sind auch Gutscheine eine gute Wahl in dieser Altersklasse. Dies muss kein Zeichen für Einfallslosigkeit sein. Zu Zeiten, in denen Schulunterricht noch den eigenen Verdienst verhindert, die Taschen gefühlt immer leer sind, aber das Pizzaessen mit den Freunden unbedingt sein muss, sind zu Sushi gerollte Euroscheine oder ein originell gestalteter Restaurantgutschein die perfekte Wahl.

Freunde

Best friends forever? Dann sollte es eigentlich etwas Leichtes sein, das richtige Geschenk zu finden. Gerade hier gilt oft: Gemeinsam Zeit zu verbringen, ist das Schönste. Erinnerungen an Stunden zu zweit bleiben weitaus länger im Gedächtnis als Bücher oder CDs. Vom Kinobesuch über ein Kochevent bis zum Abenteuerwochenende ist alles möglich. Wer eine kreative Ader hat und bereits auf eine Freundschaft seit der Schulzeit zurückblickt, kann auch ein persönliches Gedicht schreiben oder auf dem Dachboden nach dem Deutschheft von damals suchen und mit der Übergabe Jugenderinnerungen heraufbeschwören.

Lebenspartner

Ein schwieriges Thema… Wer seiner Freundin eine unerwünschte Augenfaltencreme schenkt oder seinem beleibten Freund einen Fitnessstudiogutschein, kann sich in die Nesseln setzen. In Zeiten zunehmender Internetbestellungen und allgemein anwachsender Anonymität gewinnt auch hier gemeinsam verbrachte Zeit an Bedeutung. Statt eines schnellen Klicks auf Amazon wird das SPA-Erlebnis im Wellnesshotel oder eine Klettertour mit Übernachtung im Sporthotel voraussichtlich ehrliche Freude bei der beschenkten Person auslösen und ein unnötiges Streitthema vermeiden.

Kunden und Geschäftspartner

Die Firmengrüße zum Jahreswechsel stehen an? Unternehmenseigentümer greifen häufig auf personalisierte Give-aways für Kunden und Geschäftspartner zurück. Damit schlagen sie zwei Fliegen mit einer Klappe: Die Empfänger freuen sich über einen neuen Kugelschreiber und werden zeitgleich bei seiner Nutzung stets an den Schenker erinnert. Denn dessen Logo prangt auf dem Stift.

Muss es schnell gehen, erweisen sich Gutscheine oft als Rettung. Sie lassen sich zudem ideal ins Marketingkonzept integrieren. Vor allem aber lässt sich der Ruf als umweltbewusstes Unternehmen durch nachhaltige Geschenke festigen. Auch hier ist die Auswahl groß und reicht von Einkäufen bei sozialen Einrichtungen bis zu finanziellen Spenden für ökologische Belange.

Hinweis: Im Internet lassen sich heutzutage innerhalb von Sekunden Preise recherchieren. Auch in dieser Hinsicht eignen sich personalisierte Geschenke, denn mit ihnen lassen sich die getätigten Ausgaben nicht überprüfen. Nötig ist dies natürlich nicht bei Präsenten wie dem Montblanc-Füller, den Angela Merkel dem damaligen US-Präsidenten Donald Trump als Gastgeschenk überreicht haben soll. Dessen Wert von umgerechnet rund 5000 US-Dollar wurde sofort publik.

Andere Länder, andere Sitten – auch beim Schenken

In diplomatischen Kreisen erfordern Geschenke einige Erwägungen mehr. Denn hier können internationale Beziehungen auf dem Spiel stehen. Wer einem erhofften künftigen Geschäftspartner aus China vier Flaschen rheinischen Riesling übergibt, dessen Hoffnung wird mit höchster Wahrscheinlichkeit platzen. Denn nicht nur gilt in der ostasiatischen Volksrepublik die Vier als Unglückszahl, auch Lebensmittelgeschenke sind verpönt. Denn sie suggerieren, dass der Besucher sich Sorgen macht, nicht ausreichend bewirtet zu werden. In Skandinavien hingegen stehen Spirituosen ganz oben auf der Liste – es dürfen auch zwei oder vier Flaschen sein.

Beim Schenken vermeiden, ins Fettnäpfchen zu tappen

schenken ist nicht immer einfach

Selbst mit Überlegung lässt sich teils nicht vermeiden, dass die Freude des Beschenkten sich in Grenzen hält. Doch es gibt einige allgemeine Grundsätze, mit denen man sich eine Menge Ärger ersparen kann. Zu den No-Gos im Geschenke-Knigge zählen:

  • Der Wink mit dem Zaunpfahl: Wer nicht gerne liest, wird auch mit dem Anführer der Bestsellerliste nicht zum Literaturfan.
  • Sich keine Mühe geben: 08/15-Geschenke zeugen von offensichtlicher Lustlosigkeit.
  • Das Preisschild nicht entfernen: Dabei spielt es auch keine Rolle, wie teuer das Geschenk war.
  • Weiterverschenken: Bücher mit inkorrekten Widmungen gelten als absolutes Fettnäpfchen.

Hinweis: Wer wirklich keine Idee hat, kann immer auf hochwertige Lebensmittel zurückgreifen. Hier bietet sich der allseits beliebten Geschenkkorbs an. Essen muss jeder, doch nicht jeder gönnt sich selbst den edlen Bio-Honig oder die hochwertige Balsamico-Reduktion.

Auch das Auge packt mit aus

Wer etwas gefunden hat, dem steht noch eine weitere Hürde bevor: Soll das Geschenk verpackt werden – und wenn ja, wie? In Zeiten der Nachhaltigkeit ist Glanzpapier verpönt, ein komplett unverpacktes T-Shirt oder Buch überreicht zu bekommen, schätzen allerdings auch nur die wenigsten. Auch hier ist Kreativität gefragt. Kleinigkeiten lassen sich in Stoffservietten zusammenbinden, sperrige Gaben mit mehreren Schleifen umbinden oder Packpapier vor dem Einwickeln individuell bemalen.

Darf man beim Schenken Dank erwarten?

Häuptlinge versuchten, fremde Stämme mit Geschenken wohlgesinnt zu stimmen, die alten Griechen beschenkten ihre Götter mit Opfergaben. Inzwischen muss keine Absicht mehr hinter einem Geschenk stecken. Dennoch wird im Normalfall ein verbaler Dank erwartet. Den sollte tatsächlich jeder aussprechen, ganz unabhängig vom Ausmaß der Freude.

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