Helen Fisher und die Chemie der Leidenschaft

Helen Fisher hat fast ihr ganzes Leben dem Studium der Liebe gewidmet. Erfahre heute mehr über diese Wissenschaftlerin.
Helen Fisher und die Chemie der Leidenschaft

Letzte Aktualisierung: 24. September 2021

Helen Fisher ist Expertin auf dem Gebiet der Liebe. Sie erforscht dieses Gefühl seit mehr als 30 Jahren und hat wichtige Beiträge geleistet, um die Chemie der Leidenschaft zu verstehen.

In ihrem Buch “Anatomie der Liebe: Warum Paare sich finden, sich binden und auseinandergehen” und anderen Werken schreibt sie über Liebe, Beziehungen und Geschlechterfragen.

Die amerikanische Biologin und Anthropologin forschte lange Zeit an der Rutgers University in New York (USA). Helen Fisher ist derzeit die meistzitierte Forscherin zum Thema Liebe.

„Wir lieben die romantische Liebe. Dabei ist sie ein sehr einfacher Trieb, eine Art blinder Wahnsinn.“ 

Helen Fisher

Helen Fisher und die Chemie der Leidenschaft

Wer ist Helen Fisher?

Wir wissen nicht wirklich viel über das Leben dieser Wissenschaftlerin. Sie kam am 31. Mai 1945 in New York zur Welt und studierte an den Universitäten von New York und Colorado. Sie arbeitete auch an verschiedenen Instituten, bis sie an der Rutgers University zu forschen begann.

Helen Fisher ist für ihre Forschungsarbeiten bekannt und wurde zwischen 2006 und 2008 nach mehreren TED-Konferenzen zum Star. Sie war auch in Fernsehsendungen und Dokumentarfilmen zum Thema Liebe zu sehen.

Die Wissenschaftlerin hat die romantische Liebe tiefgehend erforscht, doch ihr Ansatz hat nichts damit zu tun, was die meisten darüber denken. Sie hat sich auf die neurochemischen Reaktionen konzentriert, also die Chemie der Leidenschaft, die der Liebe zugrunde liegt.

Helen Fisher und die Liebe

Schon vor mehr als 30 Jahren untersuchte Helen Fisher die Vorgänge verliebter Menschen im Gehirn, auch nach Enttäuschungen oder bitteren Liebeserfahrungen. In ihren Studien berücksichtigt sie ihre Kenntnisse in Biologie und Anthropologie, was zu sehr interessanten Ergebnissen führt.

Ihre Theorie über die romantische Liebe basiert vorwiegend auf folgenden drei Faktoren:

  • Lust. Sexualtrieb und Libido.
  • Selektive sexuelle Anziehungskraft. Dieser Faktor erklärt die große Intensität der Beziehungen in ihrer ersten Phase.
  • Bindung. Gefühl des Verschmelzens mit dem Partner, das eine tiefe und langfristige Beziehung möglich macht.

Die Grundpostulate

In einem der vielen Interviews mit Helen Fisher fasste sie ihre wichtigsten Grundsätze zusammen. Einige davon sind:

  • Liebe kann als ein physiologisches Bedürfnis, ein Instinkt und das Ergebnis eines chemischen Flusses im Gehirn definiert werden.
  • Romantische Liebe wirkt wie eine süchtig machende Droge. Vor allem in der Anfangsphase.
  • Das Hauptbedürfnis in der Liebe ist die emotionale Bindung an den/die Geliebte/n.
  • Man kann eine tiefe Bindung zu seinem festen Partner und gleichzeitig eine romantische Liebe zu einer anderen Person sowie eine sexuelle Anziehung zu anderen Personen empfinden. Jede Erfahrung wird von verschiedenen Bereichen des Gehirns gesteuert, die nicht gut miteinander verbunden sind.
  • Man kann nicht für zwei Menschen gleichzeitig romantische Liebe empfinden.
  • Die romantische Liebe dauert zwischen 18 Monaten und drei Jahren.
  • Romantik kann durch neue, gemeinsame Erfahrungen, die aufregend und sogar ein wenig gefährlich sind, genährt und erhalten werden.
  • Frauen profitieren weniger von Gelegenheitssex und fühlen sich deshalb weniger dazu hingezogen.
  • Alle verliebten Menschen sind besitzergreifend. Eifersucht ist fast immer die Ursache für Missbrauch in der Partnerschaft.
  • Männer sind genauso leidenschaftlich in der Liebe wie Frauen. Drei von vier Menschen, die nach dem Ende einer Beziehung Selbstmord begehen, sind Männer.

Helen Fisher hält diese und viele andere Thesen in ihren Werken und Vorträgen fest. Es lohnt sich, ihre Arbeit kennenzulernen! 

Hauptbildnachweis: Adam Timworth mit CC BY-ND 2.0 Lizenz.
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  • Fisher, H. E., Aron, A., Mashek, D., Li, H., & Brown, L. L. Fisher et al 2002 Sistemas cerebrales de Lujuria, Atracción y Apego.