Gutes geschieht denen, die Geduld haben

· 27. November 2015

Geduld, schon wieder dieses Wort. Warten, verzweifeln, sich irren. Das passiert vor allem dann, wenn wir mit der Ungewissheit konfrontiert sind, nicht zu wissen wann das, was wir so sehnlichst erwarten, eintrifft.

Gib das Warten nicht auf. Das Ergebnis wird die Mühe wert sein.

Geduld bedeutet allerdings mehr als nur warten. Sie ist eine gelassene Art der Erwartung, eine Art Pause unserer Sehnsucht. Geduld lullt uns nicht ein, sondern behauptet sich gegenüber der Hysterie und rüttelt uns wach.

Geduld ist bitter, aber ihre Früchte sind süß

Es ist nicht einfach zu verstehen, aber Geduld bedeutet nicht Belastung und Durchhalten bis zum Umfallen. Sie ist eine Kunst, eine Kunst, die uns von unseren emotionalen Lasten befreit und unseren inneren Frieden erhält.

Orientale Philosophien berichten von der Gabe zur Geduld, als wäre sie eine Kraft unseres Geistes, die dem Rest des Körpers sagt, dass das Ersehnte irgendwann eintreffen wird.

Und die schönsten Dinge im Leben setzen Geduld voraus, um sich in einem Nimbus aus Hochgefühl und Illusion zu verkleiden – eine komplizierte Liebe, eine unnahbare Person, physische Vorbereitung, Widerstand, jegliche Ziele und Erfolge, die wir uns setzen.

Frau Rotes Buch

Wer wartet und nicht verzweifelt findet das Unerwartete

Oft denken wir, dass das Leben „Nein“  zu uns sagt, obwohl es in Wirklichkeit lediglich sagt „Warte“Wir werden ungeduldig, und weil wir nervös werden, begehen wir Fehler.

Manchmal glauben wir, dass wir nicht mehr können, dass unsere Freunde, unser Partner oder unsere Erwartungen uns zur Weißglut bringen, dass nichts so läuft, wie wir uns das vorgestellt haben, und dass das Leben nicht für uns gemacht ist.

Geduld, die von der Beschleunigung entthronte Königin

Das Geheimnis der Geduld ist, sich daran zu erinnern, das Schmerz nur temporär ist, die Belohnung aber ewig.

Wer durchhält gewinnt. Der geringen Aufmerksamkeit nach zu urteilen, die wir der Kultivierung dieser Tugend, der Geduld, widmen, ist sie eine entthronte Königin. Wir bekommen beigebracht, immer die Ersten zu sein, besser zu sein als alle anderen, zu rennen. Das ist alles!

Wenn du die Dinge mit Geduld angehst, bist du nichts wert, kannst du nicht mitspielen. Sicher ist aber, dass Erfolge Zeit und Geduld brauchen. Und dies sind die einzigen Instrumente, die uns dies garantieren können.

Frau auf Barhocker

An seiner Geduld arbeiten, um sich selbst besser kennenzulernen

Um sich selbst wahrzunehmen und zu verstehen, braucht man Geduld und Toleranz. Das Ich ist ein Buch mit vielen Kapiteln, das man nicht an einem einzigen Tag lesen kann. Wenn man allerdings anfängt, es zu lesen, sollte man jedes einzelne Wort, jeden Satz und jeden Paragraph ganz genau lesen, denn in ihnen verstecken sich Hinweise auf das Gesamtbild. Dieses Prinzip selbst ist das Ziel. Nur wenn du lesen kannst, wirst du allerhöchste Weisheit erlangen.

Jiddu Krishnamurti

Die großen Weisen sind ruhige, geduldige und selbstsichere Menschen. Dies lässt uns erahnen, dass uns Geduld dabei helfen wird, mit größerem Verständnis und größerer Besonnenheit auf die Welt zu blicken.

Wenn wir nicht an der Tugend der Geduld arbeiten, verhalten wir uns impulsiv und unreflektiert. Wir schaffen Probleme und verpassen unzählige Möglichkeiten.

Was es braucht, um deine Geduld zu kultivieren, ist nicht viel. Alles was du brauchst, befindet sich im Rahmen deiner Möglichkeiten.

1. Atme

Tief durchatmen ist immer ein gutes Mittel, denn es hilft uns, zu reflektieren. Wenn wir uns ein paar Sekunden Zeit nehmen, um durchzuatmen, geben wir unserem inneren Dialog eine Pause.

2. Finde heraus, warum du immer so in Eile bist

Denke darüber nach, was dich ungeduldig macht. Wenn du es übertreibst, setze andere Prioritäten. Darüber nachzudenken und es eventuell aufzuschreiben wird dir helfen, ruhiger zu werden.

3. Finde heraus, was normalerweise Ungeduld in dir hervorruft

Dies können etwa andere Menschen, stressige Situationen oder du selbst sein. Allein das entsprechende Bewusstsein wird dir dabei helfen, deine Sorgen zu mindern.

4. Ist deine Ungeduld nützlich oder berechtigt?

Dir diese Frage ehrlich zu beantworten, wird deine Ruhe fördern. Identifiziere deine Verhaltensmuster und ziehe in Erwägung, dich von Gewohnheiten, die dir nicht gut tun, zu verabschieden.

5. Nimm dir Zeit und warte auf das Unerwartete

Du musst verstehen, dass wir Tausende von Plänen machen können, aber die Dinge werden nicht immer so kommen, wie wir uns das vorstellen. Akzeptiere, dass das Leben nicht geradlinig verläuft, sondern dass es uns herumschleudert, bis wir dort ankommen, wo wir hin wollten. Sei realistisch, was deine Erwartungen angeht und versuche die Anderen zu verstehen.

6. Hab keine Angst vor Veränderung und vergiss nicht, Dinge auszuprobieren

Die Übung macht den Meister. Geduld zu entwickeln bedeutet auch, schlechte Gewohnheiten hinter sich zu lassen, die schon viel zu lange auf uns gelastet haben. Wie jeder Lernprozess erfordert auch die Kultivierung dieser Tugend Mäßigung.