Gute Schulnoten sind keine Garantie für späteren beruflichen Erfolg

· 13. Juni 2017

Hast du je von einer berühmten Person gehört, deren Schulnoten arg zu wünschen übrig ließen? Es scheint ein Ding der Unmöglichkeit zu sein, dass jemand, der Erfolg im Beruf hat, keine umwerfende akademische Laufbahn hingelegt hat. Obwohl das ziemlich oft vorkommt. Es ist wahr, dass die Noten, die du in jungen Jahren bekommst, mit deinem Erfolg im Beruf wenig zu tun haben.

Stephen Hawking hat erst im Alter von acht Jahren mit dem Lesen begonnen. Steve Jobs, der die Firma Apple gründete, und Bill Gates, der Gründer von Microsoft, waren auch nicht gerade das, was man herausragende Schüler nennt. Und was gibt es über den Nobelpreisträger für Literatur, Joseph Brodsky, zu sagen? Seine Lehrer waren ratlos, was man denn noch mit ihm anstellen könnte, um seine Mitarbeit in der Klasse und seine Noten zu verbessern. Vielleicht haben Intelligenz und großartige Ideen mit guten Schulnoten überhaupt nichts zu tun.

Der Erfolg von weniger herausragenden Schülern

Viele erfolgreiche Leute, die nicht durch gute Noten aufgefallen sind, geben uns eine Ahnung von der Welt und wie sie sie wirklich ist. Unsere Eltern und Hochschullehrer fordern von uns, dass wir gute Noten schreiben. Ihrer Meinung nach wird uns das viele Türen öffnen und uns dahin bringen, wo wir hinwollen. Aber heißt das denn auch, dass die schlechtesten Schüler nicht erfolgreich sein können? Gibt es denn überhaupt so etwas wie schlechte Schüler?

Die Unterrichtsmethoden an den Schulen haben sich in den letzten Jahren nicht grundlegend verändert. Schüler büffeln weiterhin Namen und Zahlen, ohne zu wissen, was ihnen das eigentlich nutzen soll. Einmal abgesehen von guten Noten in den Prüfungen. Somit schauen sie im Unterricht stundenlang umher, mit einem Gefühl der Langeweile, vielleicht dösen sie sogar. Dieser Mangel an Dynamik und Motivation führt dazu, dass viele gute Schüler und Studenten sich von ihrem akademischen Fortkommen vollkommen lossagen. Bei vielen von ihnen schleicht sich auch Frustration ein. Sie denken, dass sie nicht gut genug sind, um ihren Traumberuf zu ergattern. Sie erfinden Ausreden, warum sie ihre Träume nicht verwirklichen können.

Andere hingegen stellen sich etwas vor und denken es bis zum Ende durch, so weit her geholt es auch immer sein mag. Wenn es sie motiviert und es ihnen gefällt, warum dann nicht einfach etwas in die Tat umsetzen? Warum nicht an sich selbst glauben? Das Studieren ist nicht jedem in die Wiege gelegt, da wir oft Dinge lernen, zu denen wir keinen Zugang haben. Die Art des Unterrichts begrenzt uns. Sie hält uns davon ab, das zu lernen, was uns wirklich interessiert. Wenn du schlechte Noten bekommst, bedeutet das nicht, dass du weniger intelligent bist als die anderen. Du hast einfach noch nicht herausgefunden, was dich wirklich motiviert und was du von Herzen gern lernen möchtest.

Albert Einsteins Lehrer klagten, dass er zu lange nachdachte, bevor er eine Antwort auf eine Frage lieferte. Das verleitete sie zur Annahme, dass er langsam war.

Denke daran, dass Noten nur Zahlen sind, die dich mit einem Etikett versehen, auf dem mangelhaft, ausreichend, befriedigend, gut oder sehr gut steht. Bloß weil du in einer Übung oder Prüfung gut abgeschnitten hast, bist du noch lange nicht intelligenter. Das Ergebnis bedeutet nur, dass du sie bestmöglich ausfüllen konntest oder noch wichtiger, genauso wie der Lehrer es gern haben wollte.

Mangel an Kreativität in Schulen

An diesem Punkt sind wir uns alle dessen bewusst, dass Menschen, die Schöpfer solcher herausragenden Marken sind und den Nobelpreis gewonnen haben, trotz ihrer schlechten Noten erfolgreich wurden. Und das kannst du auch. Die einzige essenzielle Zutat, damit sie ihr Potential nutzen konnten, war der kreative Impuls.

Aber Kreativität wird in der Schule nicht ausreichend gefördert. Jeder Schüler wird auf die gleiche Weise unterrichtet, aber die Schüler sind nicht alle gleich! Einige haben ein besseres visuelles Gedächtnis, anderen fällt der Geschichtsunterricht leichter und viele andere brauchen lockere Zügel, was ihre Kreativität und ihr Genie angeht. Alle diese Schüler könnten Herausragendes erreichen.

Obwohl in der Schule ein Mangel an Kreativität herrscht und man dort auf überholte akademische Programme besteht, gibt es auch gute Nachrichten: Schlechte Noten zu bekommen, heißt nicht, dass du eine geringere Intelligenz hast. Und es bedeutet nicht, dass man über eine geringere Chance verfügt, erfolgreich zu werden. Viele solche Menschen haben die Welt schon mit ihren Entwicklungen und ihren Innovationen verändert.

Charles Darwins Lehrer sagten, dass er unterdurchschnittlich intelligent und eine Schande für seine Familie sei.

Wenn du zu diesen Menschen gehörst, weißt du jetzt, dass es keine Hindernisse für die Umsetzung deiner Träume geben muss. Man hat dir beigebracht, dich vor solchen Hindernissen zu fürchten, aber sie müssen sich nicht auftun, wenn du das nicht willst. Vielleicht hast du erkannt, als du mit der Schule fertig warst, dass nichts, was dir dort beigebracht wurde, dir den Weg zu deinem Ziel aufzeigte. Oder einfach nicht zu dir passte. Vielleicht wurdest du wegen deiner Handschrift benachteiligt oder deine Zeichnungen wurden nicht wertgeschätzt. Als du gefragt wurdest, was du einmal werden willst und du „Fotomodell“ oder „Astronaut“ geantwortet hast, haben sie dich angesehen, als ob du verrückt seist. Es stimmt, dass du Enttäuschungen erleben und Fehler machen wirst. Und es wird auch Zeiten geben, in denen du das Handtuch werfen willst. Aber es wird auf deinem Pfad auch kostbare Augenblicke geben und du wirst tolle Erfahrungen machen.

Denn eigentlich waren sie die Verrückten, weil sie nicht an dich geglaubt haben. Wenn du etwas erreichen wolltest und auch den Willen dazu hattest, wäre es das Mindeste gewesen, dich dabei zu unterstützen. Besonders in deinem damals zarten Alter. Unterstützung ist in jedem Alter gut, aber es ist immens wichtig, wenn noch soviel vor einem liegt.

Denke kurz an die Kinder, die jetzt und in Zukunft jeden Tag zur Schule gehen und das Gefühl zu haben, dort ihre Zeit zu verschwenden. Verdienen sie nicht eine reelle Chance und einen gut zusammengestellten Stundenplan, der ihnen dabei hilft, ihr Potenzial zu entfalten? Ob du Kinder hast oder nicht, Erziehung geht uns alle an. Und deswegen auch die Gestaltung dieser Erziehung.