Fühlst du dich verloren? – Finde deinen Leuchtturm

28. Januar 2019

Hast du dich jemals verloren oder überfordert gefühlt? Fast jeder hat manchmal das Gefühl, dass er einfach nicht zurechtkomme. In diesen Zeiten erhebt die Negativität ihren hässlichen Kopf und du überzeugst dich selbst, dass alles, was du tust, falsch wäre, und alles, was passiert ist, schrecklich wäre. Das Einzige, was du dir in diesen Zeiten wünscht, ist, den Leuchtturm zu finden, von dem gesagt wird, dass er immer da sei, um dich zu führen.

Aber Vorsicht, wenn du damit weitermachst, dich selbst zu schikanieren und zu beschweren, wird es noch schwieriger, deine Probleme zu lösen. Nicht, weil die Lösung besonders schwer zu finden wäre, sondern weil all die Negativität, die du angenommen hast, dich wie ein dichter Nebel umgibt, der dich davon abhält, die Situation klar zu sehen.

So findest du deinen Leuchtturm

Aber wie findest du jenen Leuchtturm, der immer da ist, um dich zu leiten? Einige Psychologen empfehlen eine Übung, die dir helfen kann, deine Augen zu öffnen und Hoffnung in dein Herz zu lassen, auch wenn es so aussieht, als wäre die Situation hoffnungslos. Diese Übung sieht wie folgt aus.

Zuerst schließe die Augen, entspanne dich und lasse die ganze Spannung von dir abfallen, um zur Ruhe zu kommen. Sobald du einen friedlichen Zustand erreicht hast, visualisiere ein Boot, das von Wellen getrieben wird und kurz vorm Sinken ist. Ein Blitz schlägt ein und ohrenbetäubender Donner grollt. Du kannst keine Ruhe finden und das Wasser spritzt immer wieder in das Boot. Du bist klatschnass. Inzwischen fühlst du dich verloren, allein, und weißt einfach nicht, was du tun sollst.

Frau betrachtet einen Leuchtturm

Du kannst mit niemandem kommunizieren. Alles, was du tun kannst, ist, dich am Mast festzuhalten und nicht über Bord zu gehen. Aber das ist schwer, und deine Hände tun weh. Du frierst bis auf die Knochen, bist müde davon, die Situation zu ertragen und denkst daran, loszulassen. Aber plötzlich siehst du ein schwaches Licht.

Wenn das Leben dich überwältigt, neigst du dazu, in Emotionen zu ertrinken, und es mag scheinen, dass du es einfach nicht schaffen könntest. Aber gib nicht auf. Wenn du die Situation überstehst, kannst du endlich den Leuchtturm sehen, der dich immer begleitet.

Anstatt den Kopf hängen zu lassen und zu deinen mutlosen Gedanken zurückzukehren, bist du neugierig auf das Licht. Also lenkst du das Boot dorthin. Dank des Lichts hast du wenigstens ein bisschen Orientierung. Als du näherkommst, wird das Licht heller und du kannst noch etwas anderes sehen. Es ist ein Leuchtturm, auf festem Boden. Großartig! Du fühlst dich hoffnungsvoller. Du hast endlich einen Ort gefunden, an den du gehen kannst.

Die Freude, Hoffnung zu haben

Sobald du diese Übung gemacht hast, ist es wichtig, deine Emotionen zu reflektieren. Wie hast du dich gefühlt, als du im Boot getrieben bist? Wahrscheinlich hast du Angst, Einsamkeit, Verlassenheit und Frustration verspürt. Du hast vielleicht sogar das Gefühl gehabt, dass du sterben würdest. Aber etwas hat sich geändert.

In dem Moment, als du den Leuchtturm erblickt hast, haben sich deine Emotionen radikal verändert. In der Sekunde, in der du neugierig geworden bist, hast du aufgehört, über alles nachzudenken, was um dich herum passierte. Dieses neue Interesse rückte die negative Situation, die du erlebt hast, in den Hintergrund. Du hast dich dann wahrscheinlich ruhiger, friedlicher, freudiger und vor allem erleichtert gefühlt … Du hast die schlechten Dinge vergessen, weil du erkannt hast, dass bessere auf dich warten.

Frau schaut aufs Meer

 

Das Gleiche mag passieren, wenn du z. B. einen Job verlierst und lange Zeit keinen anderen findest. Eines Tages bekommst du jedoch einen Anruf für ein Vorstellungsgespräch. Und bestimmt kannst du noch weitere Beispiele nennen. Es gibt immer einen Leuchtturm, der dich führt, aber du musst wissen, wie du ihn erkennen kannst. Wenn du dich während des Anrufs weigerst, den Leuchtturm zu sehen, könntest du dich überzeugen, dass es keine Möglichkeit gäbe, den Job zu bekommen. Vielleicht, weil du über 40 Jahre alt bist, weil du lange arbeitslos warst oder aus irgendeinem anderen Grund, der dich in Negativität schwelgen lässt.

Wie kannst du aber vermeiden, dein Leben auseinanderfallen zu lassen, wenn etwas Negatives passiert und du nicht weißt, was du tun sollst? Der Schlüssel liegt darin, mehr als einen Leuchtturm zu haben. Auf diese Weise kannst du mit deinem Leben weitermachen, wenn einer zusammenbricht, ohne dich elend zu fühlen.

Mehrere Leuchttürme in deinem Leben haben

Diese Leuchttürme sind wie verschiedene Teile deines Lebens. Zum Beispiel hast du einen Leuchtturm für deine romantische Beziehung, einen anderen für familiäre Angelegenheiten, für deine Arbeit, für deine persönliche Entwicklung … Der Schlüssel ist, dich um so viele Leuchttürme wie möglich zu bemühen. Damit dein Leben nicht zusammenbricht, wenn ein Leuchtturm ausfällt. Hier ein Beispiel.

Stelle dir für einen Moment vor, dass du in einer emotional abhängigen Beziehung seist und dein Ehepartner dein ganzes Leben wäre. Was ist hier wirklich los? Es gibt nur einen Leuchtturm, der dich leiten kann. Wenn diese Beziehung endet und der Leuchtturm erlischt, wirst du dich verloren, gefangen und unfähig fühlen, dein Leben zu genießen. Alle deine Erwartungen hast du in einen Leuchtturm investiert und die anderen vergessen. Was aber ist mit dem Freundschaftsleuchtturm? Dem Leuchtturm für persönliches Wachstum? Was ist mit dem Leuchtturm für professionelle Ziele passiert?

Wenn einer deiner Leuchttürme erlischt, kannst du dich auf einen anderen konzentrieren. Aber wenn du die anderen Leuchttürme vernachlässigt hast, bist du wieder im Boot, verloren auf See. Und du könntest für eine sehr lange Zeit dort bleiben müssen. Daher darfst du dich nicht nur auf einen Leuchtturm konzentrieren. Du musst dich auch um die anderen kümmern, weil du sie vielleicht eines Tages brauchst.

Wenn du dich nicht um andere Leuchttürme kümmerst, läufst du Gefahr, dich im Leben zu verlieren. Die eingangs erwähnte Übung kann dir helfen, zu erkennen, dass es nie nur einen Leuchtturm gibt, der dich führt. Es gibt noch viele mehr! Du hast sie einfach vernachlässigt und vergessen, wo sie sind. Aber keine Sorge, es gibt eine Lösung.

Tagträumendes Mädchen

Von dem Moment an, in dem dir bewusst wird, dass es nicht nur einen metaphorischen Leuchtturm gibt, entdeckst du, dass trotz des Erlischens eines einzelnen noch viele weitere stehen und deinen Weg erhellen. Du musst nur deinen Fokus ändern und auf diese schwachen Lichter, auf die vergessenen Leuchttürme schauen. Dann wirst du alles andere bemerken, wofür es sich zu leben lohnt.