Früh aufstehen: der größte Fehler, den wir jeden Tag machen?

28. Dezember 2016 en Kuriositäten 187 Geteilt

Wie oft hast du schon den Satz Morgenstund hat Gold im Mund“  gehört? Das ist ein beliebtes Sprichwort, das unsere Eltern häufig benutzten, um uns am Morgen aus dem Bett zu bringen, damit wir in die Schule gingen, und um uns zu verdeutlichen, dass es eine gute Idee ist, früh aufzustehen. Sogar Miguel de Cervantes sagte einst: „Wer nicht mit der Sonne aufsteht, hat nichts vom Tag.“

Doch nachdem wir jahrelang darunter gelitten haben, gegen unseren Willen früh aufzustehen, sieht es nun so aus, als wäre das doch nicht so gut, wie man es uns hat weismachen wollen. Es scheint also so, als würden diejenigen, die schon immer angezweifelt haben, dass nur der frühe Vogel den Wurm fängt, diesen Kampf gewinnen.

In den letzten Jahrzehnten haben die meisten europäischen Länder die Meinung vertreten, dass wir das Tageslicht nutzen und den Tag im Allgemeinen früh beginnen lassen sollten, um zu arbeiten und etwas vom Tag zu haben. Allerdings war es auch ein europäisches Land, in dem eine Studie durchgeführt wurde, die zeigt, dass früh aufstehen schädlich für Körper und Geist sein kann.

Wieso es nicht gut ist, früh aufzustehen

Die zuvor genannte Studie wurde von Forschern der University of Westminster in England (Vereinigtes Königreich) durchgeführt. Die Experten gehen davon aus, dass es für uns nicht positiv sei, zu früh aufzustehen und dass sogar die Lebenserwartung sinken würde. Die Doktorin Angela Clow war der Kopf dieser Forschungsarbeit, bei der 42 Probanden über mehrere Wochen studiert wurden. Daneben wurde ihnen achtmal am Tag Speichel entnommen; einmal direkt nach dem Aufstehen.

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Die erhaltenen Daten zeigten, dass Menschen, die ihren Tag zu zeitig begannen, häufiger unter Kopfschmerzen litten. Außerdem hatten sie öfter Probleme mit der Muskulatur und neigten eher dazu, schlechte Laune zu haben.

Auf Basis dieser Ergebnisse wurde geschlussfolgert, dass 07:21 Uhr die beste Uhrzeit sei, um aufzustehen. Menschen, die sich für gewöhnlich früher aus dem Bett quälen, weisen einen höheren Cortisolspiegel auf. Das erhöht das Risiko, gestresst zu sein, da Cortisol das dafür verantwortliche Hormon ist.

„Die Hölle ist, um 6:00 Uhr früh aufzustehen und in eine Fabrik zu gehen, um zu arbeiten.“

Loquillo

Weitere Daten der Studie

Man könnte jetzt vielleicht denken, dass die Uhrzeit, um die man aufsteht, egal sei, wenn man 8 Stunden Schlaf bekommt. Aber das entspricht nicht der Wahrheit, wie die Studie verdeutlicht, weil trotz der gleichen Anzahl an Stunden Schlaf die extremen Frühaufsteher doch schneller gestresst und sogar wütend wurden.

Diejenigen jedoch, die etwas später als um die angegebene Uhrzeit aufstehen, könnten sehr wahrscheinlich glücklichere soziale Beziehungen führen und sich außerdem in Gegenwart ihres engsten Umfeldes besonders wohlfühlen.

Trotz alledem gibt es für Frühaufsteher auch eine gute Nachricht: Laut der von Dr. Clow durchgeführten Studie weisen Frühaufsteher eine höhere Konzentrationsfähigkeit auf.

„Das Gute am Sterben ist, dass man nicht mehr früh aufstehen muss.“

José Luis Coll

Wie wir Stress reduzieren

Wenn du einer dieser Menschen bist, der wegen der Arbeit oder der Familie dazu gezwungen ist, sehr früh aufzustehen, solltest du dein Stresslevel senken. Du darfst nicht vergessen, dass Stress eines der Hauptprobleme in Industrieländern ist. Stress wirkt sich nicht nur auf die Psyche aus, sondern kann auch zu körperlichen Beschwerden führen. Deshalb ist es notwendig, gesunde Gewohnheiten zu pflegen, um Stress zu verringern:

  • Ein gutes Zeitmanagement ist das Wichtigste. Hektik und alles auf den letzten Drücker zu machen, helfen keinesfalls dabei, entspannter zu sein.
  • Wir müssen nicht perfekt sein. In dieser Hinsicht sollten wir etwas relaxter werden.
  • Sportarten auszuüben, die nicht zu anstrengend sind und uns eine Weile von den Alltagsproblemen ablenken, ist immer eine gute Idee. Mit Sport können wir wunderbar gegen unsere Ängstlichkeit ankämpfen.

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  • Eine positive Denkweise ist ebenfalls eine gute Methode, um Stress zu reduzieren. Wenn wir alles schwarzmalen, werden wir zu Pessimisten und malen uns Bedrohungen aus, wo keine sind, und überschätzen die Gefahr, die von tatsächlichen Bedrohungen ausgeht.
  • Eine gesunde Ernährung ist hilfreich, um Stresssituationen zu bewältigen. Industriell verarbeitete und fettige Produkte sowie alkoholische Getränke sollten wir vermeiden.
  • Wie bereits angesprochen, ist genügend Schlaf sehr wichtig. Wenn du nicht die Möglichkeit hast, später aufzustehen, versuche zumindest, 8 Stunden täglich zu schlafen. Wenn du nachts schlafen kannst, dann ist das umso besser.
  • Verschiedene Aktivitäten wie Mindfulness-Übungen, ein Konzertbesuch, ein guter Film oder ein witziges Theaterstück und auch Humor lassen dich in eine Welt der Entspannung eintauchen und eine schöne Zeit erleben.

Denke daran, dass es nicht immer eine gute Idee ist, dich zu früh aus dem Bett zu rollen. Am wichtigsten ist es, dass du deinen Körper kennst und in dem Maß, in dem es dir möglich ist, die für dich beste Uhrzeit zum Aufstehen findest, um dich gut zu fühlen. Extreme, sogar was unseren Schlaf anbelangt, sind so gut wie immer negativ.

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