Freeclimbing und Co. – Woher kommen Extremhobbys?

Während sich viele mit normalen Freizeitbeschäftigungen unterhalten, lieben andere Extremhobbys, die ihnen den ultimativen Kick verleihen. Warum ist das so?
Freeclimbing und Co. – Woher kommen Extremhobbys?

Letzte Aktualisierung: 26. Juli 2022

Manche Menschen stricken. Andere klettern ohne Seil und doppelten Boden an Hochhäusern hoch. Andere Personen grillen gerne, während die nächsten gar ohne Fallschirm aus dem Flugzeug stürzen und hoffen, ein kleines Auffangnetz zu treffen. Während viele normale Hobbys haben, sehnen sich andere nach dem Nervenkitzel. Aber woher kommt der Wunsch nach Extremhobbys, die den ultimativen Kick ermöglichen? 

Welche Extremhobbys gibt es?

Eigentlich ist das Wort Extremhobby sehr weit gefasst. Fakt ist, dass es alles Facetten der Hobbys beinhaltet, die irgendwie – auch nur entfernt – mit Adrenalin zusammenhängen. Und hier beginnt schon der Schöpfungsreichtum: Adrenalin hat immer ein wenig mit Furcht zu tun, sodass unzählige Möglichkeiten in Betracht kommen. Doch während wohl fast jeder Adrenalin auf dem Zahnarztstuhl ausschüttet, so würde kaum einer den Zahnarztbesuch als Hobby bezeichnen. Grundsätzlich gibt es aber einige spezifische Extremhobbys:

  • Skifahren – natürlich abseits der befestigten Pisten. Droht mit jedem Schwung die Lawine im Hintergrund abzugehen, steigt der Adrenalinpegel rasant an.
  • Bungee-Jumping – der Sport ist ein Extrem. Immerhin stürzt man sich an einem dünnen Gummiseil in den Abgrund. Natürlich ist das Event letztlich gesichert, doch der freie Fall ist erst einmal gewiss – stets mit der heimlichen Unsicherheit, ob das Seil auch tatsächlich hält.
  • Freeclimbing – wie wäre es, ohne Absicherung an Felswänden zu klettern? Das Freeclimbing bietet perfekten Nervenkitzel und oft sagenhafte Ausblicke. Wer es noch aufregender will, der kombiniert das Klettern mit dem Klippenspringen.
  • Fallschirmspringen – das ist das echte Extrem. Hält der Schirm, geht er auf? Es gibt zwar den Springer, der völlig ohne Fallschirm springt und auf einem dünnen und sehr kleinen Netz einschlägt, doch diesen Nervenkitzel wollen wohl die wenigstens erleben.
  • Glücksspiel – was hat das Spiel in dieser Aufzählung zu suchen? Ganz einfach: Die Ausschüttung von Adrenalin ist mit anderen Extremhobbys vergleichbar. Ein Pokerspiel oder die Sitzung am Automaten kann für echten Nervenkitzel sorgen. Das Glücksspiel gehört zudem zu den ältesten Extremhobbys, wie die bewegte Geschichte zeigt.
  • Hochseilgarten – was? Das ist ein Extremhobby? Ja, mitunter. Denn extrem ist das, was für einen selbst extrem ist. Wer Höhenangst hat, der leidet bei einem kleinen Parcours zwischen den Bäumen echte Höllenqualen.
  • Achterbahnen – Nervenkitzel auf Knopfdruck: Auch Achterbahnen zählen zu den Extremhobbys, auch wenn hier keinerlei echte Gefahr droht. Es kommt eben immer auf den Einzelnen an.
Extremhobbys: Bungee Jumping

Extremhobbys können nicht klassifiziert werden. Während Millionen Mädchen liebend gerne ein Pferd besteigen und glücklich über das Feld galoppieren, würden sich dabei so manche Erwachsene gar nicht wohlfühlen und den puren Nervenkitzel erleben. Noch schlimmer wird es bei einem Sprung des Tiers. Extremhobbys sind also längst nicht nur im Bereich des Freeclimbings, also ungesichert an der Felswand, anzusiedeln, sondern auch im ganz gewöhnlichen Freizeitumfeld. Die Maßgabe ist: Das, was Adrenalin durchschlagen lässt, ist mitunter auch ein Extremhobby.

Warum gefallen uns Extremhobbys?

Forscher und Psychologen werden bei dieser Frage niemals auf einen Nenner kommen. Es gibt Vermutungen, doch ob diese der Realität entsprechen, ist unklar:

  • Männlichkeit – Extremhobbys beweisen die eigene Männlichkeit. Diese Aussage ist jedoch nicht wirklich haltbar, da es auch genügend Frauen gibt, die ebenso diese Hobbys ausüben.
  • Stärke – das ist natürlich deutlicher. Wer ein Extremhobby ausübt und »überlebt«, der beweist Stärke – sich selbst gegenüber und natürlich gegenüber der Umwelt.
  • Selbstbewusstsein – jedes Extremhobby, nein, jeder Nervenkitzel, stärkt das Selbstbewusstsein. Das ist Fakt und das kann jeder für sich bestätigen. Wer sich seinen Ängsten stellt, der geht stärker daraus hervor.

Doch auch der Nervenkitzel selbst löst etwas aus. Adrenalin wird sogleich ausgeschüttet, wenn der Körper eine Gefahrensituation erahnt. Dabei spielt es keine Rolle, ob diese Gefahr tatsächlich existiert, absichtlich zugeführt oder nur virtuell erlebt wird. Es ist so, dass selbst Computerspiele zum Nervenkitzel werden können und die Adrenalinproduktion ankurbeln.

Ebbt der Nervenkitzel ab, lässt das Adrenalin nach. Und schon geschieht das, was wirklich erwünscht ist, da das Glückshormon Dopamin den Körper überschwemmt. Diese Spirale aus Aufregung – Adrenalin – Dopamin machen den Nervenkitzel so spannend und beliebt. Mitunter kann dieses Gefühl sogar auf eine Art süchtig machen: Wer einmal Fallschirm sprang, der möchte den freien Fall immer und immer wieder erleben.

Nimmt der Wunsch nach Extremhobbys im Alter ab?

Sicherlich ist der Nervenkitzel besonders in jungen Jahren präsent. Beim Heranwachsen wollen sich Menschen beweisen, im Berufsleben ablenken und etwas erleben. Doch auch im Alter ist der Wunsch noch vorhanden, wenngleich sich die Extremhobbys verändern:

  • Gebrechen – viele Extremhobbys sind im Alter eher nicht mehr möglich. Freeclimbing beispielsweise würden viele ältere Personen kaum noch in Erwägung ziehen. Was nicht heißt, dass der Wunsch nicht noch vorhanden ist oder das Hobby gar ausgeübt wird.
  • Reife – mit dem Alter kommt die Weisheit. Gerade die extremen Hobbys werden im Alter eher umgangen, meist auch, weil eine soziale Verantwortung besteht.
  • Verlagerung – etliche Extremhobbys werden im Alter zwar nicht mehr ausgeübt, doch kann sich die Leidenschaft auch verlagern. Wer einst geklettert ist oder von Klippen sprang, der mag im Alter das Fallschirmspringen für sich entdecken. Auch das Casinospiel wird im Alter eher den extremen Sportarten und Betätigungen vorgezogen.

Was mit dem Alter abnimmt, ist die Fähigkeit, den Kick extrem zu erleben. Da die Einschätzung einer Situation mit den Jahren einfacher fällt, lässt häufig der Adrenalinkick nach oder benötigt länger, um durchzubrechen. Die Spirale aus Nervenkitzel – Adrenalin – Dopamin bleibt dennoch erhalten, denn die Hormonsteuerung funktioniert weiterhin.

Extremhobbys: Adrenalinkick auf der Sommerrodelbahn

Die wichtige Frage ist, ob der Wunsch abebbt. Eine pauschale Antwort kann es nie geben, denn jeder Mensch ist verschieden und letztlich sind viele Menschen auch noch im hohen Alter risikofreudig und suchen sich ihren Nervenkitzel. Dennoch lässt sich diese Form nicht mehr mit dem jugendlichen Leichtsinn oder dem Beweisen in jüngeren Jahren vergleichen. Es ist jedoch nicht ausgeschlossen, dass auch ältere Menschen noch extreme Vorlieben hegen und diese, so gut es geht, ausleben. Andere entdecken den Nervenkitzel erst im Alter für sich und bereisen die Achterbahnen der Welt, lernen das Fallschirmspringen oder lassen sich im Casino reizen.

Fazit – auf zum nächsten Kick

Wer einmal das Adrenalin im Körper spürte und schließlich auf der Wolke der Glückseligkeit schwebte, der möchte den Nervenkitzel immer wieder erleben. Kein Wunder, dass sich die meisten Fahrgäste nach einer rasanten Fahrt auf einer Achterbahn gleich wieder in die Schlange stellen.

Doch sind Extremhobbys und das Erleben des Nervenkitzels sehr vielseitig. Schließlich gibt es auch kein richtig oder falsch, denn das, was für eine Person aufregend und nervenaufreibend ist, macht einer anderen keinen Spaß. Die Mechanismen im Körper bleiben grundsätzlich gleich, egal, ob der Nervenkitzel im Casino, vor der Spielkonsole, an Felswänden oder an der Flugzeugtür gesucht wird. Das Adrenalin pusht den Körper und suggeriert, dass Gefahr droht. Wer diese Gefahr übersteht, wird mit Dopamin belohnt. Das Glückshormon heißt aus gutem Grund so, denn das von ihm ausgelöste Glücksgefühl ist wunderbar.

Das Verlangen nach dieser Hormonausschüttung bleibt auch im Alter noch erhalten, was sich hingegen größtenteils ändert, ist die Art und das Erleben des Nervenkitzels. Gerade im höheren Lebensalter siegt meist die Vernunft über das Verlangen, sodass die Felswand links liegen bleibt, dafür aber der Kick beim Glücksspiel oder auch beim Fallschirmsprung gesucht wird. Die soziale Komponente sorgt hingegen dafür, dass die Risikofreudigkeit abnimmt, wodurch oft der Anschein entsteht, dass im Alter gar kein Nervenkitzel mehr gesucht wird.

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