Franz Kafka. Biografie des Autors von „Die Verwandlung“

20. Juni 2019

Seine Werke sind ihm so eigen wie sein Leben: Die Rede ist von Franz Kafka. Sein einzigartiger Ausdruck ermöglicht es uns bis heute, mit Sicherheit zu sagen, was ein „echter Kafka“ ist und was nicht.

Er war ein Schriftsteller mit einer ungewöhnlichen Sensibilität, der es schaffte, die großen Leiden unserer Zeit mit Ehrlichkeit und Tiefe darzustellen.

Ende des 20. Jahrhunderts wurde eine Umfrage unter Verlegern und Schriftstellern aus der ganzen Welt durchgeführt. Sie wurden gefragt, wen sie für den wichtigsten Schriftsteller des gesamten Jahrtausends hielten.

Mit überwältigender Mehrheit gewann Kafka als Erbe von Cervantes, Shakespeare und Goethe, der der Menschheit ein beeindruckendes Werk hinterließ.

Der Einfluss von Kafka ist so groß, dass es in mehreren Sprachen den Begriff „kafkaesk“ für absurde, repressive und beunruhigende Situationen gibt. Auch im Duden ist er gelistet!

Kafka war einer jener Schriftsteller, die in der Lage waren, eine literarische Welt mit einer ganz besonderen Atmosphäre, einzigartigen Ereignissen und einer seltsamen Logik zu schaffen, die zugleich kraftvoll und poetisch wirkt.

„Literatur ist immer auch eine Expedition zur Wahrheit.“

Franz Kafka

Einer der auffälligsten Aspekte seiner Arbeit ist die intellektuelle Ehrlichkeit, mit der sie den Leser erreicht.

Kafka war weder Rhetoriker noch verfolgte er mit seinen Schriften höhere Ziele. Tatsächlich bat er seinen Freund Max Brod einmal, sein gesamtes Werk zu verbrennen!

Glücklicherweise tat dieser das nicht, und dank der Freundschaft dieser beiden Männer können wir heute noch die Schriften Kafkas genießen.

Dieser Schriftsteller erlangte erst im Laufe der Zeit größere Anerkennung, und zwar aufgrund eines Gönners oder gezielten Marketings, sondern einzig und allein durch die einzigartige Qualität jeder seiner Zeilen.

Franz Kafka

Franz Kakfa wurde in Prag geboren, in der heutigen Tschechischen Republik, die damals Teil des Österreich-Ungarischen Reiches war. Er erblickte am 3. Juli 1883 das Licht der Welt.

Sein Vater Hermann stammte aus einer Metzgerfamilie. Seine Geschäfte liefen gut und er hatte sich bei der Geburt von Franz bereits ein großes Ansehen erarbeitet. Seine Mutter Julie stammte aus einer seit Längerem wohlhabenden Familie.

So hatte sie auch eine bessere Ausbildung als ihr Mann genossen, aber sie hatte dennoch weniger Einfluss auf die Bildung der gemeinsamen Kinder.

Franz Kafka

Franz war der älteste Sohn. Ursprünglich hatte er fünf Geschwister, aber zwei von ihnen, auch Jungen, verstarben in ihrem ersten Lebensjahr. Schließlich überlebten nur Franz und seine drei Schwestern.

Vielleicht war sein Vater deshalb ihm gegenüber besonders autoritär und arrogant, das lässt sich heute kaum noch nachvollziehen. Fest steht, dass sein Vater eine der zentralen Achsen seines literarischen Schaffens werden sollte.

Als Franz Kafka noch ein Teenager war, begann er zu schreiben, obwohl er die meisten seiner Werke aus diesen Jahren später selbst vernichtete. Er hatte an zwei guten Schulen gelernt, die sich durch ihre Strenge und ihre jüdische Leitung auszeichneten, wurde dann aber Mitglied der „Freien Schule“, die einen antiklerikalen Charakter hatte.

Dort begann er, über Philosophie, Sozialismus und Atheismus zu lesen, was sich in seinem Schaffen später widerspiegeln sollte.

Ein tristes Leben

Franz Kafka begann zunächst ein Chemiestudium an der Karl-Ferdinand-Universität zu Prag, führte aber ein tristes Leben.

Schon bald zog er sich aus diesem Feld zurück. Sein Vater zwang ihn dann zum Jurastudium, obwohl der junge Schriftsteller auch das nicht wollte. Wenn er sich seines Weges auch nicht immer sicher war, so schloss Kafka das Jurastudium doch ab.

Auf seinem Weg zum Campus lernte er übrigens Max Brod kennen, der ihm bis zu seinem Tod und auch danach noch nahestand. Dieser Freundschaft verdanken wir es, dass Kafkas Schriften nicht in Vergessenheit geraten sind.

Nach seinem Abschluss arbeitete Kafka in den Büros mehrerer Anwälte. Dann bekam er einen Teilzeitjob bei einer Versicherung. Er verdiente kaum genug zum Überleben, aber diese Arbeit ließ ihm Zeit, das zu tun, was er am meisten liebte: zu schreiben.

Deshalb arbeitete er dort bis 1917, als er sich mit Tuberkulose infizierte. Man sagt, dass er gerne unpasteurisierte Milch getrunken habe, und vielleicht war dies der Ursprung der Krankheit.

Ein ewiges Werk

In diesen Jahren führte Franz Kafka stürmische Beziehungen mit verschiedenen Frauen, die seinen Lebensweg kreuzten. Die einzige Konstante war die Liebe, die oft durch Briefe zum Leben erweckt wurde und die dann plötzlich ohne klare Gründe endete.

Kafka war sicher kein einfacher Partner, dazu war sein Geist zu komplex. So konnte er beispielsweise nicht akzeptieren, dass es eine seiner großen Lieben, Felice Bauer, kalt ließ, als er Die Verwandlung  veröffentlichte, ein ewiges Werk.

Aufgeschlagenes Buch erinnert an die Werke von Franz Kafka

Von 1917 bis zu seinem Tod war Kafka regelmäßiger Kunde mehrerer Sanatorien. Zwischen 1920 und 1923 lebte er eine Zeit lang in Deutschland und versuchte, sich von dem Familienleben zu lösen, das ihn so sehr quälte.

Aufgrund seiner fortschreitenden Tuberkulose musste er 1924 trotzdem in das Haus seines Vaters zurückkehren. Dort angekommen, verschlimmerte sich seine Krankheit allerdings weiter.

Er ging erneut auf Kur, aber die Ärzte konnten nichts mehr gegen seine Kehlkopftuberkulose tun. In den Wochen vor seinem Tod, der schließlich am 3. Juni 1924 eintreten sollte, als er erst 41 Jahre alt war, durchlebte er großes Leid.

Kafka hinterließ eine große Anzahl von Kurzgeschichten und mehrere Romane. Zu seinen bekanntesten Werken gehören neben Die Verwandlung auch Der Prozess  und Das Schloss sowie viele andere mehr.

Nicht weniger lesenswert sind die Zeugnisse seiner Korrespondenz mit seiner Schwester Ottla, mit Max Brod, Felice Bauer und anderen. Sein Werk ist unsterblich.

  • Kafka, F. (1998). Carta al padre (Vol. 34). Ediciones Akal.
  • Kafka, F. (2006). El proceso. Ediciones Colihue SRL.
  • Kafka, F. (1991). La metamorfosis y otros cuentos. Ediciones Lea.
  • Wagenbach, K. (1970). Franz Kafka: una biografía. Franz Kafka, Obras Completas I.