5 beeindruckende Zitate von Franz Kafka

· 29. Oktober 2018

Viele der Zitate von Franz Kafka sind eine wahre Hommage an die Literatur. Dieser Schriftsteller, der in der einstigen österreichisch-ungarischen Monarchie geboren wurde, gilt als einer der universellsten Autoren der Geschichte. Nicht ohne Grund wurde er in der westlichen Hemisphäre zum Schriftsteller des Jahrtausends gewählt. 

Kafka hat den Geist des zeitgenössischen Menschen wie kein anderer eingefangen. Seine Romane und all seine Schriften vermitteln eine enorme Ehrlichkeit. Seine allgemein bekannte Sensibilität und seine Beobachtungsgabe machten seine Texte zu Meisterwerken, die die menschliche Seele deutlich widerspiegeln.

„Wenn wir leidenschaftlich an etwas glauben, das noch nicht existiert, haben wir es bereits erschaffen. All das, was nicht existiert, haben wir uns nicht genug gewünscht.“

Franz Kafka

In den Zitaten von Franz Kafka werden die psychische Gewalt, die Einsamkeit und die Hilflosigkeit, die den Menschen innewohnen, auf subtile Art und Weise dargestellt. Abgesehen von ihrem ästhetischen Wert, zeichnet sie ihre Fähigkeit aus, Empfindungen und Realitäten zu beschreiben. Wir stellen fünf Zitate von Franz Kafka vor, die genau dieses Potenzial beinhalten.

1. Der Punkt, der erreicht werden muss

Eines der interessantesten Zitate von Franz Kafka lautet: Ab einem bestimmten Punkt gibt es keine Möglichkeit zur Rückkehr mehr. Dies ist der Punkt, der erreicht werden muss.“

Man bezeichnet jene Situation als diesen Punkt ohne Möglichkeit zur Rückkehr, in der die Option zur Rückkehr über den bisher gegangenen Weg nicht mehr existiert. Die einzige Alternative ist es, weiterzumachen. Man gelangt nur dann an diesen Punkte, an dem man nicht mehr zurückgehen kann, wenn man zu einem bestimmten Zweck unterwegs ist. Dieses Zitat ist ein Aufruf, genau das zu tun: sich Ziele zu setzen und sie fokussiert zu verfolgen.

Hand, die die Sonne berührt

2. Don Quijote und Franz Kafka

Die inspirierende Figur des Don Quijote erscheint auch in einem der Zitate von Franz Kafka: Das Unglück von Don Quijote ist nicht seine Fantasie, sondern Sancho Panza.“  Auf die eine oder andere Weise lobt Kafka damit diesen Charakter.

Wie bekannt ist, verkörpert Don Quijote den Idealismus und die Verachtung des Realen, welches er für vulgär hält. Auf der anderen Seite steht Sancho Panza, der den Realismus in seinem rohesten Ausdruck verkörpert. Das Zitat von Kafka ist also eine Verteidigung der Fähigkeit, zu träumen und sich vorzustellen, was (noch) nicht real ist.

3. Der Ursprung der Verbitterung

Einige der Themen, die in Kafkas Werken häufig wiederkehren, sind die Kindheit, die Entwicklung von Kindern und die Auswirkungen dieser Entwicklung auf das Erwachsenenleben.

Kind, das mangelnde Zuneigung erfährt

Eines seiner schönsten Werke ist ein Brief an seinen Vater. Es ist ein Text, in dem er mit einer berührenden Genauigkeit beschreibt, was eine Autoritätsperson mit der Sensibilität eines Kindes tut. Mit beeindruckender Klarheit spricht Franz Kafka von diesem Thema.Die Geste der Verbitterung eines Menschen ist häufig nur die versteinerte Verwirrung eines Kindes.“

Es ist eindrucksvoll, auf welche Art und Weise er die in der Kindheit gesäte Angst mit der Unfähigkeit verbindet, ein glücklicher Erwachsener zu sein.

4. Die Leidenschaft

Obwohl Kafka kein Verfechter des Optimismus war, vermittelt ein großer Teil seiner Werke eine Vitalität, die vor allem denjenigen zukommt, die das Leben mit all seinen Wundern und seinen Verbitterungen zutiefst schätzen. Deshalb ist es nicht verwunderlich, von diesem erstaunlichen Schriftsteller ein Zitat wie das folgende zu finden: Das Wichtigste ist es, die Leidenschaft in einen Charakter zu verwandeln.

Das bedeutet, dass das, was uns tief im Inneren bewegt, sich in unserer Struktur und dem Ausdruck unseres Seins widerspiegeln sollte.

5. Die Geduld und die Zeit

Dies ist eines der scharfsinnigsten Zitate von Franz Kafka: Alle menschlichen Fehler sind das Ergebnis der Ungeduld. Die vorzeitige Unterbrechung eines geordneten Prozesses, ein künstliches Hindernis, umgeben von einer künstlichen Realität.

Federn vor dem Sonnenuntergang

Dieses Zitat bringt zum Ausdruck, dass jede Realität auf einem natürlichen Prozess beruht und dass dieser nicht aufgrund von Ungeduld verändert werden sollte. Durch die Unterbrechung des natürlichen Laufs der Dinge erreicht man nur eines, und zwar einen Fehler. Zu intervenieren bedeutet, der freien Entfaltung ein Hindernis entgegenzusetzen, was gleichbedeutend damit ist, etwas Trügerisches, eine Lüge zu erschaffen. 

Kafka war ein Bürokrat, der die Bürokratie verabscheute. Ein Schriftsteller, der seine eigenen Texte zerstören wollte. Ein Mann voller Lebenskraft, der starb, bevor er 45 Jahre alt wurde. Er schaffte es nicht, sich glücklich zu fühlen oder das, was er mit seiner Literatur bewegen konnte, zu erleben. Wie viele andere Genies war er sich wohl nicht bewusst, dass er selbst ein Genie war. Genau das ist heute einer der großen Reize seiner Arbeit.