Es ist schade, dass du nicht sagst, was du fühlst

6. Mai 2016 en Emotionen 1721 Geteilt

„Ich fühle mich wegen etwas schlecht, was mein Freund zu mir gesagt hat, aber ich habe ihm nichts entgegnet, damit er nicht wütend wird.“, „Ich kann meinem Partner nicht sagen, dass ich mich trennen will, weil ich ihn nicht verletzen möchte.“ – Wie oft hast du dich schon nicht getraut, zu sagen, was du fühlst? Wir schweigen aus Angst vor der Reaktion anderer, wollen unsere Gefühle nicht zeigen, doch letztendlich sind wir diejenigen, die sich schlecht fühlen.

Wenn wir nicht sagen, was wir denken oder wie wir empfinden, können es unsere Mitmenschen auch nicht wissen und wir fühlen uns von Mal zu Mal schlechter. Anderen mitzuteilen, was wir fühlen, unsere Meinung preiszugeben, Vorschläge zu machen, „Nein“ zu sagen, wird uns dabei helfen, uns frei zu fühlen und wir sind Herr über unser eigenes Leben. Sich zu behaupten bedeutet, sich selbst zu bestätigen.

„Sage immer, was du fühlst und mache, was du denkst.“

Gabriel García Márquez

Freundinnen geben sich die Hand

Gründe, wieso du sagen solltest, was du fühlst

Es kann uns Angst machen, zu sagen, was wir denken. Aber nicht zu sagen, was wir denken oder wie wir empfinden, kann die Beziehung zu unseren Mitmenschen beeinträchtigen. Deshalb möchte ich dir gern folgende fünf Gründe aufzeigen, wieso du sagen solltest, was du fühlst.

Du wirst dich befreit fühlen

Wenn du deine Meinung oder Gefühle respektvoll, mit Liebe und Zuneigung ausdrückst und anderen mitteilst, was dich beschäftigt oder dir Sorgen macht, wirst du dich von Grund auf befreit fühlen, weil wir eine Last verspüren, wenn wir Tag für Tag Gefühle mit uns herumtragen, die ungesagt bleiben. Das beeinflusst unsere Beziehungen zu unseren Mitmenschen, ohne dass wir es überhaupt bemerken.

Du wirst dich deinem Gegenüber näher fühlen

Es gibt dann zwischen zwei Menschen keine Mauer mehr, wenn sie sich gesagt haben, was sie sich gegenseitig mitteilen wollten, und daraus wird Nähe – eine Intimität, in der das Vertrauen gestärkt wird und die Beziehung sich verbessert. Wir wissen dann, wie sich der andere fühlt und wie wir uns fühlen, weshalb ein Gefühl von Frieden einkehrt.

Du wirst du selbst sein

Wenn du mit deinen Gedanken hinterm Berg hältst, versteckst du damit auch dich selbst, baust um dich herum eine Mauer auf und niemand kann sehen, wie du wirklich bist. Doch wenn du deine Gefühle durch Worte, Blicke, Umarmungen, Küsse etc. zum Ausdruck bringst, wirst du dich lebendiger fühlen, denn das bist DU. Du versteckst dich nicht mehr hinter dem, was ungesagt bleibt, und du erlaubst dir selbst, dich an deinen mit Worten und Gesten ausgedrückten Gefühlen zu erfreuen.

Sobald du dir selbst nicht zeigst, wie du bist, haben andere eine falsche Vorstellung von dir, und es bleibt eine Vorstellung. Sie werden dich nicht so sehen, wie du bist, und können dich nicht für das schätzen, was du aber eigentlich bist und sie wissen nicht, welche Stärken und Tugenden du besitzt.

„Das Leben ist für keinen von uns einfach. Aber, wen interessierts! Man muss einfach durchhalten und vor allem an sich selbst glauben. Man muss sich dazu berufen fühlen, um einer Sache nachzugehen und man muss diese Sache erreichen, koste es, was es wolle.“

Marie Curie

Du wirst deine Kommunikation verbessern

Sobald du lernst „Nein“ zu sagen, zu sagen, was du fühlst, wird die Kommunikation zu deinen Mitmenschen transparenter sein und es gibt nichts zu verbergen. Du wirst dich wesentlich wohler fühlen, da du nun keine Angst mehr hast, zu sagen, was dein Verstand und dein Körper dir selbst mitteilen.

Du wirst dich kohärent verhalten

Wenn wir nicht sagen, was wir empfinden, entsteht ein sehr großes Ungleichgewicht zwischen dem, was wir sind, und dem, was wir anderen zeigen. Wenn wir jedoch lernen, uns mitzuteilen, zu sagen, was uns beschäftigt, können wir mit unserem Inneren und Äußeren ins Reine kommen.

Wie du anderen mitteilen kannst, was du fühlst

Frau mit geschlossenen Augen

Um zu sagen, was du fühlst, musst du lernen, dich zu behaupten. Man benutzt das Durchsetzungsvermögen, um seinen Mitmenschen zu sagen, was man sich wirklich wünscht, was man braucht, und legt somit ein würdevolles und selbstsichereres Verhalten an den Tag. Um dich durchsetzen zu können, kannst du folgende Ratschläge berücksichtigen:

Ersetze deine negativen Gedanken durch positive

Manchmal neigen wir dazu, uns selbst sehr negative Dinge zu sagen, wie beispielsweise „Ich kann nicht, ich bin nicht dazu in der Lage!“,  oder wir fragen uns: „Was werden die anderen von mir halten, wenn ich sage, was ich denke… Werden sie wütend auf mich sein?“  All diese Gedanken beeinflussen unsere Gefühlswelt und errichten eine Mauer zwischen uns und unserem Umfeld – eine Mauer unausgesprochener Wörter und  nicht ausgedrückter Gefühle.

Versuche, all diese negativen Gedanken durch positive Sätze verschwinden zu lassen: „Ich werde es zumindest versuchen! Wenn ich es nicht schaffe, macht das auch nichts, dann habe ich wenigstens etwas gelernt! Und ich werde auf eine respektvolle Art und Weise sagen, was ich denke, und mir selbst treu bleiben!“

Dir muss bewusst werden, dass andere Menschen deine Gedanken nicht lesen können

Auch wenn es offensichtlich erscheint, werden wir manchmal wütend, neigen aber dazu, zu sagen, dass nichts wäre, aber eigentlich empfinden wir Wut. Und je mehr Zeit vergeht, in der wir uns nicht mitgeteilt haben, desto schlechter fühlen wir uns. Du solltest immer daran denken, dass keiner die Fähigkeit besitzt, deine Gedanken zu lesen oder zu erraten, wie du empfindest. Es ist notwendig, dass du deine Gefühle klar und deutlich formulierst, damit deine Mitmenschen wissen, was Sache ist.

Denke an dein Ziel

Wenn du dich dazu durchringen kannst, zu sagen, was du fühlst, bist du deinem Ziel ein Stückchen näher. Erinnere dich, wieso du das machen möchtest, bleibe nicht auf der Stelle stehen und denke daran, dass du dich danach sicherlich besser fühlen wirst. Außerdem tritt größtenteils nicht das ein, wovor wir uns fürchten, weshalb wir uns eigentlich nur unnötig verrückt machen.

Teile dich klar und deutlich mit

Um dich angemessen zu artikulieren, musst du deine Gefühle verständlich formulieren. Rede nicht lange um den heißen Brei herum, fange mit dem Wichtigsten an und sage klar und deutlich, was du willst. Benutze Wörter, die genau das beschreiben, was du dir wünschst und dein Zuhörer wird es dir danken.

„Ich kenne Angst, aber die Leidenschaft macht mich mutig.“

Paulo Coelho

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