Es gibt Narben, die uns an das Schönste auf der Welt erinnern: unsere Kinder

· 27. Oktober 2016

Bei einem Großteil der Frauen, die Mütter geworden sind, bleiben Streifen, Orangenhaut oder Narben zurück. Gewöhnlich verstecken die Medien diese Realität und bringen den Frauen bei, dass dies etwas ist, was man nicht zeigen und wofür man sich schämen soll. Doch diese Narben sind alles andere als das.

Sie sind Markierungen, die an wunderschöne Momente und große Anfänge erinnern. Die Narbe auf dem Bauch einer Mutter, die ihre Kinder mit Kaiserschnitt zur Welt gebracht hat, zeigt ganz einfach, dass die Frau nie wieder die gleiche sein wird.

Es kann sein, dass eine Mama sich aus ästhetischen Gründen nicht gut mit ihrer Narbe fühlt, aber emotional gesehen ist sie die Erinnerung an eines der schönsten Erlebnisse, die der Mensch erlebt. Warum? Es ist ganz einfach, weil diese Narbe sie zu einer Mutter gemacht hat und Muttersein ist so, als würde man sein Herz außerhalb der Brust tragen. Etwas Außergewöhnliches.

Wir sollten auch erwähnen, dass Muttersein uns manchmal auch einen Schmerz verursachen kann, der mit der Freude einhergeht. Wir sprechen von postnataler Depression, einem Zustand der Traurigkeit, Apathie und Gereiztheit, den mehr als 80% der Frauen in den zwei Wochen nach der Geburt erfahren.

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Die Wunden, von denen eine Mutter sich heilen sollte

Auch eine Mama ist eine Gefangene der Gesellschaft, ihres Körpers und ihrer Erwartungen. Dazu kommen einige Monate der hormonalen, körperlichen und emotionalen Verwirrung, die Dunkelheit in Momenten des Lichts hervorrufen. Die Schwangerschaft ist kompliziert und macht uns verletzlich. Warum? Ein wichtiger Grund, neben vielen anderen, liegt darin, dass unser Gehirn vom Stresshormon Cortisol beeinflusst wird.

Diese Substanz vermittelt in der Schwangerschaft Schutz durch Überwachung; ab dem Moment aber, in dem sie schließlich das Baby auf den Armen hält, kann es die Mutter sehr nervös, besorgt und gereizt werden lassen.

Ihr Verstand verlangt nach Ausgeglichenheit, die er nicht bekommt, weshalb diese Etappe oft erschöpfend ist. Und das nicht nur, weil das Gehirn auf hochtourig läuft und wie vernebelt ist, sondern auch weil ein großes, generelles Unverständnis herrscht, sowohl im Inneren als auch im Äußeren.

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Sich wegen des Verlusts der Figur schlecht zu fühlen, wegen der fehlenden Kontrolle über das Leben oder wegen der Neuordnung der Rollen, Prioritäten und Erwartungen macht aus einer Frau keine schlechte Mutter. Es ist wichtig, das herauszustellen, denn diese Gefühle werden oft von enormen Schuldgefühlen begleitet.

Es ist ein schwerer Prozess, der nach großer sozialer und emotionaler Unterstützung verlangt. Normalerweise erledigt der eigene Körper den Rest und bringt den Hormonhaushalt wieder ins Gleichgewicht, sodass sich die Frau von dem schlechten Zustand erholt. Wenn dieser anhält, was bei 10-15% der Fälle etwa passiert, dann sollte ein Spezialist konsultiert werden.

Wenn die Liebe deines Lebens dich Mama nennt

Es ist wahrscheinlich, dass die Geburt bei der Frau eine körperliche Wunde zurücklässt, aber sie gibt ihr auch das größte Geschenk, was man erhalten kann: ein Kind. Von da an beginnt das Gehirn der Frau, für zwei zu denken, für zwei zu fühlen und bedingungslos und unendlich ein anderes Wesen zu lieben.

Genau dieser Moment wird Teil der schönsten Erinnerungen werden, eine Spur, die von unserem Auge nicht als unerwünschte Narbe wahrgenommen werden sollte, sondern als ein Abbild enormer Gefühle.
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Deshalb sagen wir, dass nicht alle Narben an schlechte Momente erinnern, sondern ganz im Gegenteil. Denn die Narben unserer Mutterschaft sind nicht schmerzhaft, wenn wir uns an sie erinnern, sondern begründen eine wunderbare Identität.

Mit dem Verlauf der Jahre fühlt sich die Frau mit ihrer Narbe immer mehr im Einklang, sie spürt eine große Bindung zu ihrem mütterlichen Aussehen, was bei ihr eine seltsame, aber einzigartige Emotionalität erzeugt. Die Narben von Müttern werden für immer eine Erinnerung an konfuse, anfängliche Gefühle sein, aber auch an den Beginn der reinsten Liebe, die es gibt: die Mutterliebe.

Hinweis an den Leser: Die Fotos, die diesen Artikel begleiten, wurden von Jade Beall gemacht, Fotografin und Mutter, die sich auf außergewöhnliche Weise für die Akzeptanz des weiblichen, mütterlichen Körper einsetzt.

 

Das größte Erbe, das eine Mutter ihren Kindern vermachen kann, ist, sich selbst als Frau zu heilen

Im Verlauf ihres Lebens muss eine Frau viele Rollen verkörpern.
Eine der wichtigsten ist die der Mutter… >>>Mehr