Erziehung nach Montessori – Freie Kinder, glückliche Erwachsene

28. Februar 2016 en Psychologie 9 Geteilt

„Du wirst lernen, deine Kinder zu lieben, wenn du sie so liebst, wie sie sind, und nicht so, wie du sie gern hättest.“

Das erste Mal, als ich diesen Satz gehört habe, war ich die Tochter und meine Mutter diejenige, die ihn ausgesprochen hat. Es war nicht einfach für sie, zuzulassen, dass ich mich auf ein Abenteuer einließ, an dem ich mit hoher Wahrscheinlichkeit scheitern würde. Aber ihre Antwort war dieser bereits erwähnte Satz, der mich zugleich entwaffnete und befreite. Es erlaubte mir, zu sein, wer ich sein wollte und mich trotz allem zu lieben.

Es war, ist und wird eine Lektion sein, die ich niemals vergessen werde, ein Beispiel, dem ich mit meinen Kindern folgen möchte. Dieses Motto wird von Experten der Pädagogik nach Maria Montessori unterstützt, für die das Wesentliche der Erziehung darin besteht, dem Kind in seiner Entwicklung und im Prozess der Anpassung an seine Umgebung zu helfen.

Montessori

Auch wenn die Autorin ihre eigene Methode gegen Ende des 19. Jahrhunderts entwickelte, ist sie noch nicht veraltet. Bis heute wird diese Methode in den innovatisten Schulen angewandt und ist Inspirationsquelle für Väter und Mütter auf der ganzen Welt.

Die Methodik von Montessori hat zum Ziel, dass unsere Kinder frei und glücklich aufwachsen, weil Kinder als die Hoffnung der Menschheit angesehen werden.

Aber wann würde man ein Kind als frei bezeichnen? Wenn wir ihm erlauben, zu tun, was es will? Wenn wir ihm keinerlei Grenzen setzen? Respektieren wir so seine Art zu sein?

Nein! Maria Montessori glaubt an eine komplett andere Art von Freiheit. Nach ihrer Methode saugen unsere Kinder jede Information wie ein Schwamm auf und lernen ganz ungezwungen, so wie sie das Krabbeln lernen. Diese Methode basiert auf dem Respekt gegenüber dem Kind.

„Der größte Instinkt von Kindern ist, sich vom Erwachsenen zu lösen.“

Außerdem treten laut Montessori die typischen Merkmale, die wir mit dem Kindesalter verbinden (wie die Launen, Egoismus, Konzentrationsmangel, Faulheit etc.), nur dann auf, wenn die natürliche Entwicklung des Kindes gestört wird. Wenn das Kind frei ist und sich in einem Umfeld befindet, das an seine Bedürfnisse angepasst ist, zeigen sich diese Merkmale nicht.

Unabhängige und autonome Menschen erziehen

„Niemand kann frei sein, außer er ist unabhängig.“

Maria Montessori

Die Mutter, die ihrem Kind zu Essen gibt, ohne sich die Mühe zu geben, ihm die Benutzung des Löffels zu zeigen, erzieht es nicht. Es ist viel schwieriger, dem Kind beizubringen, zu essen, sich zu waschen und sich anzuziehen als es zu füttern, es zu waschen und anzuziehen.

Deinem Kind die Anstrengung zuzumuten, diese Tätigkeiten selbstständig auszuführen, wird ihm helfen, später ein besserer Erwachsener zu sein, der selbstsicherer und sich seiner Fähigkeiten bewusster sein wird.

Das Alter ist weder eine Entschuldigung noch ein Problem, denn niemand ist zu klein, um Dinge selbst zu tun. Wir sollten unsere Kinder nicht rechtfertigen, indem wir deren Alter verantwortlich machen, wenn es nicht in der Lage ist, den Tisch zu decken oder sich selbst die Schuhe anzuziehen.

Außerdem wird ein Applaus von unserer Seite, wenn das Kind etwas richtig macht, es dazu motivieren, sich beim nächsten Mal noch mehr anzustrengen.

Kinder sind von Natur aus aufnahmefähig und neugierig. Wenn wir sie motivieren, die Dinge möglichst genau auszuführen, werden sie es auch tun.

Seien wir ihre Schutzengel

„Jede unnötige Hilfe ist ein Hindernis für die Entwicklung.“

Maria Montessori

Es ist eine gute Technik, unser Einschreiten auf ein Minimum zu reduzieren, indem wir wachsam sind, ohne dass wir die Freiheit des Kindes gefährden. Wir sollten viel beobachten, aber wenig reden. Das gilt ebenso für Lehrer wie für uns, die Eltern.

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Man muss Kinder korrigieren, wenn sie sich irren, aber nicht, wenn sie die Dinge auf ihre Weise machen statt auf unsere. Sie müssen frei sein, sich zu irren, um den Fehler zu verstehen und ihn in Zukunft nicht mehr zu begehen.

„Das Kind ist wie ein Reisender, der neue Dinge sucht und versucht, die unbekannte Sprache derer, die ihn umgeben, zu verstehen. Wir, die Erwachsenen, sind die Reiseführer, die das Kind in die menschliche Welt einführen.“

Jedes Kind ist eine Welt für sich und wir, die Eltern, haben die Aufgabe, ein gutes Umfeld für unsere Kinder zu schaffen. Ein Umfeld, das ihnen im Wachstum hilft. Ein Umfeld, in dem sie sich besser ausdrücken können und selbst lernen können, selbstständig zu sein, indem wir ihre Talente fördern und sie immer dazu motivieren, es besser zu machen.

Wir sollten auf ihre Bedürfnisse achten, ihre Neugierde stillen, ihre Fragen beantworten, sie animieren zu fragen. Gehen wir mit ihnen an Bord auf eine lange Reise zum Glück!

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