Sieben Spuren, die der Egoismus hinterlässt

· 4. November 2015

Wenn du an deine letzte Woche oder auch einfach nur an den heutigen Tag denkst, erinnerst du dich bestimmt an einen Moment, an dem du etwas für jemanden getan hast. Etwas, was dir in irgendeiner Form persönlichen Aufwand abverlangt hat, sei es in Form von Zeit, Geld oder Ähnlichem. Genauso erinnerst du dich bestimmt an einen Moment, in dem du eine solche Bitte abgelehnt hast, da dir der Aufwand zu groß erschien.

Als Menschen sind wir weder die ganze Zeit über großzügig noch durchgängige Egoisten, wir befinden uns eher zwischen den beiden Extremen, abhängig von verschieden Faktoren, wie zum Beispiel unserer aktuellen Tagesform.

Wir haben uns schon unendliche Male gefragt, ob wir ein Egoist sind, wenn wir eine bestimmte Sache machen oder nicht machen. Diese Frage kommt auf, wenn uns jemand eine zumutbare Bitte unterbreitet und wir abwägen müssen, ob wir darauf eingehen oder nicht, ob wir den Aufwand auf uns nehmen wollen oder ob wir uns dazu in der Lage fühlen, die entsprechende Verantwortung zu übernehmen. Es fallen dir bestimmt mehrere Situationen ein, in denen du dir diese Frage gestellt hast und oft ist dir die Antwort nicht sehr einfach gefallen.

Deshalb stellen wir euch diese 8 Eigenschaften vor, die uns helfen können, egoistisches Verhalten zu entdecken, sowohl im Bezug auf sich selbst als auch auf andere. Wenn sie ständig wiederholt auftreten, lässt sich sagen, dass es sich um die Eigenschaften von Personen mit einem zu großen Ego handelt:

1. Sie zeigen ihre Schwächen und Verletzlichkeit nicht

Ein gängiges Motiv dafür, keine Hilfe leisten zu wollen, ist die Angst, Schwäche zu zeigen.  Wenn man merkt, dass unser Einsatz, zu helfen, nicht sehr viel bringt. Die Person denkt, dass sie eventuell innere Schwäche und Unsicherheit zeigt, wenn sie einer Person, die Hilfe braucht, eine Hand reicht.

Egoisten denken nicht darüber nach, dass in Wirklichkeit alle Menschen Schwächen haben, was uns überhaupt erst zu menschlichen Wesen werden lässt und was nötig ist, um zu lernen und sich zu entwickeln.

2. Sie nehmen keine konstruktive Kritik an

Personen, deren Persönlichkeit von Egoismus geprägt ist, denken, dass ihre Umgebung versucht, ihre Arbeit und ihr Potential nicht wertzuschätzen. In diesem Sinne versuchen sie mit allen Mitteln, jegliche konstruktive Kritik abzulehnen, gewöhnlich verteidigen sie sich mit Ironie und es ist sehr schwer, sie einsehen zu lassen, dass sie falsch liegen.

3. Sie glauben, dass sie alles verdienen

Egoismus macht Menschen oft wenig beständig, wenn es darum geht, ihre Ziele zu erreichen. Man könnte sagen, dass sie ständig ihre Meinung ändern und ständig das Bedürfnis haben, dass jeder einzelne Zwischenschritt von ihnen auf dieselbe Weise gelobt wird, wie die Taten einer Person, die bereits viel mehr erreicht hat.

Für sie ist es normal, zu denken, dass der Erfolg immer auf ihrer Seite ist und sie interessieren sich nicht für das Schicksal desjenigen, den sie eventuell auf der Mitte des Weges stehen lassen müssen, um erfolgreich zu sein.

4. Sie hören nicht auf andere, die mit ihnen nicht einer Meinung sind

Egoistische Menschen sehen andere, die reif und intelligent sind, als ihre Feinde an, obwohl diese in der Lage sind, fremde Meinungen zu respektieren und auf sie zu hören.

Auf andere Meinungen zu hören und von ihnen zu lernen gibt dir die Möglichkeit, deinen Horizont zu erweitern und zu wachsen. Wähle gut aus, mit wem du dich umgibst, aber höre nie auf, zuzuhören, ignoriere niemanden aus Angst und drehe der Welt nicht den Rücken zu.

5. Sie kritisieren andere hinter deren Rücken

Andere Personen in deren Abwesenheit zu kritisieren, ist ein Zeichen von Egoismus. Im tiefsten Inneren fürchten sich die Egoisten davor, im Unrecht zu sein und kritisieren lieber aus der Ferne, damit die Realität nicht ihre Vorstellung von der Welt durcheinanderbringt.

Es gefällt ihnen zum Beispiel, zu glauben, dass alle Menschen, die arm sind, dies nur deshalb sind, weil sie nicht arbeiten wollen und stattdessen lieber auf der Straße leben oder weil sie nicht genügend Willenskraft und Standhaftigkeit haben, eine Ausbildung abzuschließen. Indem sie solche Denkmuster aufrechterhalten, können sie sich mental von Menschen trennen, die unter prekären Umständen leben und die Idee ausschließen, dass eines Tages ein Unglück über sie hereinbricht, was sie in die gleiche Situation bringt.

 In ihrem tiefsten Inneren haben sie Angst, dass ihr Palast aus Glas zerbrechen könnte…
Herz

 

6. Sie machen ihre Errungenschaften größer als sie sind

Eine der notorischsten und wichtigsten Charaktereigenschaften einer egoistischen Person ist ihre fehlende Bescheidenheit. Bescheidenheit ist eine wertvolle menschliche Tugend und sie ist notwendig, um sich als soziales Wesen im Einklang mit der Umgebung zu entwickeln. Der Egoismus dagegen ignoriert diese wertvolle menschliche Eigenschaft, nur um die eigenen Erfolge zu zeigen und hervorzuheben.

Im Fall von Erfolgen präsentieren sich Egoisten selbst als die Hauptverantwortlichen für dieses Ergebnis, auch wenn dies nicht der Wirklichkeit entspricht. Gleichzeitig suchen sie nach einem Notausgang, durch den sie verschwinden können, wenn das Projekt nicht gut ausgegangen ist. Andererseits kannst du immer darauf zählen, sie am Steuerbord zu finden, wenn der Wind aus günstiger Richtung weht.

Schwierige Herausforderungen sind nichts für Egoisten.

7. Sie haben Angst davor ein Risiko einzugehen

Panik, Terror. Im Zusammenhang mit dem vorangehenden Absatz steht auch, dass Egoisten nie das Scheitern annehmen, da sie sich ihm nie aussetzen. Aber natürlich üben sie keine Zurückhaltung darin, andere aufs Schwerste und Strengste zu kritisieren, wenn diese nicht das erreichen, was sie wollen. Sie sind die Ersten die sagen werden: „Das habe ich ja schon kommen sehen…“

Viele von uns werden in ihrer eigenen persönlichen Entwicklung einige der beschriebenen Züge wiederfinden. Und sobald du selbst feststellst, dass du keine Verantwortung für deine Taten übernehmen willst und kein Bestreben zu mehr Reife zeigst –

Dies ist der Moment, in dem du feststellst, welchen Schaden du angerichtet und anderen Menschen zugefügt hast, die dich gern haben. Dies ist der Moment, in dem du anfängst, zu wachsen und zu riskieren. Und alles, was zuvor gesagt wurde, fängt an, sich ins Positive umzukehren und sich in die richtige Richtung zu entwickeln. Du hörst auf, ein Egoist zu sein, und fängst an, dem Leben und anderen Menschen Liebe zu schenken.