Persönliches Wachstum – Stutze mir die Flügel nicht

17. Januar 2016 en Psychologie 390 Geteilt

Möglicherweise hast du dieses Gefühl schon mehr als einmal erlebt, wenn es um dein persönliches Wachstum ging: das Gefühl, dich nicht bewegen zu können, eine Hinderung, zu erreichen, was du dir wünschst. Nun, warum werden dir „die Flügel gestutzt“ oder „Fesseln angelegt“, sodass du dich einer gewissen Kontrolle nicht entziehen kannst?

Persönliche Wachstumschancen erfordern neben eigenem Mut und Willen auch Möglichkeiten und Vertrauen. Bei diesem Thema richtet sich unsere Aufmerksamkeit unter anderem besonders auf Eltern oder auch Lehrer. Also jene Figuren, die ein gewisses Maß an Macht ausüben (ggf. auch müssen) und dabei jedoch nicht zu selten den Kindern die „Flügel stutzen“.

Es geht zum Beispiel um Bildungsmodelle, in denen die natürliche Neugier der Kinder unterbunden wird, weil die Bildung durch Parameter festgelegt ist, die wenig Spontanität oder Kreativität erlauben. Letztendlich erziehen wir alle Schüler gleich, und zwar mit einer standardisierten und starren Mentalität, die es den Kindern kaum vereinfacht, sich später an eine solch komplexe Welt wie der heutigen anzupassen.

Es sind allerdings nicht nur die Eltern oder Pädagogen, die oft das persönliche Wachstum einschränken. Manchmal ist es auch der eigene Partner, der die „Schere in der Hand hält“. In Beziehungen, die weit von der Förderung des Wachstums und der persönlichen Reife entfernt sind, werden uns viele Freiheiten und Bestrebungen versagt.

Ein komplexes Thema, aber es ist der Rede wert.

Die Schranken des persönlichen Wachstums

Wie könnte man persönliches Wachstum definieren? Manchmal fühlen wir diese Unruhe, die sich in uns wie eine Mischung aus Leere und hoffnungsvoller Vorfreude ausbreitet. Wir sind innerlich mit Zielen und Projekten gefüllt, und brauchen Herausforderungen, damit wir uns beweisen können, wozu wir in der Lage sind, und uns nützlich und wertvoll fühlen können.

Es sind nicht immer große Projekte, manchmal möchten wir uns einfach nur gut fühlen, beispielsweise unabhängig, mutig und selbstsicher. Allerdings hat der gesamte soziale Kreis, der sich um uns herum erstreckt, viel Gewicht, wenn es darum geht, unsere Dimensionen zu erreichen, welche manchmal ebenso grundlegend wie elementar sind.

Was sind die hauptsächlichen Hindernisse der persönlichen Entwicklung? Auf welche Weise können wir sie überwinden? Schauen wir es uns an:

1. Das Misstrauen: Misstrauen anderer und auch von uns selbst, unsere eigenen Fähigkeiten zu entwickeln. Manchmal ist es ein Teufelskreis. Betrachten wir zum Beispiel jene überängstliche Eltern, die ihrem Kind ein Hindernis nach dem anderen setzen, damit es in der Einheit der Familie bleibt.

Kind-mit-Mutter17-420x315
Sie werden alles Mögliche tun, damit es von ihnen abhängig bleibt. Manche Eltern frustrieren ihr Kind sogar in beruflichen Angelegenheiten und setzen auch Hindernisse, um einen Partner zu finden. Sie stutzen ihm die Flügel immer und immer wieder, mit dem Ergebnis, dass das Kind sich selbst als „unfähig“ für bestimmte Dinge wahrnimmt. – Ein sehr hohes Risiko.

2. Unsicherheit: Es ist seltsam, zu beobachten, wie manche Menschen, die normalerweise ein vitales, intensives und unabhängiges Leben führen, plötzlich in Beziehungen ihre Persönlichkeit ändern. Kontrolle durch eines der Glieder erzeugt Abhängigkeit, und Abhängigkeit resultiert in Angst und Unsicherheit. Hierbei spricht man von sogenannten toxischen Beziehungen, in denen alle Arten des persönlichen Wachstums vollständig erstickt werden.

3. Der Verlust der Kontrolle: In dem Moment, in dem wir wahrnehmen, dass uns die Flügel gestutzt werden, und wir dies auch noch zulassen, verlieren wir die Kontrolle über die Situation. Warum tun wir das? Warum lassen wir zu, dass andere Mauern um unser persönliches Wachstum ziehen?

Manchmal passiert dies aus Angst, und manchmal aufgrund von viel Zuneigung oder einer Art toxischer Liebe, weil wir abhängig sind und uns den Abbruch nicht wagen. Ebenso kann es sein, dass einfach die Willenskraft fehlt, aus der existierenden Komfortzone zu brechen, wo alles sicher und vorhersehbar ist. Es sind zweifellos viele Faktoren zu berücksichtigen.

Lass es nicht zu, lass niemanden für dich entscheiden, oder deine Wünsche beeinflussen. Was du im Inneren fühlst, sollte als Zündschnur und als Schalter agieren, die dich handeln lassen. Persönliches Wachstum erfordert Mut und das Gespür, den Wind zu finden, der dein Schiff auf See voranbringt.

Finde deinen Ozean, richte deinen eigenen Kurs aus, und geh weg von denen, die dich zu hindern versuchen. Denk daran, dass jeder, der dies versucht, dich glauben lassen wird, dass er es im besten Sinne für dich tut, und dass er dich liebt, aber das ist falsch. Wer wirklich liebt, der hindert und verletzt nicht, sondern erlaubt und öffnet neue Wege, damit wir uns in Ruhe und Vertrauen voranbewegen können.

Auch interessant