Emotionales Bewusstsein: Was ist es und warum brauchen wir es?

· 1. November 2018

Emotionales Bewusstsein ist wie ein Erwachen unserer emotionalen Intelligenz. Es ist der erste Schritt, um die Kontrolle über unser Leben zu übernehmen. Es ist eine Fähigkeit, die wir alle entwickeln sollten, und ein mächtiges Werkzeug, das uns hilft, unsere Emotionen besser zu regulieren.

Dieses Werkzeug ist jedoch nicht einfach zu verwenden, denn emotionale Erlebnisse sind oft variabel, unberechenbar und chaotisch. Wir waren alle schon in so einer Situation, in der wir nur negative Gefühle empfanden, wodurch es uns gesundheitlich immer schlechter ging, was uns geistig ausgelaugt und zu einem Schatten unserer selbst gemacht hat. Tatsächlich landen viele von uns nach derartigen Ereignissen im Sprechzimmer eines Therapeuten und sagen Dinge wie „Niemand versteht mich“  oder „Ich fühle mich, als würde ich das Gewicht der Welt auf meinen Schultern tragen, ich bin erschöpft“.

Es fehlt uns dabei an emotionalem Bewusstsein. Wir scheitern, wenn es darum geht, herauszufinden, was hinter unserer Traurigkeit oder Müdigkeit steckt. Daniel Goleman erklärt in Büchern wie Emotionale Intelligenzdass es uns helfe, uns den Herausforderungen des Lebens anzupassen, wenn wir uns unserer Emotionen bewusst seien. Ständig darüber nachzudenken, was wir fühlen und was hinter unseren Stimmungen steckt, wirkt sich direkt auf unser Wohlbefinden aus. Deshalb sollten wir Strategien kennen, um möglichen Depressionen und anderen psychischen Störungen vorzubeugen, die sich langfristig daraus ergeben können.

„In einem sehr realen Sinn haben wir zwei Köpfe, einen, der denkt, und einen, der fühlt.“

Daniel Goleman
Mann schaut Frau an

Was ist emotionales Bewusstsein und warum brauchen wir es?

Wusstest du, dass etwa 250 Wörter katalogisiert wurden, um verschiedene Arten von Emotionen und Gefühlen zu beschreiben? Wie viele dieser Wörter kennst und nutzt du? Wurde uns beigebracht, sie zu benutzen? Zu wissen, wie wir unsere Gefühle identifizieren und benennen können, kann unsere Lebensqualität steigern.

Deshalb müssen wir ein emotionales Bewusstsein entwickeln. Wir sollten:

  • Uns selbst besser kennenlernen
  • Unsere Stimmungen erkennen und reflektieren, um bessere Entscheidungen zu treffen
  • Grenzen setzen, um uns selbst zu schützen
  • Die Emotionen anderer Menschen besser verstehen, um besser auf sie eingehen zu können

Schließlich ist es interessant, dass Menschen mit einer gut entwickelten emotionalen Intelligenz ein geringeres Risiko für Angstzustände, Depressionen und ähnliche Störungen haben.

Eine Veranschaulichung von emotionalem Bewusstsein

Verschiedene Ebenen des emotionalen Bewusstseins

Eine der nützlichsten Fähigkeiten, die wir unseren Kindern beibringen können, ist, wie sie emotionales Bewusstsein entwickeln. Denn ihnen zu zeigen, wie sie ihre Gefühle reflektieren und sie richtig einordnen können, gibt ihnen bessere Chancen auf einen sozialen und vielleicht sogar akademischen Erfolg.

Wir sollten jedoch auch daran denken, dass wir alle, unabhängig von Alter, Zeit und Arbeit, investieren können und auch sollten, um unsere emotionale Intelligenz zu verbessern. Sie ist ein Werkzeug, das wir brauchen, wenn wir gesund, glücklich und emotional bewusst leben wollen.

Um dies besser zu verstehen, wollen wir einige Schlüsselelemente der „Level of Emotional Awareness Scale“ näher betrachten, die von den Psychologen Lane und Schwartz entwickelt wurden, um das Niveau emotionalen Bewusstseins zu erfassen und adäquate Empfehlungen dazu zu geben, wie es sich stärken lässt:

  • Erkenne das Gefühl. Jede Emotion übt einen physischen Einfluss aus, den wir beachten sollten: vielleicht eine Veränderung der Herzfrequenz oder einen Stein im Magen.
  • Welche Art von Reaktion erzeugt es in dir? Emotionen haben eine adaptive Funktion. Einige spornen uns zum Handeln an, mit all der Energie, die sie uns vermitteln. Identifizieren wir also die Energie hinter der Emotion.
  • Identifiziere die primäre Emotion. Jede Empfindung, jeder mentale Zustand beginnt mit einer primären Emotion, die wir identifizieren können, wenn sie auftritt. Frage dich: Bin ich wütend? Bin ich traurig?
  • Welche weiteren Emotionen schwingen mit? Dieser Schritt erfordert Konzentration und vor allem Mut. Warum? Weil die Akzeptanz negativer Emotionen nicht einfach ist. Hinter einer primären Emotion kann ein ganzes Labyrinth voller dunkler Ecken stecken, in die wir Licht bringen müssen. Manchmal steht hinter der Traurigkeit eine Mischung aus Frustration, Wut und Enttäuschung. Manchmal steht hinter dem Zorn ein Dämon, der aus Verlusten oder unerfüllten Erwartungen besteht.
Überlagerte Gesichter

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass durch die Anwendung der beschriebenen Strategie eine direkte positive Wirkung auf unsere psychische Gesundheit erzielt wird, was uns zu emotional kompetenteren Personen macht. Emotionales Bewusstsein ist wie der Taktstock des Dirigenten, mit dem wir ein glücklicheres Leben orchestrieren. Es ist der Kompass, der uns in eine befriedigendere Richtung führt, in der wir uns selbst besser kennen und mehr Kontrolle über unser Leben haben.

Fangen wir heute noch an!